Altersempfehlung: ab 16
Port de Manacor
Porto Cristo - Mai 2009
„Ich gehe oder besser gesagt fahre“ Ich steckte den Kopf vom Bad aus ins Zimmer und warf einen kurzen Blick zu meiner besten Freundin Sara. Sie stand neben dem Bett mit einem breiten Lächeln und diesem verdächtigen Blick. Nebenbei hüpfte sie unruhig und hibbelig vom einen Bein auf das andere. „Viel Spass, ich drücke dir die Daumen das du nicht umsonst hinfährst“ Das meinte ich ausnahmsweise sogar mal ernst! “Gracias, bis dann“ Sie holte tief Luft bevor sie ihre Tasche mitnahm und dann das Hotelzimmer verliess.
Da ich jetzt meine Ruhe hatte und auch viel Zeit, lief ich raus auf den Balkon und genoss den Meerblick. Hier könnte ich es echt eine Weile aushalten auch wenn ich Sara dafür verfluche das sie mich in dieses verschlafene Nest geschleppt hat.
Eigentlich war das Hotel perfekt, direkt am Strand und unten ging noch eine kleine Strasse vorbei. Schön ruhig war es auch, ich hasse es wenn überall Menschen rumlaufen aber es lag vielleicht auch daran das noch keine Hochsaison war und das hier anscheinend nur das eine Hotel war. Das erstaunlichste war aber, dass ich jetzt überhaupt hier bin.
Ich hätte mir vor einem Monat doch nie träumen lassen mal spontan nach Mallorca zu fliegen. Es war so etwas wie ein Spontantrip. Die Hotels sind ja noch nicht so teuer im Mai und Leute sind da auch noch nicht so viele überall. Es ist ja eine Sache darüber nachzudenken und eine andere es auch wirklich zu tun. Tja, dieses mal hatten wir es getan und hatten vor zwei Wochen spontan entschlossen nach Mallorca zu fliegen.
Ich war ja von Anfang an skeptisch was das hier werden würde. Nicht das ich etwas gegen Urlaub hatte aber ich kannte doch meine Freundin. Wenn sie es sich leisten kann eine Woche lang darauf zu verzichten Tennis zu gucken kann das nur eins heißen, Rafa ist hier. Ich holte mir was zu trinken und machte es mir dann auf dem Balkon gemütlich während ich noch überlegte ob es ein Fehler war mit hier her zu fliegen. Man konnte wohl ohne Zweifel sagen, das Sara mit Abstand der größte Fan von Rafael Nadal ist. Als sie mit diesem Wahsinn anfing vor ein paar Jahren fand ich es noch lustig aber das war es inzwischen schon lange nicht mehr.
Sie hat ja bis vor drei oder vier Jahren gar kein Tennis angeguckt, bis zu jenem Tag. Zufällig ist sie wohl beim zappen in einem Spiel von Rafael Nadal hängengeblieben, damals war er noch die Nummer zwei der Weltrangliste. Dummerweise hat sie dann wohl noch ein paar Spiele gesehen und dabei irreparable Schäden davongetragen. Inzwischen liebt sie ihn heiss und innig und ich darf es dann ausbaden. Wobei man lieben nicht sagen kann, ich würde eher sagen das ist wie ein Sucht. Netterweise darf ich meine Freizeitgestaltung inzwischen auch nach der ATP Tour ausrichten weil sie ja absolut kein Spiel von ihm verpassen kann.
Selbst 10 Stunden Zeitverschiebung sind kein Thema, sie steht eben mitten in der Nacht auf um sich das anzusehen. Freitag Abend mit ihr wegzugehen wenn Nadal da zufällig eben spielt, ist auch nahezu unmöglich. Falls sie doch mitkommt, kann sie sich sowieso nicht konzentrieren also ist es sinnlos. Wenn gerade mal kein Spiel ist, dann gibts sicher was neues auf den einschlägigen Internetseiten auf denen sie öfters unterwegs ist.
Ist auch eine prima Möglichkeit andere Verrückte zu finden. War kein auch Problem Gleichgesinnte zu finden, Fans gab es genügend. Ich dachte ja eigentlich das sich das mal wieder geben würde, da wir doch mit 22 aus dem Alter raus sind, wo man Stars nachläuft. Mit der Einschätzung stand ich alleine da, sie ist ja schon seit drei Jahren auf dem Rafa-Trip. Inzwischen geht mir das auf die Nerven weil ich manchmal das Gefühl habe, das sich alles nur um ihn dreht.
Das ist echt verrückt und ich konnte es auch nur bedingt nachvollziehen. Inzwischen weiß ich unfreiwillig auch so manches über Rafael Nadal. Zum Glück wusste ich das da wo er wohnt kein Meer in der Nähe ist, was mich wenigstens davor rettete, das sie gleich ein Hotel in Manacor buchte. Wenn schon Mallorca, dann wollte ich in der Nähe von Meer sein, das habe ich schliesslich nicht in Deutschland. Wir einigten uns dann auf Porto Cristo auch bekannt als Port de Manacor, damals wusste ich auch noch nicht das der Ort nur 6.000 Einwohner hat und nicht gerade lebhaft erscheint um nicht zu sagen todlangweilig.
Jetzt war ich aber einmal hier und würde mir jetzt auch nicht die Urlaubslaune vermiesen lassen. Sara ist bestimmt jetzt schon in Palma am Flughafen mit dieser verrückten Jenny und sucht eine Möglichkeit Rafa da irgendwo abzupassen. Vielleicht war diese Jenny ja auch noch verrückter, die war aus den USA hier her gekommen.
Kein Wunder das die Regierung ihn für Werbezwecke einspannt, einen besseren Weg den Tourismus anzukurbeln gab es fast nicht. Diese Jenny war es auch die angeblich rausgefunden haben wollte, dass Rafa heute Abend in Palma landet. Wenn ich mich richtig erinnere war der in Rom die letzte Woche und da jetzt zwei Wochen Pause war bis zu dem Turnier in Madrid würde er wohl mal einen kurzen Abstecher nach Hause machen.
Einige schienen da überhaupt ziemlich viel zu wissen, das meiste erfuhr Sara ja von Leuten die bei Turnieren waren oder andere die Rafa angeblich kennen wollen. Es war ja auch was neues, dass sie ihn am Flughafen abpassen will und es würde mich wundern wenn sie dort alleine ist. In Deutschland spielte er ja höchstens zwei Turniere im Jahr und das war meistens so weit weg das sie nicht hinfahren konnte. Da traf sich das doch eben gut das wir hier sind. Meine Befürchtung war ja das sie sich mit dieser Jenny verbrüdert und ich dann alleine Urlaub machen kann. Niemals würde ich mit zum Flughafen fahren und dann mit den anderen Verrückten dort auf ihn warten. Da würde ich mich in Grund und Boden schämen.
Ich halte gar nix davon Stars oder wen auch immer so übertrieben anzubeten. Nun war diese Jenny aber tatsächlich hier und ich hatte die Bescherung. Gestern Nachmittag waren wir hier angekommen und heute Abend ging Sara schon eigene Wege. Ja, es lag an mir aber ich hatte mir den Urlaub anders vorgestellt als Abends nach Palma zum Flughafen zu fahren. Wahrscheinlich verbringt Sara die nächste Woche damit zusammen mit Jenny Jagd auf Rafa zu machen. Wenn diese Jenny auch nur halb so verrückt ist wie Sara immer erzählt, dann wäre es für Rafa sicher besser wenn er ihr nicht begegnet aber sie wusste eben verdammt viel.
Kennengelernt hatte Sara sie ja auch über dieses Forum wo sie immer ist und das die extra aus Miami hier her fliegt um Rafa für 10 Sekunden zu sehen sagt ja wohl schon einiges. Irgendwie macht mir das Angst, wer weiß wozu die fähig ist. Hemmung hatte die bekanntlich gar keine, sie war in Miami bei dem Masters Turnier und hat da ohne jegliche Hemmung Rafa und seine Eltern angequatscht. Die hat ja nichtmal vor seiner Freundin halt gemacht.
Um das alles zu bewerkstelligen, hatte sie sich auch extra für die Dauer des Turniers in das offizielle Hotel der Spieler eingemietet um möglichst nix zu verpassen. Zwei Wochen in einem Fünf Sterne Hotel, dass spricht für sich. Geld scheint sie also auch zu haben wenn sie sich sowas leisten kann. Sie war schon ein bisschen älter als wir und hatte nicht nur Geld sondern auch Zeit. Und dann hat die echt die Nerven noch hier aufzukreuzen...
So langsam dämmert es mir dann, dass ich mir eine neue Beschäftigung suchen kann denn Sara sehe ich sicher erst wieder am Flughafen wenn wir zurück fliegen. Ich würde fast darauf wetten das sie jetzt jeden Tag mit Jenny in Manacor zu dem Tennisclub fährt und dort lauert weil Señor Nadal sich vielleicht mal die Ehre geben könnte dort zu trainieren. Ihm war anscheinend nicht klar was er bei Menschen wie meiner besten Freundin anrichtet. Sollte er dort wirklich auftauchen, kriegt Sara wieder diesen verklärten Blick und fängt an zu sabbern, was ich sowieso nicht ertragen könnte. Vielleicht fällt sie ja auch in Ohnmacht, amüsante Vorstellung!
Eigentlich würde ich das doch gerne mal sehen aber ich würde mich dann nur Fremdschämen für sie. Natürlich frage ich mich warum sie unbedingt wollte das ich mit hier her komme wenn Jenny auch hier ist und sie weiß doch das ich nicht mit auf Rafa-Jagd gehe. Wahrscheinlich brauchte sie einen Dummen, der spanisch kann und für sie übersetzt. Eigentlich mochte ich sie total, sonst wäre sie ja auch nicht meine beste Freundin aber bei dem Thema Rafael Nadal hört der Spaß auf für mich. Ich war der Meinung das sie aufhören soll solchen Wunschträumen nachzulaufen, sie kommt doch sowieso nicht an ihn ran.
Also ist es doch Zeitverschwendung ihn zu nerven. Kein Wunder das sie keinen Freund hatte, bei ihren Ansprüchen findet die ja nie mehr einen. Sie zieht gedanklich doch gleich den Vergleich zu ihrer Wunschfantasie und dann hat sowieso niemand mehr eine Chance. Ich weiß auch nicht wieso ich jetzt schon wieder darüber nachdachte, es war zwecklos. Sara ist so in dem ganzen drinnen, dass die nie mehr aufhört damit.
Die litt ja förmlich mit wenn ein Spiel war und das allerschlimmste ist es wenn er verliert. Manchmal glaube ich sie ist dann frustrierter als Rafa selbst. War so was noch normal? Einen Spleen haben die meisten Leute aber das war am Rande einer Obsession. Ich sehe jetzt noch ihr Gesicht vor mir als wir die Reise hier her vor zwei Wochen gebucht hatten. Mir war doch völlig klar, das sie nicht wegen der Landschaft und den Stränden hier her wollte.
Erst hatte ich die leise Hoffnung, das sie sich etwas beruhigt wenn sie Rafa endlich mal treffen würde aber inzwischen hatte ich die Angst, dass es alles nur noch viel schlimmer machen würde. Dann dreht sie vielleicht erst recht durch! Es war zu spät und lag auch nicht in meiner Hand, bekanntlich lauert sie eben am Son Sant Joan Flughafen auf ihn. Ich würde mich schon freuen für sie aber wer weiss was das alles nachsich ziehen würde.
Freuen würde ich mich auch wenn ich wüsste was ich jetzt hier anstellen soll. Jetzt saß ich hier alleine in dem Nest und überlegte was ich mache heute Abend. Ein Auto hatten wir uns ja gemietet damit wir wenigstens mobil sind aber damit war ja Sara eben unterwegs also fiel die Option flach. So richtig was los schien hier nämlich nicht zu sein, manche Hotels hatten sogar noch geschlossen, die machten erst im Juni auf. Hier im Hotel findet heute Abend Bingo statt aber darauf war ich auch nicht so wild und das macht auch keinen Spaß alleine.
Die meisten Gäste die hier wohnen sind schon ein bisschen Älter also wäre das nichts für mich. Erst überlegte ich noch mal zum Strand zu gehen aber einem Prospekt hatte ich entnommen das der Strand den ich vom Zimmer aus sehen kann hier der einzige ist. Mit 350 Metern war er auch nicht der allerlängste.
Kein Wunder das der Ort im Katalog als beschaulicher Fischerort beschrieben wurde. Da müsste man jetzt schon hellhörig werden bei so einer Beschreibung aber wir mussten ja unbedingt so nah wie möglich an Manacor bleiben. Es hätte nur gefehlt ich hätte nichts gesagt und Sara hätte wirklich was in Manacor gebucht. Dann würde sie jetzt sicher vor dem Haus seiner Eltern stehen und mit einer Taschenlampe Lichtzeichen senden. Ich konnte auch nicht anders als mich darüber lustig zu machen, es war ja auch zum lachen irgendwie.
Meine Idee war dann jemanden vom Hotel hier zu fragen wo man hier so hingehen kann Abends. Ich wollte nicht in die Clubs gehen wo die Sauftouristen sich bis zur Besinnungslosigkeit gehen lassen, dass war echt nicht mein Stil. Nachdem ich mich umgezogen hatte fuhr ich mit dem Lift nach unten und ging zur Rezeption.
Dort stand eine Frau die etwa in meinem Alter sein müsste also wird die doch wohl wissen wo ich hingehen kann. Als hätte ich es geahnt, fing sie gleich an mit Manacor aber da kam ich sehr schlecht hin zu Fuss. Gut, sie gab mir dann einen Stadtplan von Porto Cristo, machte ein Kreuz und meinte ich soll es dort mal versuchen. Das klang doch schon besser! Ansehen konnte ich mir das ja zumindest mal und ich konnte ja auch erstmal von außen gucken also lief ich los.
Zum Glück hatte sie auch eingezeichnet wo das Hotel ist, sonst würde ich es dann vielleicht nicht mehr zurück finden. Die Strassen waren hier Schachbrettartig angelegt und sahen alle gleich aus. Ich würde mich mit Sicherheit hier verirren ohne Stadtplan und darauf war ich nicht so wild. Nach etwas suchen fand ich dann endlich mal die Strasse wo die Bar angeblich sein sollte. Hier hätte ich ja nie vermutet, dass hier überhaupt noch irgendwas kommt.
Ich war schon ein Stück vom Strand weg und hatte das Gefühl, dass der Ort gleich hinter der nächsten Hausecke zu Ende ist. Endlich kam ich dann mal am Ziel an. Von dem Stadtplan sah ich nach oben zu dem Haus. Ja, ich war an der richtigen Adresse auch wenn es mir nicht so schien. Ich dachte hier ist wenigstens ein leuchtendes Eingangsschild oder so was.
An der Hauswand war ein kleines Schild auf dem stand Faro und ein Pfeil, der in den Keller zeigte. Faro war der richtige Name, wie originell! Kurz überlegte ich da es nicht so vertrauenserweckend aussah aber es verschwanden noch andere Leute die Treppen nach unten und die sahen eigentlich ganz ok aus. Gut, es kann ja nur schief gehen also steckte ich den Stadtplan in meine Tasche und ging die Treppen langsam nach unten.
Vielleicht hätte ich den Stadtplan doch in der Hand halten sollen damit gleich jeder weiß das ich mich als Touristin hier her verirrt habe? So versteckt wie das hier ist, war's kein Wunder wenn hier nur Einheimische hingehen.
Es war dann auch tatsächlich ein ausgebautes Kellergewölbe, was man zu einer Art Bar umfunktioniert hatte. Die Einrichtung war recht schlicht gehalten, sämtliche Möbel und Sitzgelegenheiten waren weiß und der Tresen der Bar stach aus allem raus da alles rot leuchtete. Bei näherem Hinblick sah es doch nicht so aus wie ich von der Außenansicht erwartet hätte. Dazu konnte man wohl sagen außen pfui, innen hui.
Ein paar Leute waren schon hier um nicht zu sagen eine ganze Menge aber es waren noch genügend freie Tische vorhanden. Vielleicht wär's ja das Beste, wenn ich erst mal an der Bar sitzen bleibe und mich unauffällig ein bisschen umsehe. Natürlich wär's mir lieber gewesen wenn Sara mitgekommen wäre aber die hatte ja besseres zu tun.
Allmählich kriege ich Wut auf diesen Nadal, wegen ihm steht die sich stundenlang die Beine am Flughafen in den Bauch und ich kann mich alleine beschäftigen, ganz super! Ich könnte meckern wenn Sara wieder auftaucht aber dann sagt sie, ich hätte ja nicht mit hier her fahren müssen und sie hatte da auch recht. Blieb mir wohl jetzt nichts anderes mehr übrig als mit mir selbst anzustoßen. Es war aber immer noch besser alleine hier zu sein als wenn ich gleich ganz zu Hause geblieben wäre.
Vielleicht sollte ich ja doch darauf bestehen, zukünftig mit Sara und Jenny mitzugehen. Wenn wir uns schon total blamieren, dann auch so richtig und mich kennt doch hier niemand. Diese Jenny würde ich sehr gerne mal kennen lernen, Sara kannte sie bisher auch nur aus dem Internet aber ich bin mir sicher, dass die Beiden sich blendend verstehen werden.
Nur zu gerne würde ich die mal so richtig auf die Schippe nehmen aber dann ist sie sauer auf mich und wirft mir vor, dass ich sie nicht verstehen wälte und das ich mich lustig mache über sie. Ich brenne ja schon total darauf ihre Story vom Flughafen zu hören, selbst wenn Rafa ihnen entwischen sollte, wird sie sicher trotzdem lang und breit davon berichten.
Sie haben ja schließlich noch fast eine ganze Woche Zeit sich an anderen Orten auf die Lauer zu legen. Vielleicht sollten sie den Job wechseln und gemeinsam als Paparazzi neu anfangen? Ich muss schon alleine bei der Vorstellung schmunzeln wie Sara mit einem riesigen Teleobjektiv im Gebüsch sitzt und wartet bis sie ein Bild machen kann.
Wie schön wäre es doch wenn ich jemanden zum lästern hätte. Ich meine es ja auch nicht böse aber so langsam nervt das ganze. Unter gemeinsam Urlaub machen stelle ich mir was anderes vor als ständig getrennte Wege zu gehen aber ich weiß ja, es liegt wieder mal an mir. Zu dumm auch das ich nicht auch so einen übersteigerten Verfolgungswahn hatte.
Vielleicht sollte ich ja auch anfangen irgendwelchen Stars nachzulaufen, nur so als Hobby und um rauszufinden was in den Köpfen solcher Leute vorgeht.
Leider war hier irgendwie gar niemand interessantes. Es schien mir so als würden sich die meisten untereinander kennen, da fiel ich ja noch besser auf. Zumindest machte mich niemand blöd von der Seite an, so was passiert garantiert dort wo die Touristen alle hingehen. War vielleicht doch keine so prickelnde Idee alleine hier her zu gehen.
Soll ich mich jetzt den Rest des Abends mit meinem Glas unterhalten? Zu sehen gab es auch nicht so viel, die bunten Flaschen hinter der Bar hatte ich nun alle schon eingehend betrachtet. Aus lauter langer Weile kramte ich den Stadtplan wieder aus der Tasche und guckte, ob es hier noch irgendwo was interessantes zu sehen geben könnte. Irgendwie muss es mir gelingen mal an das Auto zu kommen, dass ich mal nach Palma fahren kann, dort ist wesentlich mehr los als hier. Sara geht ja vielleicht sogar mit wenn mir nicht Nadal wieder in die Quere kommen sollte.
Was muss der auch hier her kommen? Kann er nicht von Rom aus direkt nach Madrid fliegen und dort trainieren? Anscheinend hat sich alles gegen mich verschworen. Nach Port de Soller und Deía wollte ich auch mal einen Abstecher machen aber da mache ich mir nicht viel Hoffnungen. Als nächstes kramte ich dann mein Handy aus der Tasche.
Oh, es hatte jemand an mich gedacht und mir eine sms geschickt! Sara, wer auch sonst sollte es sein. Ich drückte öffnen und war schon gespannt was es zu berichten gab. ‘Hi, bist du im Hotel? Bin am Flughafen aber bis jetzt gab's nix interessantes zu sehen :-( ‘ Ich sah kurz auf meine Uhr, es war schon gleich um 10. Bleiben die notfalls auch die ganze Nacht am Flughafen und warten? ‘Nö, bin in eine Bar gegangen, es war zu langweilig im Hotel.
Viel Spaß noch’ Ich schickte die sms noch ab und steckte mein Handy wieder ein. Während ich einen Schluck trank, sah ich dann aus dem Augenwinkel neben mich. Ab und zu stand mal jemand neben mir um sich Getränke von der Bar abzuholen. Inzwischen waren die Plätze direkt an der Bar alle belegt also musste man etwas drängeln wenn man was zu trinken ergattern wollte. War meine Idee doch nicht so dumm gleich an der Bar sitzen zu bleiben. Ohne mir weitere Gedanken zu machen stellte ich das Glas wieder hin.
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