25 March 2010

Chapter 37

Zugegeben habe ich nicht damit gerechnet das die sich noch mal melden würde. Seit Abu Dhabi hat sie kein Lebenszeichen von sich gegeben. Eigentlich will ich gar nicht wissen was sie will aber neugierig bin ich schon. `Hi Amaia, tut mir leid das ich mich nicht gemeldet habe. Was ist mit deiner Hand passiert? Ciao S´ Erst rollte ich mit den Augen und runzelte dann die Stirn. Wie kommt sie auf die Hand? Als ich zur Seite sah, merkte ich erst mal das ich beobachtet wurde. „Sara“ Sagte ich nur und zuckte mit den Schultern. Das Gesicht von Rafa wurde auch immer besser.
„Was?“ “Sí, immer wenn man nichts schlimmes denkt meldet die sich“ “Ich denke die hat seit Abu Dhabi nichts von sich hören lassen?“ “Stimmt exakt!“ “Und was will sie?“ “Wissen was mit der Hand passiert ist“ “Wie kommt die darauf?“ Tja, wie kam sie wohl darauf? Ich bin ja nicht blöd, seit gestern bin ich hier und jetzt meldet sie sich und stellt scheinheilige Fragen. Es gibt nur eine Erklärung, es muss Bilder von mir geben! „Es gibt offensichtlich Bilder von uns im Internet“ “Wäre möglich, wenn es welche gibt dann vom Flughafen. Dort hängen fast immer Paparazzi rum“ Das bringt mich direkt in die große Versuchung ihr eine haarsträubende Story aufzutischen. Woher weiß ich denn ob sie nicht nur fragt weil die Fans von Rafa neugierig sind und sie sich beliebt machen will?
„Ich würde ihr am liebsten etwas total abgefahrenes antworten“ “Wieso?“ “Woher weiß ich denn was die plant? Kann sein das es deine Fans auch interessiert und die sich wichtig machen will“ “Glaubst du das wirklich das die das machen würde?“ “Wieso nicht? Warum meldet die sich dann ausgerechnet jetzt?“ “Aber sie hätte das doch auch schon eher tun können. Ich meine, sie hat doch sicher Fotos von dir“ “Schon aber irgendwas verspricht sie sich schon. Vielleicht spielt sie auch die besorgte Freundin weil sie denkt das sie über mich an dich ran kommt“ Rafa schnappte nach Luft und rollte mit den Augen. „Dann antworte eben nicht“ “Mhh, mache ich auch und wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich ihr mal einen Besuch abstatten. Mir reicht es langsam“ Das hatte mir eben noch gefehlt, jetzt grüble ich ja doch ständig nach. Rafa setzte sich dann neben mich und legte seinen Arm um meine Schulter.
„Höre auf nachzudenken!“ “Tue ich gar nicht“ Antwortete ich mit einem schwachen Lächeln. „Doch, ich kann es sehen“ Ich fühlte mich ertappt und legte meinen Kopf an seine Schulter. „Sie nervt mich nur ein bisschen damit“ “Sage es ihr. Mache ihr einfach klar, dass sie sich entweder öfters melden soll oder eben gar nicht“ “Sie wird total erschrecken wenn ich bei ihr auftauche“ “Willst du das nicht?“ Oh ja, darauf freue ich mich schon! „Doch!“

Natürlich musste ich die Bilder sehen. Zwar weiß ich schon vorher, das ich mich wieder aufregen werde aber ich will wenigstens wissen was es für Bilder sind wenn ich schon unfreiwillig abgelichtet werde. Rafa meinte auch ich würde mich nur wieder aufregen aber das ist mir egal, ich will es trotzdem sehen. Da ich keine Ruhe gab, machten wir uns also doch auf die Suche nach den Bildern als wir von dem Bootstrip zurück waren. Natürlich hatte kein Fisch Mitleid mit Rafa aber es störte ihn nicht mal das er keinen einzigen Fisch gefangen hat. Ich war schon ganz hibbelig als ich am PC saß und überlegte wo ich die Bilder am schnellsten finde.
Der erste Weg wären die einschlägigen Fanseiten aber ich will die dummen Kommentare dazu nicht sehen. Ich klapperte auf gut Glück die Seiten der Fotoagenturen ab bis ich Glück hatte und Rafa hatte Recht, es waren Bilder vom Flughafen. Zu sehen gab es nicht viel, eigentlich nur wie wir uns umarmen vor dem Auto und dann einsteigen. Zu blöd das wir uns erst im Auto geküsst hatten. Davon gab es auch Bilder aber es war zu dunkel, man sieht nur noch schwarze Umrisse. Spätestens jetzt besteht wohl kein Zweifel mehr daran in welcher Beziehung ich zu Rafa stehe. Ich hätte ja gar nichts gegen Bilder wenn sie nicht heimlich gemacht worden wären. Wahrscheinlich warten alle nur darauf bis uns irgendwer mal eindeutig erwischt und damit meine ich keine Umarmung.
„Rafa“ Er erschien ein paar Sekunden später und blieb hinter mir stehen. Ich sagte erst mal nichts und ließ ihn die Bilder betrachten. „Es hätte schlimmer kommen können“ Meinte er dann trocken und grinste mich blöd von der Seite an. „Du meinst heute Nachmittag oder wie?“ “Zum Beispiel. Ist mir auch egal also ich meine klar wäre es mir lieber wenn es keine Bilder gibt aber deswegen tue ich sicher nicht so als wenn ich dich nicht kenne“ Ich legte einen Arm um seinen Hals und küsste ihn kurz. „Das wollte ich hören“ “Dachte ich mir außerdem kann ich mich sowieso nicht lange von dir fern halten“ “Habe ich schon bemerkt“ Ich dachte ja er verschwindet wieder und lässt mich in Ruhe im Internet surfen aber das Gegenteil passierte. Es stört mich absolut nicht wenn er mich küsst aber ich wurde das Gefühl nicht los das ihm die Küsse nicht ausreichen, seit gestern Abend lässt er absolut nicht mehr locker. Ich dachte er frisst mich regelrecht auf wenn ich ihn nicht davon abhalte. Ich drückte ihn etwas von mir weg und holte erst mal Luft.
„Entspanne dich!“ Sagte ich mit einem ernsten Gesicht, musste dann aber doch wieder lächeln. „Darf ich dich nicht küssen?“ “Doch aber nicht so“ “Warum nicht?“ Das war echt verrückt und brachte mich zum kichern. Meint er die Frage ernst? “Ich weiß was du willst“ Sagte ich und nickte wissend mit dem Kopf. „Warum lässt du mich dann immer abblitzen?“ “Jetzt tue mal nicht so als wenn ich dich an der kurzen Leine halten würde. Hast du gestern Abend schon vergessen?“ “No aber das ist schon so lange her“ “Denkst du eigentlich irgendwann noch an etwas anderes?“ “Willst du eine ehrliche Antwort auf die Frage?“ Die brauchte er mir gar nicht zu geben, Männer sind alle gleich und Rafa macht da sicher keine Ausnahme.

Es war richtig schön, dass wir mal Zeit hatten. Komisch ist es schon wenn Rafa den ganzen Tag keine Termine hat. Ich bin es schon gewohnt, dass er zumindest für ein paar Stunden irgendwohin muss. Trainieren darf er ja erst mal nicht um das Knie zu schonen. Faul ist er natürlich nicht, er macht eben dann etwas anderes wo das Knie keine große Rolle spielt. Mir käme das auch gelegen wenn er etwas vor hat, da ich mal nach Palma wollte durch die Läden ziehen.
Klar würde ich auch mit Rafa gehen aber er hat sowieso keine Nerven ewig auf mich zu warten nur weil ich vielleicht ein Paar Schuhe mehr anprobieren will. Gewisse Dinge macht man als Frau am besten ganz alleine und shoppen gehört definitiv dazu! Das Problem war nur meine Hand, mit einer Hand kann man nicht viel tragen also könnte ich schon jemanden gebrauchen der die Beutel trägt.

So weit war es aber noch nicht, nach dem Ausflug mit dem Boot machten wir Abends noch einen Abstecher nach Manacor und ich war dann total geschafft und froh als ich endlich schlafen konnte. Es wundert mich wie Rafa das alles aushält nach dem langen Flug mit der Zeitverschiebung. Viel merkte man ihm davon nicht mehr an.

Am nächsten Tag wollte ich mal wieder in Ruhe ausschlafen aber irgendwie klappt das nicht wenn ich hier bin. Es lag dieses mal auch nicht direkt an Rafa, dafür aber an seinem Handy was plötzlich klingelte. Ich dachte echt das kann nicht wahr sein! Kann er es nicht ausschalten wenn er im Bett liegt? Ich dachte ja auch das er nur nachsieht wer es ist aber er ging erst ran und verschwand ein paar Sekunden später aus dem Bett. Na schön, dann bleibe ich eben alleine im Bett also drehte ich mich wieder auf die Seite und zog mir die Decke bis zu den Ohren hoch. Wenn Rafa so wichtige Gespräche hat, muss er eben aufstehen. Worum es ging hatte ich nicht verstanden da er dann aus dem Zimmer gegangen war aber er kommt ja hoffentlich gleich wieder.
Nach ein paar Minuten hörte ich ihn wieder rein kommen. Eigentlich dachte ich er legte sich wieder hin aber er schien sich auf meiner Seite auf die Bettkante zu setzen. Ich wurde neugierig und blinzelte mit einem Auge. „Was?“ Fragte ich dann verschlafen und hoffte das er nicht gleich sagt das er den ganzen Tag weg ist. Antwort kam keine, das heißt nicht so wie ich erwartet hatte. Er lehnte sich zu mir runter und küsste mich auf die Schläfe während er mit seiner Hand meine Haare hinter die Ohren strich. „Musst du weg?“ Fragte ich leise und drehte mich auf den Rücken. „No aber du solltest dir mal etwas ansehen“ Jetzt wurde ich neugierig und schlug meine Augen wieder auf. Das Gesicht von Rafa war nicht so wie ich dachte, er sah mich todernst an und ich dachte er lächelt vom einen Ohr zum anderen. Wie soll ich das jetzt deuten?
„Was ist?“ Fragte ich jetzt doch ein wenig besorgt. „Versprich mir das du dich nicht so sehr aufregst!“ “Kommt drauf an was es ist“ Er nahm meine Hand in seine und zog mich erst aus dem Bett und dann hinter sich her ins Bad. Als ich mich schon fragte was er hier will, blieb er am Fenster stehen. „Sieh zur Einfahrt und vergiss nicht zu atmen“ Ich rollte mit den Augen und folgte seinem Blick.

In der nächsten Sekunde blieb mir die Spucke weg und meine Augen wurden größer. „Oh mein Gott!“ Entfuhr es mir dann etwas geschockt während ich versuchte ruhig zu bleiben. Sara! Ich wünschte das ich mich täusche aber sie ist es! Sie schleicht um das Haus und denkt wohl es fällt nicht auf. Weit kommt sie nicht, es ist ja alles eingezäunt und von der Straße aus gibt es nichts zu sehen. Das scheint sie aber nicht abzuschrecken. Ein Albtraum wird wahr! Ich hatte geahnt das es irgendwann so kommen würde aber sie wirklich hier zu sehen, ist noch schlimmer als die reine Vorstellung. „Ich glaube es ja nicht“ Sagte ich mit einem fassungslosen Kopfschütteln als ich wieder neben mich sah. Rafa schnappte nach Luft und legte seine Hände auf meine Schultern.
„Rege dich nicht so sehr auf, es klärt sich schon“ “Du hast gut reden!“ Ich lief zurück ins Schlafzimmer und ließ mich rückwärts auf das Bett fallen. Das muss ich erst einmal verdauen! Rafa saß wieder auf der Bettkante und sah mich mit einem vorsichtigen Lächeln an. Mich wundert seine Reaktion etwas, mich würde es schon stören wenn Fremde vor meinem Haus lauern. „Und jetzt?“ Fragte ich als ich den ersten Schreck überwunden hatte. „Gute Frage!“ Er legte sich auch wieder hin und drehte sich auf die Seite. „Sie wird höchstwahrscheinlich zu dir wollen oder vielleicht auch zu mir“ Langsam erschien mein Lächeln wieder. „Da wäre ich ja nie drauf gekommen“ “Wolltest du sie nicht sowieso besuchen?“ “Schon aber damit meinte ich doch nicht das ich hoffe das sie hier auftaucht. Ich frage mich was die hier macht! Die muss doch spontan hier her gekommen sein da doch keiner ahnen konnte das dir das mit dem Knie passiert und du schon viel eher wieder hier bist“ “Sieht so aus“
Sein Lächeln wich dann wieder dem ernsten Gesicht. „Mir ist es egal, ich meine, wenn du mit ihr reden willst kannst du das tun aber nicht hier“ “Es war nicht meine Absicht sie hier rein zu lassen. Ich kann nachvollziehen das du keine Fans in deinem Haus haben willst“ “Ich sehe, wir verstehen uns“ “Es hat sie ja auch keiner gebeten hier her zu kommen“ “Soll ich sie dezent entfernen lassen? Ich meine vorhin der Anruf, das war die Sicherheitsfirma die hier gelegentlich nach dem Rechten sieht. Ist nicht das erste mal das die Fremde freundlich aber bestimmt zum gehen auffordern müssen“ Das klang ja richtig dramatisch! „Und wenn sie wieder kommt?“ Fragte ich jetzt doch etwas amüsiert. „Kommt wieder jemand und holt sie ab“ Der Gedanke war verrückt! Fehlt ja nur das die Polizei sie gleich abholt.
Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass die Sicherheitsfirma das auch wirklich tut, dafür sind die ja da. Es würde sich aber komisch anfühlen wenn ich weiß das sie praktisch rausgeschmissen wird auch wenn sie gar nicht auf dem Privatgrundstück ist. „Lass gut sein, so gefährlich ist sie nicht. Sie geht von selbst wenn sich nichts tut und irgendwann wird es ihr schon langweilig und sie gibt auf“ “Ok, wie du meinst“

Mit der Ruhe war es dann natürlich vorbei. Ich konnte nicht so tun als wenn nichts wäre. Theoretisch können wir uns frei bewegen auch außerhalb vom Haus ohne das sie uns sehen kann aber ich fühlte mich trotzdem beobachtet. Es ist ja nicht zu fassen, meine ehemals beste Freundin lauert wie ein Paparazzi vor dem Haus! Denkt sie auch mal an mich? Ihr muss doch klar sein, dass ich keine Freudensprünge mache. Woran ich erst nicht gedacht hatte war dass wir ja gar nicht vom Grundstück kommen ohne das sie uns sieht. Klar, es würde im Auto gehen aber ich kann ja wohl kaum so tun als wenn ich sie nicht kenne! Geplant hatten wir zwar nichts für heute aber ich bin mir sicher das Rafa nicht vor hat den ganzen Tag nicht aus dem Haus zu gehen.
Vielleicht kommt sie ja morgen wieder wenn sie heute keinen erwischt! Ehe ich mir eine Strategie überlegen konnte, war sie auch wieder verschwunden aber ich bin mir sicher das sie wieder kommen wird. Ich kenne sie doch, so schnell gibt die nicht auf. Wenn ich wüsste das es klappt, würde ich versuchen sie mit Autogrammen von Rafa ruhig zu stellen. Vielleicht leckt sie dann aber erst recht Blut und nervt noch mehr. Den Zustand wollte ich so nicht länger belassen also habe ich doch auf ihre sms geantwortet und ihr vorgeschlagen das wir uns mal treffen. Ort musste ich keinen erwähnen da ich weiß das sie hier ist. Ich will dazu neutralen Boden also schlug ich das Hotel vor wo wir damals waren als wir gemeinsam hier Urlaub gemacht hatten, das findet sie sicher noch. Vielleicht ist sie auch dort, ich weiß nicht wo sie wohnt. Ausgemacht hatten wir um vier vor dem Hotel.

Es wurde später und später und ich kam ins schwanken ob das so eine gute Idee war mit dem Treffen. Vielleicht hätte ich eine Nacht drüber schlafen sollen statt es gleich noch am selben Tag zu machen. Plötzlich wollte ich gar nicht mehr hingehen, ich weiß doch sowieso nicht was ich ihr sagen soll. „Denkst du schon wieder oder immer noch nach?“ Ich drehte mich um und sah Rafa in der Tür stehen. Eigentlich wollte ich mich umziehen aber dann kam es nicht dazu und ich blieb unentschlossen vor meinem Koffer stehen und grübelte nach. „Sehr komisch“ Antwortete ich nur genervt und das war nicht gespielt, ich fand es wirklich nicht lustig.
Er kam langsam näher und nahm meine Hände in seine. „Wird schon schief gehen“ Sicher meinte er es nur gut aber genau das wollte ich jetzt nicht hören. Ich ließ meinen Blick nach unten schweifen auf meine Hände in seinen und sah ihn dann wieder an. „Ich habe gar keine Lust mehr hinzugehen“ “Dann sage doch ab“ “Klar und morgen klingelt sie uns wieder aus dem Bett“ “Na wenn sie komisches Zeug erzählt, kannst du ja eher wieder gehen“ Ja ja, er hat ja Recht, ich bin eben nur ein bisschen nervös. „Wird schon werden“ Ich redete mir selbst ein das es schon wird und werde da also doch mal auftauchen. Ein wenig spät war ich ja schon dran aber ist jetzt auch egal. Es war schon nach um vier bis ich mal fertig war und an der Tür stand. „Ich gehe“ Rief ich laut und zog meine Schuhe an. „Lasse dir ruhig viel Zeit!“ Kam es laut von irgendwoher.
Na das klang ja sehr erfreut! Ich lief in die Richtung aus der seine Stimme kam bis ich Rafa vor der Playstation stehen sah. „Willst du mich los werden?“ Fragte ich neugierig obwohl ich mir denken konnte warum er sich so freut das ich gehe. “Wenn du so fragst, sí! Ich habe kaum Zeit das ich mal spielen kann und mich niemand behelligt“ Er sagte das mit so einer Begeisterung, dass man ins grübeln kommen könnte. Setzt er eine Runde Playstation mit einem Grand Slam Gewinn auf die selbe Stufe? Ich sah kurz auf meine Uhr und leider musste ich wirklich los sonst hätte ich ihn jetzt in eine Diskussion verwickelt. „Wir unterhalten uns noch!“
Er blieb stehen und grinste mich nur breit an da meine Drohung wohl nicht sehr überzeugend war. Verdient hat er es nicht aber ich küsste ihn kurz und machte auf dem Absatz kehrt. „Bis später und sei brav!“ Rief ich ihm nach während ich zur Tür lief. “Sí mamá“ Kam es in der nächsten Sekunde zurück. Ich musste kichern und lief zum Auto.

Weit kam ich nur nicht da ich zufällig auf meine rechte Hand sah. Jetzt wusste ich auch warum ich die ganze Zeit schon so ein unbestimmtes Gefühl hatte. Mir war tatsächlich kurz entfallen, dass ich ja nicht selbst fahren kann. Sieht so aus als wenn die Playstation noch warten muss, er wird sich freuen wenn ich gleich wieder erscheine und ihn als meinen Chauffeur einspannen will. Sein Gesicht war auch dementsprechend als er mich reinkommen sah. „Sitzt du bequem?“ Fragte ich gleich obwohl ich es auch schon sah. „Wieso?“ Fragte er zögerlich und sah mich schon mit einem warnenden Blick an. Ich warf ihm den Autoschlüssel zu und hielt meine rechte Hand hoch.
„Ich störe dich nur sehr ungern aber ich brauche einen Chauffeur“ “Und wie kommst du darauf das ich dich fahre?“ Fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich rollte genervt mit den Augen und sah auf meine Uhr. „Je eher wir fahren, desto eher kannst du weiterspielen“ Er zog ein theatralisches Gesicht und stand auf. Warum ist er denn gleich so genervt? Ich kann auch nix dafür! Wahrscheinlich übertreibt er ohne Ende weil er mich ärgern will. Ich weiß genau, dass er nicht wirklich sauer ist und nur so tut. „Na schön, wenn es unbedingt sein muss“ Ich drehte mich wieder um und lief zurück zum Auto. Es waren nur ein paar Minuten zu fahren und Rafa sagte keinen einzigen Ton mehr, er sah geradeaus auf die Straße und tat als wäre ich nicht da.
Ich beobachtete ihn aus dem Augenwinkel und musste dann lachen weil ich nicht anders konnte. „Was?“ Immerhin sah er mich kurz an auch wenn er gleich wieder mit den Augen rollte. „Ich kann es auch nicht ändern das ich nicht fahren kann. Ich mache das nicht extra weil ich dich ärgern will“ Inzwischen waren wir in der Nähe vom Hotel und er hielt an. „Bis später und komme ja nicht so schnell wieder!“ Jetzt rollte ich mit den Augen und öffnete die Tür. „Ich habe es verstanden! Man sieht sich“ “Mhh“ Kaum hatte ich die Tür zugemacht, war er auch schon verschwunden. Wenn ich gemein bin, rufe ich ihn an wenn er mich abholen soll aber ich werde laufen, so weit ist es nicht.
Ich lief die paar Meter bis zum Eingang vom Hotel und sah mich um. Keine Spur war von Sara zu sehen. Mehr zufällig bemerkte ich dann, dass sie in der Lobby vom Hotel saß. Gesehen hatte sie mich noch nicht aber das wird sich gleich ändern. Ich atmete nochmal tief durch und ging dann in das Hotel.

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