Den ersten Schock mit der Hand hatte ich dann überwunden und fand die Idee mit zwei Wochen krank gar nicht so dumm. Bisschen entspannen ist doch immer gut und ich saß pünktlich am Dienstag um zehn vor dem Fernseher und wartete auf das Spiel. Es sollte schon um neun beginnen aber da waren die davor noch nicht fertig. Ich war schon ein bisschen aufgeregt und gespannt was gleich passiert.
Es könnte zumindest eng werden heute. Los ging es wie schon erwartet normal. Man hätte sich auch denken können, dass es zum tie break kommen würde. Murray spielte unheimlich gut, ich sah schon das Rafa zu kämpfen hat. Es wurde richtig spannend und ich klebte förmlich an der Bildröhre. Leider gewann Murray den ersten Satz. Mist! Im zweiten hatte Rafa Probleme mit seinem Aufschlag doch dann schaffte er ein Break. Ich hatte aber nicht lange Zeit mich darüber zu freuen da er es gleich im nächsten Moment wieder verspielte. Das war die Chance überhaupt den Satz zu gewinnen! Es lief ein bisschen zäh für Rafa und plötzlich stand es auch im zweiten Satz 6-3 für Murray.
Das wird wohl nicht reichen für Rafa, ich glaube nicht das er das noch umbiegen kann, nicht gegen einen wie Murray. Der war einfach zu gut. Murray begann den dritten Satz und ging natürlich in Führung, verständlich bei dem Spielstand. Rafa spielte irgendwie anders als in den ersten beiden Sätzen, kam mir so vor als wenn er langsamer ist. Zumindest machte er sich nicht die Mühe extrem weit in die Ecken zu rennen, normalerweise rennt er überall hin egal wie aussichtslos es erst scheinen mag. Den Grund dafür sah ich dann auch in der nächsten Pause als es schon 3-0 für Murray stand. Rafa setzte sich hin und dann kam der Physio auf den Platz und blieb vor Rafa stehen. Mir blieb fast die Luft weg als Rafa auf sein rechtes Knie zeigte. Bitte nicht schon wieder eine Knieverletzung!
Der Kommentator meinte das würde nicht gut aussehen aber das sah man auch schon an dem Gesicht was Rafa zog. Rafa gönnte sich also ein medical time out aber ich wusste schon das es nichts harmloses sein wird. Ohne Grund lässt er nicht den Physio kommen und das der durch ein paar Massagen nichts mehr retten kann wusste ich auch. Wenn es so ist, dass man es Rafa ansehen kann das er Schmerzen hat, dann lässt sich da spontan gar nichts mehr machen. Er kann nur aufhören mit spielen. Was in Rafa vorgeht, kann ich mir ansatzweise vorstellen. Nach fast drei Monaten Pause kommt er auf die Tour zurück und dann hat er beim ersten großen Turnier gleich wieder eine Verletzung. Ich konnte das kaum mit ansehen und hoffte inständig das er nicht wieder aufsteht und weiter spielt.
Wie ich ihn kenne wird er aber weiter spielen bis es absolut nicht mehr geht. Ich musste mit dem Kopf schütteln als er tatsächlich aufstand und wieder zur Grundlinie lief. Der muss verrückt sein, er riskiert eine viel schlimmere Verletzung nur weil er unbedingt bis zum Ende spielen muss. Er liegt doch schon hinten, es hat doch gar keinen Sinn mehr. Murray nutzte es natürlich aus und ließ Rafa ein bisschen laufen bis es ihm wohl reichte und er zum Netz lief. Ein paar Sekunden dauerte es bis Murray wohl kapiert hatte das Rafa aufgibt. Gott sei dank hört er auf! Der Abgang von Rafa war filmreif, sein Gesicht war herzzerreißend, ich weiß ja wie gerne er noch weiter gespielt hätte.
Ich konnte kaum noch hinsehen, ich würde ihn ja gerne trösten aber das wird schwierig. Der Tag war dann gelaufen für mich, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Natürlich will ich nicht sehen wie er verliert. Noch schlimmer ist aber das er schon wieder Probleme mit dem Knie hat. Der Traum von der Titelverteidigung hatte ein jähes Ende gefunden. Verständlicherweise war Rafa mehr als nur niedergeschlagen. Wenigstens kommt er so eher nach Hause.
Einen Tag nach dem Spiel saß er schon im Flieger zurück nach Spanien. Bevor er nach Hause kann, muss er nach Barcelona weil er dort immer hinfährt wenn ihn Knieprobleme ärgern. Hoffentlich ist es nichts schlimmes, bis jetzt wusste keiner was los war. Die Medien verbreiteten natürlich gleich wieder Horrormeldungen. Ich wusste auch nichts, Rafa meinte nur er hätte einen Knacks gehört in dem Knie.
Das klang nicht gut, Geräusche sind immer ein schlechtes Zeichen. Kann man bloß hoffen, dass es nichts ernstes ist. Ich machte mir natürlich auch meine Gedanken. In den nächsten Tagen wird er zu Hause bleiben und aller Wahrscheinlichkeit nach kann er das Turnier in Rotterdam nicht spielen. Es ist tragisch weil ich ja nach Rotterdam wollte aber so hatte er plötzlich noch viel mehr Zeit. Ich bin ja noch krank, mindestens eine Woche, vermutlich länger. Mein Arbeitgeber war nicht begeistert darüber das ich mindestens zwei Wochen nicht da bin aber kann man nicht ändern.
Ich fragte vorsichtig nach wie Rafa das finden würde wenn ich vorbei komme. Er meinte dazu nur das ich ihn nicht extra fragen muss ob ich zu ihm kommen darf. Das klang gut, ich vermisste ihn schon, es war ja fast vier Wochen her das wir uns zuletzt gesehen hatten in Abu Dhabi.
Porto Cristo – Januar 2010
Ich packte also meine Sachen und flog mehr oder weniger spontan nach Mallorca. Jetzt hatte ich direkt mal Zeit und würde mindestens eine Woche dort bleiben. Am Dienstag hätte ich nie für möglich gehalten vier Tage später nach Mallorca zu fliegen. Eher hätte ich sowieso nicht fahren können weil Rafa ja erst noch in Barcelona war. Er kommt praktisch auch erst jetzt zu Hause an. Da ich mit einer Hand auch nicht Auto fahren kann, darf Rafa mich auch am Flughafen abholen.
Es war direkt ein Erlebnis als ich in Palma aus dem Terminal kam. Nicht weil ich das noch nie gesehen hatte sondern weil hier schon der Frühling ausgebrochen ist. 14 Grad waren es und zwar Plus, bei mir zu Hause gab es auch 14 Grad aber Minus. Schon erstaunlich was die relativ kurze Entfernung ausmachen kann. Dieses Jahr war der Winter auch besonders extrem, man muss immer Angst haben das man gar nicht weg kommt wenn man wohin fliegen will. Ein paar Zentimeter Schnee und auf sämtlichen Flughäfen geht nichts mehr. Ist gleich viel schöner hier, ich sollte länger als eine Woche hier bleiben.
Ich war schon gespannt als ich mit meinem Koffer zur Bushaltestelle lief. Inzwischen freute ich mich richtig darauf Rafa gleich zu sehen. Er war aber noch nicht da also setzte ich mich hin und wartete. Wegen mir hätte er nicht zum Flughafen kommen müssen, er kam ja selbst erst vor ein paar Stunden hier an und ich wollte nicht das er zwei mal hin und her fährt. Mich hätte es nicht gestört wenn mich jemand anderes abholt aber Rafa wollte es unbedingt so. Trotz der Umstände ist der Gedanke eine Woche hier zu bleiben gut. Ich saß kaum richtig bequem, als ich ein mir bekanntes Auto auf mich zufahren sah. Erst mal blieb ich sitzen und wartete bis er stehen blieb und dann ausstieg.
Ich war schon total nervös und konnte es kaum erwarten. Er lief um das Auto und grinste mich vom einen Ohr zum anderen an. „Hi, wartest du auf jemanden?“ Ich konnte nur lachen, es war zu herrlich ihn endlich wieder zu sehen. Ohne zu antworten stand ich auf und umarmte ihn. „Nicht auf dich aber man muss nehmen was man kriegen kann“ Murmelte ich in seine Schulter und schlang meine Arme um seine Hüften. Das war richtig schön, mir hatte die Nähe zu ihm schon richtig gefehlt. Mein Puls machte wohl eben Überschläge. „Ich habe dich richtig vermisst“ “Ich dich auch! Wenn du nicht auf mich wartest, auf wen dann?“ Er löste sich sowieso von mir das er mich ansehen konnte und schien auf eine Antwort zu warten. „Du kennst ihn nicht“ Meinte ich nur mit einem frechen Grinsen und verfrachtete meinen Koffer in sein Auto.
„Das macht gar nichts, du kannst ihn mir gerne vorstellen“ “No, der bekommt nur einen Schreck wenn er dich sieht“ “Willst du weiter warten oder mit zu mir kommen?“ “Ich denke ich kann auch bei dir zu Hause warten“ “Ich fühle mich geehrt!“ Ich schüttelte lachend mit dem Kopf und stieg ins Auto. „Steigst du immer bei Fremden ins Auto?“ Fragte er kaum das er im Auto saß. Ich griff nach seiner Jacke und zog ihn näher zu mir. „Ich mache noch ganz andere Dinge“ Bevor er antworten konnte, küsste ich ihn spontan, mir war es auch total egal ob es jemand sieht oder nicht. War vielleicht doch kein gute Idee mit dem küssen, ich komme nur nicht mehr los von ihm. „Da bin ich aber gespannt!“ Kam es dann von der Seite mit einem frechen grinsen, das verging ihm aber gleich wieder als er länger auf meine rechte Hand sah. „Sieht ja echt gefährlich aus“ Ich folgte seinem Blick und nickte eifrig mit dem Kopf.
„Das täuscht, es ist nur nervig das ich nix machen kann mit der Hand. Ich darf ja nicht mal Auto fahren. Außerdem ist der Verband nicht gerade ein modischer Knaller. Das Ding sieht aus wie so ein Gelenkschoner zum inline skate fahren“ “Besser als ein Gips, no? Könntest du das nicht theoretisch abmachen? Es sind doch alles Klettverschlüsse“ “Klar könnte ich es abmachen aber dann kriege ich das vielleicht nicht mehr dran. Ich bin schon froh, dass ich nicht die ganze Zeit mit so einer Schlinge um den Hals rumlaufen muss. Ich kam mir echt bescheuert vor damit die letzte Woche“
Ich konnte es noch gar nicht richtig fassen als wir im Auto saßen auf dem Weg nach Porto Cristo. Es fiel mir sehr schwer ihn in Ruhe fahren zu lassen, ich musste ständig zu ihm sehen, es war wie ein Zwang. Das wird richtig gut, zwar will ich nicht das er verletzt ist und nicht spielen kann aber es steht inzwischen fest das er zwei Wochen nicht trainieren wird. Die Verletzung ist nicht so schlimm wie erst befürchtet aber er musste Rotterdam absagen und wahrscheinlich auch noch Dubai.
Das heißt also er kann die nächste Woche mal richtig entspannen, kommt mir sehr gelegen. „Hast du eigentlich die ganze Woche frei?“ “Ich weiß das es sich komisch anhört aber es ist so!“ “Klingt doch ganz gut, da habe ich wenigstens Zeit dir richtig auf die Nerven zu gehen“ “Vielleicht nerve ich dich auch. Wir müssen übrigens noch etwas zu Essen besorgen. Ich gehe mal davon aus das du morgen früh keine Chips oder Pizza zum Frühstück willst“ “Nicht unbedingt“ “Ok, da ich länger nicht hier war, ist absolut nix im Kühlschrank und meine Mutter kann ich nicht einkaufen lassen weil die garantiert das erwischt was ich nicht esse“ Es ging also nicht direkt nach Porto Cristo sondern erst nach Manacor.
Der Vorteil ist das ich mir mehr oder minder aussuchen kann was ich essen will. In Palma gibt es größere Supermärkte aber Rafa wollte wohl seine Ruhe haben, zumindest heute. Ich hatte direkt mal nicht das Gefühl, dass uns alle Leute anstarren wie im Zoo. Rafa geht wohl öfters hier her also schockt es niemanden mehr ihn zu sehen.
Als wir endlich mal in Porto Cristo ankamen, war es schon fast Abends. Viel wird heute nicht mehr werden. Eine Weile war ich ja nicht hier aber es hatte sich nichts verändert. Gut, Rafa war fast genauso lange nicht mehr hier, er war seit Ende Dezember wo er nach Abu Dhabi geflogen ist nicht mehr zu Hause. Ich packte erst mal meinen Koffer aus und lief dann wieder nach unten. Rafa saß ganz entspannt auf der Couch und aß Schokolade. Ich blieb im Türrahmen stehen und stemmte meine Hände in die Hüften. „Was machst du da?“ Fragte ich übertrieben empört.
„Wonach sieht es denn aus?“ Meinte er nur und kaute weiter als wenn nichts wäre. Ich setzte mich neben ihn und aß auch gleich ein Stück, wer weiß wie viel er noch davon isst und ich bin mir nicht so sicher ob er mir was übrig lassen würde. „Darfst du das essen?“ Bohrte ich weiter. Er sah zu mir rüber und rollte nur mit den Augen. „Es sieht doch keiner und du wirst kaum zu Toni rennen und petzen, no?“ “Da kann man nie so sicher sein“ “Du bist echt eine tolle Freundin“ Ich machte es mir bequem und umarmte ihn. Wir könnten ja eigentlich die ganze Woche hier sitzen bleiben, ich musste ja lange genug auf ihn verzichten. “Ich tue was ich kann. Du hättest mich übrigens nicht unbedingt vom Flughafen abholen müssen. Ich meine, wegen mir musst du nicht zweimal am Tag hin und her fahren. Du hättest sicher jemanden dafür einspannen können oder?“ “Klar aber ich wollte dich so schnell wie möglich sehen“ Obwohl er das sicherlich ernst meinte, musste ich lachen.
„Ich fühle mich geehrt“ Er sah absichtlich von mir weg und zog ein breites Lächeln. Ich könnte ihn ewig beobachten wobei ich früher oder später nicht der Versuchung widerstehen könnte überall auf ihm Küsse zu verteilen. „Das wollte ich jetzt nicht hören“ Was wollte er denn hören? Das ich keine Sekunde länger ohne ihn leben könnte? „Ich konnte keinen Moment länger leben ohne dich zu sehen“ Sagte ich in einer sachlichen Tonlage als wenn ich eben etwas aus der Zeitung vorlesen würde. Immerhin sah er mich dann wieder an. „Also das hat mich jetzt sofort überzeugt“ “Willst du mir unterstellen das ich das nicht ernst meine?" “Das hast du gesagt“ Will er mir jetzt eine Steilvorlage liefern, damit ich ihm eine kitschige Liebeserklärung mache? Damit soll er dann schon selbst anfangen.
Klar würde ich ihm sagen das ich ihn liebe aber nur wenn er es vorher zu mir gesagt hat. Leider kam nichts in der Richtung, er stand auf und meinte er wäre gleich zurück. Von wegen gleich zurück, ich dachte schon er ist vor mir geflüchtet weil er gar nicht wieder kam.
Als es mir reichte, stand ich auf und ging nachsehen wo er sich vor mir versteckt. Dachte mir doch gleich das er in der Küche ist. „Willst du mich mit irgendwelchen Kräutertees abfüllen?“ Fragte ich und blieb hinter ihm stehen. Sah zumindest so aus als wenn er wartet bis das Wasser mal kocht. „So nötig habe ich es noch nicht“ Kam es nur ohne das er mich ansah. Da ich mich nicht beherrschen konnte, umschlang ich ihn von hinten und versuchte über seine Schulter zu gucken. „Höre auf!“ Kam es nur halbherzig. „Ich denke gar nicht daran“ “Ich kann mich nicht konzentrieren!“ Sagte er ernst und wieder ohne mich anzusehen. Falls er denkt, dass er mich loswerden kann, täuscht er sich aber ganz gewaltig.
“Musst du auch nicht, der Wasserkocher kocht auch von alleine“ Da er so tat als wäre er ganz beschäftigt, verteilte ich Küsse auf seinem Nacken weil ich wusste das er ausflippen wird. „Amaia!“ Ich fühlte mich überhaupt nicht angesprochen. Die letzten Wochen musste ich lange genug auf ihn verzichten. „Kann ich mich umdrehen ohne das du über mich herfällst?“ Das war eine gute Frage. Er sollte mal nicht so tun als wenn es ihn stören würde und die Frage brachte mich erst recht auf dumme Gedanken. „No“ Meinte ich und verteilte weiter Küsse auf seinem Hals. So langsam könnte ich die Kontrolle über mich verlieren. Zu meinem Erstaunen drehte er sich dann doch zu mir um. Ich sah in seine Augen und musste mich beherrschen nicht aufdringlich zu werden.
Das kribbeln in meinem Bauch hatte mir schon richtig gefehlt und langsam wurde ich auch nervös. Es baute sich eine gefährliche Spannung zwischen uns auf, wohin das führt wusste ich schon. Ich würde ihn am liebsten anspringen und dann alle Klamotten runterreißen. Nach schier endlosen Sekunden kam er langsam näher und küsste mich dann verführerisch. Ich umarmte ihn und zog ihn an mich während ich total die Kontrolle über mich verlor. Um nicht ständig auf Zehenspitzen stehen zu müssen, machte ich es mir auf der Kante vom Küchenschrank bequem. Es war vielleicht zu bequem, ich schlang meine Beine um seine Hüften und zog ihn an mich so nah es ging während ich mit einer Hand seine Frisur zerstörte. Es wurde mir immer wärmer und wo wir sind hatte ich schon sehr bald vergessen, seine leidenschaftlichen Küsse machten mich total wahnsinnig.
Seine Hände waren an meinen Hüften und verschwanden dann unter meinem Top an meinem Rücken. Hilfe, wie hatte mir die Nähe schon gefehlt und vor allem seine schönen warmen Hände! Ich hatte den rechten Arm auf seiner Schulter liegen und zog ihm mit der anderen Hand so weit es ging sein Shirt nach oben. Jeglicher Stoff war absolut zu viel zwischen uns. Mein Herz schlug bis zum Hals als ich ihm sein Shirt auszog und ihn wieder umarmte. Der Anblick war absolut zu viel. Er hatte diesen lüsternen Blick der mich zum ausflippen bringt!
„Das war verrückt“ Murmelte er nach ein paar Minuten in meine Schulter. Ich löste mich etwas von ihm und sah in seine Augen. „Könnte man so sagen“ Sagte ich leise und könnte mich gleich wieder in seinem Blick verlieren. Direkt nachdem wir Sex hatten herrscht immer so eine friedliche und entspannte Stimmung, ich genieße einfach die Nähe zu ihm. Er kam näher küsste mich wieder sanft, der Kuss war aber anders als sonst. Mir lief es wieder kalt den Rücken runter, das waren zu viele Gefühle auf einmal. Ich liebe das total wenn er hauchzarte Küsse auf mir verteilt.
Während ich überlegte, was in ihm vorgeht, fuhr er mit seiner Hand über meine Wange und ließ sie dann unter meinem Kinn. „Ich liebe dich“ Kam es plötzlich leise. In der nächsten Sekunde saß ich sicher mit offenem Mund da. Ein paar Sekunden brauchte ich um zu realisieren was er gerade gesagt hat. Oh mein Gott, er hat gesagt das er mich liebt! Ich musste ganz ruhig Luft holen um nicht auszuflippen. Und ich dachte schon er sagt das nie. Ganz vorsichtig zog ich ein lächeln. „Was?“ Fragte ich obwohl ich ihn verstanden hatte, ich wollte es nur nochmal hören.
„Ich liebe dich Amaia“ Wiederholte er nochmal mit einem breiten Lächeln und sah mich gespannt an. Es klang zu gut, kann er es nicht gleich nochmal sagen? Ok, ich wollte ihn nicht unnötig lange auf die Folter spannen. „Ich liebe dich auch“ Antwortete ich dann mit einem breiten Lächeln und umarmte ihn wieder. Der Moment war eben zu schön um wahr zu sein, ich war überglücklich und könnte die ganze Welt umarmen. Von mir aus bleiben wir die ganze Nacht in der Küche, ich lasse ihn nur sehr ungern wieder los. „Ich dachte schon du sagst das nie!“ Meinte ich nach ein paar Minuten und musste kichern. „Ich wollte dich nicht dazu drängen“ “Das tust du nicht. Ich wäre nie seit zwei Monaten mit dir zusammen wenn ich dich nicht lieben würde“ “Klingt zu gut um wahr zu sein“ “Es ist wahr“ Kurz sah er an mir nach unten und dann wieder in mein Gesicht.
„Wir sollten duschen gehen“ “Du kannst mir helfen“ Meinte ich gleich mit einem frechen grinsen. „Wobei?“ Fragte er übertrieben unschuldig zurück und sah mich dazu auch noch so unwissend an. Er hat es wirklich drauf den Ahnungslosen zu mimen. Ich hielt meinen rechten Arm hoch und rollte mit den Augen. „Nicht das was du denkst, es lässt sich schwierig duschen mit einer Hand weil ich den rechten Arm nach oben halten muss damit er nicht nass wird“ “Ich helfe dir doch gerne. Hat vielleicht doch was gutes das du das Ding nicht abmachen kannst“ Ich verkniff mir einen anzüglichen Kommentar und rollte nur mit den Augen.
Das meinte ich ernst mit dem duschen. Die scheinbar einfachsten Dinge werden zur Herausforderung mit einer Hand. Ich hatte zwar viel Zeit die letzte Woche aber es war trotzdem umständlich und ich kann schlecht meine Mutter fragen ob sie mir beim duschen hilft, dass wäre mir zu peinlich. Rafa musste ich nicht zweimal bitten, das war mir schon vorher klar. Vielleicht hat er ja gedacht ich würde das nur als Vorwand nutzen weil ich unter der Dusche über ihn herfallen will.
Wollte ich wirklich nicht, es blieb auch beim duschen. Ich wickelte dann ein großes Handtuch um mich und ließ mich direkt ins Bett fallen. Rafa erschien ein paar Sekunden später mit einem Handtuch um die Hüften gewickelt und verschwand auf der anderen Seite im Bett. Ich sah zu ihm rüber und konnte nicht anders als vom einen Ohr zum anderen zu lächeln. „Was ist?“ Fragte er neugierig. Er hatte doch nicht schon wieder Angst das ich es auf ihn abgesehen habe oder? Ich drehte mich auf die Seite und rückte so nah es ging an ihn. „Ich bin total glücklich“ Sein dreistes grinsen deutete schon die entsprechende Antwort an.
„Das will ich hoffen nachdem du praktisch in der Küche über mich hergefallen bist“ “Jetzt tue nicht so als wäre das etwas schlimmes!“ “Tue ich auch nicht, ich war nur etwas überrascht. Wobei ich nicht behaupten will das ich gar nichts unternommen hätte wenn du nicht angefangen hättest“ “Hat sich eben ergeben, wir haben uns ja eine Weile nicht gesehen.“ “Mhh, das klingt als hätten wir uns ein halbes Jahr nicht gesehen, es waren knapp drei Wochen“ “War schon viel zu lange aber wenn du anderer Meinung bist, können wir auch schlafen und müssen nicht diskutieren“
Ich hatte den Satz kaum zu Ende gesprochen, als das Licht ausging. „Bueno, schlafen wir“ Dauert bestimmt noch eine Weile bis ich schlafe, ich war viel zu aufgekratzt. Ist doch verrückt, vorhin dachte ich noch darüber nach und ein paar Minuten später sagt er es auch. Er hatte wohl einen schwachen Moment vorhin aber das ging mir nicht anders.
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