18 March 2010

Chapter 36

Mit gemütlichem Ausschlafen wurde es dann nichts am nächsten Tag. Wenn es nach mir gegangen wäre schon aber Rafa sah das wohl anders. Normalerweise steht er auf und lässt mich in Ruhe schlafen, nicht so an diesem Tag. Erst weckt er mich und dann bleibt er liegen, da hätte ich doch auch noch schlafen können. Noch dazu lag ich total unbequem auf der rechten Seite. Die Hand war immer im Weg und wenn ich drauf liege tut es weh. „Warum lässt du mich nicht schlafen?“ Fragte ich leise und drehte mich auf den Rücken. Da keine Antwort kam, gähnte ich erst mal und sah dann noch etwas verschlafen neben mich. Rafa strahlte mich vom einen Ohr zum anderen an, er sah aus als hätte er eben Wimbledon gewonnen, dass machte mir Angst! War vielleicht alles etwas viel gestern Abend wobei ich froh bin, dass es endlich mal raus ist. Ein paar Minuten brauche ich um munter zu werden daher freute ich mich nicht gleich übertrieben weil er mich so anstrahlte.
„Was ist?“ Fragte ich weiter und machte ein zerknirschtes Gesicht. „Nada, darf ich keine gute Laune haben?“ Ich drehte mich wieder auf die Seite und legte den rechten Arm über seinen Bauch. Wenn ich so darüber nachdenke, wir könnten auch den ganzen Tag im Bett bleiben. „Nicht um diese Uhrzeit“ Knurrte ich leise und schloss meine Augen wieder. “Ist doch gleich um sieben“ Hatte ich mich eben verhört? Um sieben?! Das ist ja noch mitten in der Nacht! Ich hob kurz meinen Kopf und sah zum Fenster, es ist hell draußen also muss es später als um sieben sein. „Du spinnst!“ “War Spaß, es ist gleich um neun“ Da er höchstwahrscheinlich keine Ruhe gibt, wird das nichts mit weiterschlafen, wo es doch eben so bequem war. „Liegt heute etwas an?“ Fragte ich neugierig da ich nicht wusste ob er den ganzen Tag Zeit hat. „No, nur das Finale der Australian Open“
Ach stimmt, da hatte ich nicht dran gedacht. Roger Federer spielt heute gegen Andy Murray im Finale. Erst dachte ich er ist gefrustet weil er nicht spielen kann, dass passt aber nicht zu seiner Laune. Er ist ein bisschen zu gut gelaunt. „Willst du es sehen?“ “Muss ich nicht, ich meine wenn du irgendwohin willst, macht es nichts“ “Wie du meinst“ Ich schlug meine Augen wieder auf und zog ein breites Lächeln. „Ich dachte schon du bist jetzt total frustriert weil du nicht spielen kannst“ “Klar ärgert es mich und ich würde lieber spielen aber es geht nun mal nicht. Stehen wir auf?“ “No“ Antworte ich nur und blieb liegen. Rafa ist immer so schön warm, es war zu bequem, kein Wunder das ich nicht aufstehen will.

Bis wir mit frühstücken fertig waren, war es nach um zehn und wir waren immer noch unschlüssig was wir anstellen sollen mit dem Tag. Rafa schien aber schnell eine Beschäftigung gefunden zu haben. Ich war kaum mal für ein paar Minuten oben und kam wieder nach unten, saß er ja doch vor dem Fernseher. Ich musste es gar nicht sehen weil ich auch so wusste was er guckt. „Ich denke du willst nicht gucken?“ “Hat sich ergeben“ Meinte er nur mit einem ernsten Gesicht und zuckte mit den Schultern. Ich setzte mich neben ihn und sah auf den TV. Es hatte wohl erst begonnen da der erste Satz noch lief. „Was glaubst du wer gewinnt?“ Einen Moment war ich überrascht über die Frage.
„Ich glaube Federer in vier Sätzen. Es ist ein Grand Slam Finale und im Zweifelsfall gewinnt ja immer Federer“ Das war mehr geraten als gewusst. Die Medien räumten auch Murray Chancen auf den Sieg ein und ich kenne beide nicht besonders genau. Von Federer wusste ich aber immerhin das er alles gewinnt wenn Rafa ihn nicht davon abhält. “Warum nicht Murray?“ “Der hat nicht die Nerven für einen Sieg“ Oh weia, ich höre mich wohl eben wie ein Tennisprofi an! “Mhh könnte stimmen, wenn er gewinnt dann in fünf Sätzen. Das Federer sich das in drei Sätzen aus der Hand nehmen lässt glaube ich nicht auch wenn Murray wirklich gut gespielt hat die letzten beiden Wochen“ Die nächsten Minuten sagte niemand was und wir verfolgten das Spiel. Spannend war es nicht gerade, Federer machte ohne scheinbare Anstrengung den ersten Satz perfekt.
„Vor einer Woche hätte ich nicht für möglich gehalten das Finale hier zu gucken“ Ich sah aus dem Augenwinkel zu ihm rüber und kaute vorsichtig auf meiner Unterlippe. Rafa ist es nicht egal, ich kann es ihm schon ansehen auch wenn er etwas anderes sagt. „Ich hätte vor einer Woche auch nicht gedacht das ich so blöd bin und vor dem Haus ausrutsche“ Wenigstens lächelte er wieder wenn auch nur zaghaft. „Das kann doch jedem passieren“ “Schon aber ich dachte nie das es mir passieren würde“ “Kannst du da überhaupt schreiben mit dem Verband?“ “Natürlich nicht aber ich habe ja noch die linke Hand. Es wissen nicht viele Leute das ich auch mit links schreiben kann. Ich bin zwar Linkshänder aber ich schreibe fast nur rechts, im Notfall geht es aber auch mit links“ “Es sieht schon grausam aus wenn du eine Schere in der linken Hand hast“ Rafa ist nicht der einzige, meine Eltern bekommen da auch immer Angst. Die glauben wohl alle ich bin zu blöd mit links zu schneiden. „Sehr freundlich“ Meinte ich nur mit einem Augenrollen.
“Das muss ein Wink sein das mir erst das mit dem Knie passiert und du dann noch ausrutschst“ “Ich hätte zwar lieber auf den nervigen Verband verzichtet aber wenigstens sehen wir uns, besser als gar nichts“ “Wenn du hier bist kann ich sowieso keine schlechte Laune haben. Ich weiß ja das ich es nicht ändern kann daher bringt es nichts Frust zu schieben. Ist am Ende doch nur ein Spiel. Die Verletzung an sich ist zwar blöd aber das ist nicht das Schlimmste. Der Zeitpunkt ist das Problem. Ich bereite mich wochenlang auf die Saison vor und beim ersten großen Turnier dann so was. Ich spiele wahrscheinlich erst im März wieder, so hatte ich mir das alles nicht vorgestellt“ “Ich kann nachvollziehen, das dich das nicht sonderlich freut, mir wäre es auch lieber wenn du spielen könntest auch wenn ich dann jetzt nicht hier wäre“ Sein Lächeln wurde langsam breiter, ich dachte schon er trauert jetzt doch dem Spiel nach.
“Zum Glück bist du hier. Vor dir lasse ich mich am liebsten ablenken“ Ich musste lachen und legte meinen Kopf an seine Schulter. „Ich tue was ich kann“ “Dürfte dir nicht schwer fallen mich abzulenken“ “Nicht wirklich“ “Gehen wir heute Mittag essen?“ Wenn er schon so fragt, lasse ich mich nicht lange bitten. “Von mir aus“ Ich hatte erst die Befürchtung, dass es ein spätes Essen werden könnte wenn Rafa das Spiel zu Ende gucken will aber meine Sorge war unbegründet. Es konnte ja auch keiner ahnen, dass Federer locker in drei Sätzen gewinnt. Murray war total vor der Rolle, der spielte wie ein Anfänger, waren wohl doch die Nerven. Mir kam es gelegen da wir so eher los konnten. „Das ging ja fix“ Meinte ich nach dem doch frühen Ende. „Kannst du laut sagen. Drei Sätze sind nicht gerade eine Glanzleistung für ein Finale“ “Da siehst du was passiert wenn du nicht spielst, ist total langweilig“

Weit fahren mussten wir auch nicht, das Restaurant von seinem Onkel war nur ein paar Kilometer weg. Das Wetter kam mir auch gelegen, die Sonne schien und es war eigentlich wie im Frühling. Ich konnte mich gar nicht daran gewöhnen das hier schon alles blüht, bei mir zu Hause fängt das erst im April an und nicht Ende Januar. Zumindest muss ich Fotos machen. Mein Vater wird schön jammern wenn er erfährt wie warm es hier schon ist. Rafa rollte zwar schon mit den Augen wenn er wieder mal anhalten musste damit ich Bilder machen kann aber es ist mir egal, da muss er jetzt durch. Er blieb im Auto sitzen und tat als wenn er nichts damit zu tun hätte. „Willst du jetzt jeden Mandelbaum einzeln fotografieren?“ Fragte er kaum das ich wieder im Auto saß.
„Sei nicht so unromantisch, das sieht doch total schön aus alles“ “Sí aber ich bin es gewohnt. Wo soll ich hinfahren?“ Er konnte das richtig gut das er so tut als wenn er total genervt wäre dabei weiß ich genau das er nur so tut. “Formentor“ Er sah mich streng an aber ich musste trotzdem kichern. „Vergiss es gleich wieder!“ “War Spaß“ Da er immer noch so einen unbeteiligten Eindruck machte, lehnte ich mich zu ihm rüber und küsste ihn kurz. „Fahre irgendwo hin wo wir unsere Ruhe haben“ Sein Gesicht war so köstlich, ich hätte schreien können vor lachen. „Klingt schon viel interessanter“ Kam es gleich mit einem verräterischen grinsen. „Wusste ich doch!“ “Dazu brauchen wir aber nicht weit fahren, ich meine hier ist weit und breit kein Haus in der Nähe. Nur 100.000 Mandelbäume“ Ich sah kurz aus dem Auto und musste dann wieder kichern. „Das Gras ist nass“ “Das stört mich nicht, wir müssen ja nicht liegen“ Kam es direkt zurück. Inzwischen konnte ich mich kaum noch beherrschen vor lachen und schüttelte dabei mit dem Kopf.
„Du bist echt unmöglich!“ “Wer hat denn angefangen? Ich nicht!“ Ich sah von ihm weg und versuchte mich zu beruhigen, es gelang mir nur nicht. Leider kreiste mir der Satz mit dem Gras im Kopf rum. Wie stellt er sich das vor wenn er meint wir müssten nicht liegen? Wenn ich das jetzt frage, wird er aber nur noch direkter werden, fürchte ich zumindest. „Wie soll das gehen ohne zu liegen?“ Fragte ich dann mit einem ernsten Gesicht. Wie schon erwartet, lachte er noch mehr als vorhin schon. „Da mache dir mal kein Sorgen, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“ Da hätte ich mir aber eine andere Antwort erhofft. „Wir können uns ja für heute Abend noch etwas aufheben“ Meinte ich dazu mit einem Kopfnicken. Rafa lehnte sich näher zu mir und küsste mich kurz am Hals. Ich wollte ihn von mir fern halten aber es ging nicht da er mich umarmte. Dachte ich wirklich das er aufgibt? Er verteilte kleine Küsse meinen Hals entlang und knabberte dann an meinem Ohrläppchen. Ich schnappte nur nach Luft und versuchte nicht die Kontrolle über mich zu verlieren, ein wenig warm wurde es mir schon. Wir sind hier definitiv am falschen Ort. Eigentlich dachte ich es ist alles nur Spaß aber da bin ich mir nicht mehr so sicher. „Und wenn ich keine Lust habe zu warten?“ Flüsterte er dann in mein Ohr. Es fiel mir sehr schwer ihn abblitzen zu lassen, ich könnte mir auch was anderes vorstellen.
Ich antwortete nichts da ich schon genug damit beschäftigt war nicht weiter darauf einzusteigen. Sicher erhoffte er sich eine andere Antwort, da er sich langsam von meinem Ohr zu meinen Lippen küsste. Ich konnte gar nicht anders als seine Küsse zu erwidern, ist doch egal wo wir eben sind. Spätestens jetzt musste ich ihn bremsen da ich sonst nicht mehr no sagen kann. Nur sehr ungern drückte ich ihn von mir weg und holte erst mal tief Luft damit ich wieder klar denken kann. „Höre auf!“ Sagte ich dann ernst und sah in seine Augen. An seinem Blick sah ich schon, dass er nicht hören wollte das er aufhören soll. Wenn er mich mit leicht geöffneten Lippen und so einem gierigen Blick ansieht, würde ich am liebsten sofort über ihn herfallen. Ein paar Sekunden musterten wir uns gegenseitig ohne etwas zu sagen. Die Spannung zwischen uns war fast zum greifen, ich liebe es wenn es so knistert. Plötzlich löste er sich ganz von mir und stieg aus. Ich sah ihm nach und atmete erst mal tief durch bevor ich auch ausstieg. Da Rafa sich mit dem Rücken gegen das Auto lehnte, lief ich auf die andere Seite und blieb vor ihm stehen. Er sah mich erst an und dann auf den Boden. Ich nahm seine Hand in meine und da er mich nicht ansah, umarmte ich ihn dann. Immerhin erwiderte er die Umarmung.
„Ich will dich nicht ärgern, sondern dir nur einen peinlichen Skandal ersparen“ “Ich weiß“ Antwortete er direkt. Ich löste mich etwas von ihm das ich in sein Gesicht sehen konnte und lächelte ihn vom einen Ohr zum anderen an. „Ich liebe dich zwar aber ich will das Ergebnis davon nicht unbedingt in der Zeitung sehen“ Innerhalb von Sekunden erschien sein berühmtes Lächeln wieder. „Es tut mir leid, dass ich die Kontrolle über mich verliere wenn ich dich sehe“ “Das muss dir nicht leid tun“ “Was hältst du davon wenn wir den Ausflug auf dem Wasser fortsetzen?“ Mein grinsen wurde bestimmt wieder unverschämt. “Du suchst nur einen fadenscheinigen Vorwand um mit mir alleine zu sein“ Im nächsten Moment lachte er laut und sah von mir weg. „No, ich meine es ernst“ “Ich auch“ “Wir können ja meinen Vater fragen ob er mitkommt wenn du Angst davor hast mit mir alleine zu sein“
Also wenn ich so überlege ziehe ich es dann doch vor mit Rafa alleine zu sein. “Mit dir werde ich schon fertig“ “Denkst du zumindest“ Ich löste mich von ihm und lief um das Auto. „Wir werden sehen“ Meinte ich mit einem vielsagenden grinsen und stieg ein.

Ich war zwar erst auf einen Ausflug mit dem Auto aus gewesen aber gut, fahren wir eben eine Runde mit dem Boot. Wir fuhren zurück zu seinem Haus und zogen etwas Wärmeres an und dann zum Hafen. Wirklich kalt war es nicht heute aber auf dem Meer weht immer ein kühles Lüftchen. Ich war schon gespannt was Rafa sich unter einem Boot vorstellt, hoffentlich nicht wieder einen Jet ski. Während Rafa die Schlüssel organisierte und den Papierkram erledigte, sah ich mich an den Anlegestellen um und versuchte das Gefährt ausfindig zu machen. Kaum zehn Minuten später waren wir schon fast auf dem offenen Meer.
Der Hafen war ja in einer Bucht und die letzten Häuser oder besser gesagt Villen zogen eben vorbei. Eigentlich müsste auch gleich das Haus von Rafa zu sehen sein, bin schon gespannt wie es vom Meer aus gesehen aussieht. Kaum hatte ich zu Ende gedacht, tauchte es auch schon auf. „Dein Haus“ Meinte ich nur und musste darüber lachen. „Das ist die einzige Seite wo man reinsehen kann“ “Hast du ein Fernglas hier irgendwo?“ Er kramte kurz in einer großen Kiste und gab mir dann das Fernglas. Ich versuchte das Haus zu erwischen was gar nicht so leicht war wegen dem Wellengang. Man kann zwar die Seite sehen die man von der Straße aus nicht sieht aber man sieht trotzdem nichts, es ist ja alles Steilküste und man kann von Meereshöhe aus nichts sehen, nur die obere Etage und da waren alle Rollläden unten wegen der Sonne.
„Man sieht ja gar nix“ “Ich weiß, die Architekten haben gute Arbeit geleistet“ Ich legte das Fernglas wieder weg und sah nach vorn. „Wo fahren wir eigentlich hin?“ Fragte ich rein aus Interesse. „Nach Algerien“ Meine Augen wurden sicher immer größer. Ist er verrückt? „War Spaß“ Kam es gleich noch mit einem amüsierten Lächeln. „Sehr komisch!“ “Ich dachte nur eben an deine abstruse Geschichte als wir mit dem Jet ski gefahren sind. Ich meine die mit dem kaputten Motor und das wir in Algerien stranden“ “Immer lache!“ “Spätestens da war ich überzeugt das du verrückt bist“ “Das denke ich schon lange von dir“ Antwortete ich nur und war mir ziemlich sicher, dass er eine andere Antwort hören wollte. „Seit wann denn genau?“ Fragte er nach. „Schon bevor ich dich persönlich kannte, es reicht aus dich im TV zu sehen“ “Ich werfe dich gleich über Bord“ “Ich kann es kaum erwarten“

Nach ein paar Minuten blieben wir stehen und Rafa packte doch allen Ernstes eine Angel aus. Das hätte ich mir auch gleich denken können! Glaubt er etwa einen Fisch fangen zu können? Was mache ich denn derweil? In der Sonne liegen? Wie schade das das Wasser noch so kalt ist und man nicht baden gehen kann wobei ich das sowieso nicht könnte mit dem Verband. Erst sagte ich nix aber ich blieb neben Rafa stehen und sah ihm skeptisch zu wie er den Köder ins Wasser warf.
„Haben wir heute Abend nichts zu essen wenn du nichts fängst?“ “Könnte passieren“ “Nimm‘ es nicht persönlich aber ist das nicht langweilig?“ “No, ist richtig schön hier mal alleine zu sein. Hier ist kein Handyempfang und ich kann mal richtig entspannen. Im Sommer mache ich das öfters wenn ich mal hier bin und auf andere Gedanken kommen will. Manchmal bin ich froh wenn ich nichts von Tennis höre und sehe“ “Kann ich nachvollziehen“ “Ist es dir jetzt schon langweilig?“ Wieso fragt er noch? Klar ist es langweilig immer auf die gleiche Stelle zu starren aber das kann ich ja jetzt schlecht sagen also muss ich eben das Thema wechseln.
“No, das war nur eine Frage. Du willst doch nicht bis zum Sonnenuntergang hier bleiben oder?“ “Mal sehen“ Eigentlich war es doch ganz schön, es war so schön ruhig. Man hat tatsächlich das Gefühl das man flüchten könnte. Einfach immer geradeaus fahren bis sämtliche Landmassen am Horizont verschwinden und ringsum nur noch das Meer ist. Man kommt sich ein bisschen verloren vor, wie ein Sandkorn in der Wüste. Vielleicht ist das ja der Grund das Rafa noch nicht abgehoben ist bei der ganzen Aufmerksamkeit die er bekommt. Ich wünschte ich könnte auch einfach so mal flüchten wenn mir danach ist, bei mir zu Hause geht das aber schlecht. Die entspannte Stimmung verflog aber gleich als ich in meiner Tasche nach einem Taschentuch suchte und dabei zufällig auf mein Handy sah. Meinte Rafa nicht vorhin hier wäre kein Empfang?
Dann ist mein Handy wohl eine Ausnahme oder wie soll sonst die sms hier her kommen? „Mein Handy hat Empfang!“ “Dann sind wir nicht weit genug weg“ Ich ging in den Posteingang um zu sehen wer mich jetzt schon wieder behelligt. In der nächsten Sekunde blieb mir die Luft weg. Es ist mal wieder Sara!

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