8 October 2010

Chapter 65

Mir schien es als würde ich schon eine Ewigkeit im Dunkeln im Flur sitzen dabei waren es wahrscheinlich nur wenige Minuten. Ich bin aber so ungeduldig und außerdem bin ich schrecklich neugierig und kann es kaum erwarten. Nachdem ich erst nicht so richtig begeistert war von der Idee, war ich jetzt doch gespannt. „Bin wieder da“ Kam es plötzlich ganz begeistert. Na endlich! Ich dachte schon er lässt mich die halbe Nacht hier sitzen! Ich sprang auf und wollte gleich losgehen wohin auch immer. „Zum Glück, ich dachte schon du hast mich vergessen“ “Natürlich nicht, ich habe mich auch extra beeilt weil ich weiß das du es nicht abwarten kannst“
Da musste ich doch lachen und dachte so das er mich ja besser zu kennen scheint als ich vermutet habe. „Wo gehen wir hin?“ Fragte ich dann doch da ich nicht anders konnte. “Jetzt warte doch mal ab!“ Ok, ich gab es auf. Ich lief dann langsam los, Rafa hinter mir und seine Hände waren auf meinen Schultern da ich ja nicht weiß wo ich hinlaufen soll. Ich wartete eigentlich nur darauf, dass er sagt das wir nach oben gehen aber es kam nichts, die Richtung stimmte auch nicht. „Gehen wir nach oben?“ Fragte ich dann einfach während ich mit den Händen nach Hindernissen vor mir tastete. „No, wir bleiben hier“ Ich nahm dann einen leichten Lufthauch wahr, ich glaube wir sind nicht mehr im Haus sondern auf der Terrasse, mysteriöse Sache. Langsam machte das Spaß mit dem umherlaufen mit verbundenen Augen aber er deutete mir dann an das ich stehen bleiben soll. Ich hätte mir ab liebsten den Schal von den Augen gerissen aber ich dachte das ich sowieso gleich was sehen kann und wartete. Rafa stand ja noch hinter mir und er löste schon mal den Knoten von dem Schal. „Es ist nichts Besonderes, mir kam nur vorhin so spontan die Idee dazu“ Ein paar Augenblicke später fiel der Schal von meinen Augen.
Ich sah mich kurz um und staunte erstmal. Sowas hatte ich auch noch nicht gesehen. Es war alles Dunkel, die einzige Beleuchtung war der Pool und unzählige Kerzen die ringsum verteilt waren. Ich bin nicht so übertrieben auf Romantik aus aber es sah wirklich gut aus. Auf die Idee hätte ich doch auch selbst kommen können. Ist er wirklich von ganz alleine darauf gekommen? Ich drehte mich zu ihm um und zog ein breites Lächeln. „Das sieht wirklich gut aus“ Eigentlich dachte ich er freut sich aber etwas skeptisch sah er mich schon an. „Es ist ein bisschen kitschig, no?“ Ich musste kichern und umarmte ihn. „Ein wenig aber es ist trotzdem schön“ “Ich dachte schon es gefällt dir vielleicht nicht“ “Klar gefällt es mir!“ Ich dachte schon er sieht mich jetzt die ganze Zeit so skeptisch an aber sein Lächeln erschien dann doch noch. Wir machten es uns auf der Couch zusammen bequem. Neben dem Pool ist ja so eine überdachte Sitzecke und dort kann man den ganzen Tag faul sein und die Aussicht genießen. Im Dunkeln hat es aber auch was, es war total ruhig und noch richtig warm. Auf dem Tisch standen auch Kerzen, das war mir vorhin entgangen.
Wenn ich es nicht wüsste, würde ich denken das er mich mit Wein abfüllen will weil wir vorhin auch welchen getrunken haben aber er konnte nicht so viel Alkohol trinken weil er hier her zurück fahren musste. Ich könnte richtig sentimental werden wenn ich mich hier umsehe. Vor einer Woche nach dem Wimbledon Finale war noch das totale Chaos und alle haben sich um Rafa geschlagen und jetzt sitzen wir hier völlig entspannt und alleine. Mir ist es lieber wenn wir alleine sind und ich Rafa nicht mit einem Tennisstadion voll Menschen teilen muss. „Hast du dir den Wimbledon Pokal mal aus der Nähe angesehen?“ Ich hob meinen Kopf etwas das ich in sein Gesicht sehen konnte und zog ein breites Lächeln. „Natürlich, obwohl du ja schon einen hattest aber man kann nie genug davon haben“ „Dachte ich mir auch und wollte den unbedingt gewinnen“ Ich betrachtete Rafa eine Weile und musste mich beherrschen nichts Unanständiges zu tun.
Es war alles in ein warmes Licht getaucht durch die Kerzen und wenn Rafa mich so anstrahlt, werde ich immer nervös. Am liebsten würde ich ihn küssen aber ich könnte dann nicht mehr aufhören damit. Ich musste mich schon vorhin als wir im Restaurant waren beherrschen weil er unverschämt gut aussieht in schwarz. Jetzt ist es aber egal weil wir alleine sind also küsste ich ihn doch. Etwas überrascht war er wohl schon anfangs aber das gab sich recht schnell. Mit dem aufhören war das so eine Sache, es ging nicht. Es drehte sich langsam alles in meinem Kopf und warm wurde es mir auch.
Es war alles zu aufregend und ich hatte mich nicht wirklich unter Kontrolle. Ein bisschen mehr wollte ich schon von ihm und er hat so viel an aber das werde ich gleich ändern. Ich zog ihm erst nur sein Hemd aus und küsste mich langsam zu seinem Bauchnabel nach unten. Es kribbelte mir regelrecht in den Fingern weil es mir irgendwie alles zu lange dauert. Vielleicht würde es helfen wenn ich mal ganz tief Luft hole? Gut Idee, da kam ich wieder etwas zu Sinnen. Ich sah langsam an Rafa nach unten und schluckte kräftig. Er lag längs auf der Couch und sah mich gespannt an. Zwar hatte er noch seine Jeans an aber nichts weiter, der Anblick ist der heimliche Traum einer jeden Frau. Zu sagen, dass mir bei dem Anblick das Wasser im Mund zusammen läuft, wäre untertrieben.
Ich konnte nicht anders und küsste ihn wieder während ich mit den Händen den Verschluss seiner Jeans öffnete. „Was soll das werden?“ Kam es dann tatsächlich. Ich sah nach oben in sein Gesicht und grinste ihn nur breit an. „So schwer kann es nicht zu erraten sein oder?“ Wieso fragt er jetzt so und warum tut er so scheinheilig? „Ich würde mal sagen du willst mich ausziehen“ Ich rollte nur mit den Augen und musste mir ein Lachen verkneifen. „Du merkst auch alles! Höre auf solche Fragen zu stellen weil ich sonst gehe und du dich mit dir selbst beschäftigen kannst“ “Das kannst du nicht machen!“ Kam es gleich mit weit aufgerissenen Augen. Bekam er jetzt doch Angst, dass ich gehen könnte? Ich lehnte mich wieder zu ihm und küsste ihn verführerisch. „Was denkst du was ich alles machen kann“

Ich sah kurz um mich als ich wieder klar denken konnte, wir lagen noch auf der Couch direkt neben dem Pool. Mir war es aber total egal gewesen wo wir sind solange ich von ihm kriege was ich will. Es war mehr als nur gut, ich bin ja sicher nicht sexsüchtig oder sowas aber es fehlt mir schon wenn wir uns länger nicht sehen können. Umso schöner ist die Aussicht, dass wir die nächsten zwei Wochen hier sind. Ich hob meinen Kopf etwas und sah in sein Gesicht. Seine Hand wandert zwar langsam meinen Rücken auf und ab aber er lag so entspannt da das man denken könnte er schläft.
Das würde ich jetzt auch gerne tun aber mir ließen die Kerzen keine Ruhe. Die brennen zwar runter und gehen dann von selbst aus aber das lässt mir trotzdem keine Ruhe. Zwar habe ich keine Lust nochmal aufzustehen aber einer muss es ja machen und Rafa sieht nicht so aus als wenn er Lust hätte dazu. Ich setzte mich hin und griff nach einer Decke die über den Sessel hing. Es könnte etwas frisch werden ohne Decke und Rafa scheint ja hier liegen zu bleiben wie es scheint. Ich deckte ihn zu und stand dann auf. Eigentlich wollte ich ja die Kerzen auspusten aber es war interessanter Rafa zu beobachten wie er auf der Couch liegt. Am liebsten würde ich mich gleich wieder neben ihn legen aber das kann ich ja später noch tun also machte ich mich auf den Weg zu den Kerzen.
Es wurde dunkler und dunkler mit jeder Kerze die ich auspustete. Zum Schluss schaltete ich noch die Beleuchtung vom Pool aus und dann sah ich so gut wie gar nichts mehr. Zur Straße hin waren ja hohe Hecken also schien überhaupt gar kein Licht mehr rein. Jetzt konnte man endlich mal die Sterne sehen. Das geht ja kaum bei mir zu Hause wegen der Beleuchtung überall aber hier kann man in aller Ruhe Sterne beobachten. Da werde ich nur wieder sentimental. Leider wurde es ein bisschen frisch, ich sollte vielleicht etwas anziehen wenn ich länger hier stehe.
Mir kam dann auch so in den Kopf das ich ja auch ins Haus gehen könnte und mich bequem ins Bett liege aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Rafa nicht mehr aufsteht. Na schön, dann bleiben wir eben draußen, die eine Nacht wird das schon gehen. Ich lief zurück zur Couch und drängelte etwas damit er Platz macht. Zwar umarmte er mich aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht mehr wach ist. „Schläfst du?“ Fragte ich leise und versuchte ihn anzusehen. Es kam gar keine Reaktion also schläft er doch. Ich machte es mir bequem soweit das ging und schloss auch meine Augen.

Ein lautes Knallen beendete dann jäh die Nacht. Ich wurde erst unruhig und wollte mich auf die andere Seite drehen aber ich merkte ziemlich schnell, dass ich nicht im Bett liege. Und wieso ist es so hell und warm in meinem Gesicht? Ich blinzelte mit einem Auge und mir schien voll die Sonne ins Gesicht außerdem tat mir der Nacken weh weil Rafa seinen Arm darunter liegen hatte. Ich setzte mich mühselig hin und kniff die Augen zu weil mit die Sonne blendete. Ich wusste das die Idee mit dem schlafen direkt neben dem Pool bedeutet, dass die Nacht früh zu Ende ist. Zwar ist die Sitzecke überdacht aber die Sonne ging direkt über dem Meer auf und stand noch entsprechend tief.
Eigentlich ist das ja schön den Sonnenaufgang über dem Meer zu sehen aber ich hätte lieber noch geschlafen. Kurz sah ich nach hinten, Rafa machte sich gar nichts aus lauten Geräuschen und direkter Sonneneinstrahlung, der schlief als wenn nichts wäre! Ich stand auf und verzog mich erstmal ins Haus, duschen und etwas anziehen. Das es noch recht früh ist hatte ich mir schon gedacht aber es war tatsächlich erst kurz nach um sieben! Ist jetzt aber auch egal, nun bin ich munter. Es war nicht wirklich geplant, dass wir sozusagen unter freiem Himmel übernachten aber der Abend hatte sich ja doch noch gelohnt! Ich machte mir schon immer mal einen Kaffee und sah ab und zu mal nach draußen aber es blieb alles ruhig. Rafa hatte sich inzwischen umgedreht und es war so gut wie nichts zu sehen von ihm, ich sah nur ein Haarbüschel aus der blauen Decke rausgucken.
Mit dem Kaffee und einer Tasse heiße Schokolade lief ich wieder raus und stellte die Tassen auf den Tisch bevor ich mich hinsetzte. Wenn er nicht aufwacht, wecke ich ihn eben. Ich schob die Decke etwas nach unten und küsste ihn auf die Schulter, mit eher mäßigem Erfolg. Die Welt könnte untergehen und Rafa würde nichts davon merken. Ich versuchte mit einer Hand seine Frisur zu retten und verteilte nebenbei weiter Küsse auf ihm. „Hey, aufwachen“ Flüsterte ich in sein Ohr und ließ nicht locker. Immerhin gab er ein Lebenszeichen von sich indem er sich auf den Rücken drehte und sich eine Hand vor die Augen hielt. Ja, so ist das wenn einen die Sonne blendet! Noch ziemlich verschlafen sah er erst auf den Tisch und dann zu mir. Ich konnte mir ein breites Lächeln nicht verkneifen, er sah zu herrlich aus. „Ich dachte schon du wachst nie auf!“ Sagte ich ganz begeistert und strahlte ihn an. „Wie spät ist es?“ Fragte er leise und gähnte dann erstmal. „Inzwischen fast halb acht. Ich weiß nicht ob es dein Plan war hier zu schlafen aber ich kann’s auch nicht ändern, dass die Sonne so früh aufgeht“ Lange dauerte es nicht bis zu seinem breiten Lächeln.
„Geplant war das nicht aber es stört mich auch nicht“ “Habe dir etwas mitgebracht“ Ich hielt ihm die Tasse mit der Schokolade hin und wartete bis er sich hingesetzt hatte und nach der Tasse griff. „Gute Idee“ Ich betrachtete ihn und holte dann ruhig Luft. Ich weiß ja, dass er nichts an hat und die Decke war bis zu seinem Bauchnabel nach unten gerutscht. Sein Lächeln verschwand dann aber ziemlich schnell wieder. Ein bisschen kenne ich ihn ja nun inzwischen und ich weiß, dass etwas los ist wenn er so ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter zieht. „Was ist los?“ Fragte ich direkt und nippte an der Tasse. „Eigentlich nichts“ Meinte er mit einem Blick auf sein Knie unter der Decke.
So blöd bin ich nun auch nicht wie es vielleicht scheint. „Sage nicht dir tut das Knie weh!“ Meinte ich mehr als Feststellung und sah ihn aufmerksam an. Er sagte nichts aber der Blick den er mir zuwarf war eindeutig als ja zu verstehen. Gestern habe ich ihm nichts angemerkt daher war es schon ein bisschen komisch. Das kommt doch nicht über Nacht und vor allem hat er gar kein Tennis gespielt die letzte Woche. Er trank einen Schluck und sah mich dann wieder an. „Das ist von der Behandlung letzte Woche, es soll ja dann besser werden aber das dauert eine Weile bis es abgeheilt ist. Es tut nur weh wenn ich mich eine Weile nicht bewegt habe“ Dann scheint das ja doch nicht so harmlos gewesen zu sein wie er gesagt hat wenn es eine Woche danach noch weh tut. Da ich weiß das Rafa nicht zimperlich ist, wird es schon entsprechend sein. „Es war nicht ganz so harmlos wie du gesagt hast no?“ So direkt eine Frage war das nicht da ich die Antwort ja schon wusste.
„Ich bin echt froh, dass ich das nicht nochmal machen muss. Es waren ja nur drei Behandlungen verteilt über mehrere Monate und ich bin einiges gewohnt aber das war hart an der Grenze. Ich habe das extra so gelegt das es in die Zeit nach Wimbledon fällt weil ich schon vorher wusste das ich danach 10 Tage nicht trainieren darf“ Eine Weile sagte niemand etwas und wir hingen unseren Gedanken nach. Ich kann es nicht verstehen warum er bis zum Äußersten geht für die Karriere. Er nimmt es in Kauf seine Gesundheit auf’s Spiel zu setzen und das weiß er auch. Es mag vielleicht kurzfristig helfen aber es steht außer Frage, dass es nur eine Zeitfrage bis zur nächsten Verletzung ist. Das lässt sich auch nicht vermeiden wenn man immer 100% geben muss. Die Luft ist sehr dünn in der oberen Weltrangliste also muss man sich auch wirklich anstrengen um das Level halten zu können und das fällt keinem einfach so zu. Es ist ja nicht nur Rafa, das trifft auf alle Spieler zu. „Gehen wir zum Strand?“ Fragte ich dann um das Thema zu wechseln.
Er weiß wie ich darüber denke das er alles tut um spielen zu können und das es nichts bringt wenn wir darüber diskutieren. Ich muss es akzeptieren, es ist seine Entscheidung am Ende auch wenn ich es nicht gut finde. „Können wir machen, ich muss dann nur mal kurz zu Maymó was abholen“ Kam es dann mit einem freundlicheren Gesicht als zuvor. „Außerdem bist du nicht der einzige dem etwas weh tut, dein Arm war die ganze Nacht unter meinem Nacken und jetzt kann ich meinen Kopf nicht mehr drehen“ Er rückte näher zu mir und legte seine Hände auf meine Schultern. „Da lässt sich vielleicht was machen“ Ich drehte ihm meinen Rücken zu und musste lachen. Es war nicht so gemeint als ich das sagte aber wenn er es mir schon anbietet. „Aber nicht so fest, es tut wirklich weh“ “Habe ich jemals irgendwas getan, das du nicht wolltest?“ Ich drehte meinen Kopf zur Seite damit ich ihn sehen kann. „Ich wollte dir nichts unterstellen“
Ich hatte ja erst meine Zweifel was er so für Qualitäten als Masseur hat aber anscheinend hat er gut aufgepasst bei seinem Physio. Rafa ist vielleicht nicht perfekt aber es tat wirklich gut, er kann das den ganzen Tag machen! Ich schloss meine Augen und genoss es einfach. „Wenn du irgendwann mal keine Lust mehr auf Tennis hast, kannst du ja eine Karriere als Masseur anstreben“ “Es gefällt dir also?“ “Klar gefällt es mir, das tut richtig gut“ Lange konnte ich es nur nicht genießen weil Rafa jammerte das ihm angeblich die Hände wehtun. Was soll sein Physio Rafa Maymó sagen wenn er ihn stundenlang durchknetet? Gut, der bekommt Geld dafür und das auch nicht wenig aber trotzdem.

Es war zwar noch früh aber jetzt sind wir sowieso schon mal wach also konnten wir auch frühstücken. Er wollte ja unbedingt noch zu Maymó irgendwas abholen also rief ich derweil mal meine Eltern an und wartete bis Rafa wieder hier erscheint das wir zum Strand fahren können. Meine Eltern waren direkt erschrocken, dass ich so früh schon wach bin, die glaubten wohl wir liegen bis Mittag im Bett. Die kennen ja Rafa nicht, er würde niemals so lange im Bett bleiben es sei denn er ist erst um vier oder später ins Bett gegangen.
Anscheinend dauert es eine Weile also zog ich immer meinen Bikini drunter und packte meine Strandtasche ein. Der Schirm war ja auch schon hier. Es ist ja Schwachsinn das ich ihn immer mit nach Hause nehme, also bleibt der hier wenn ich nicht da bin. Ich dachte schon die Sonne geht wieder unter bis Rafa mal wieder erscheint aber er tauchte dann doch wieder auf. Ich lief vom Pool rein ins Haus und hielt neugierig nach ihm Ausschau. „Können wir los?“ Rief ich laut in Richtung Flur. Es kam keine Antwort aber Rafa kam ein paar Augenblicke später in meine Richtung gelaufen und ließ den Autoschlüssel nebenbei auf den Tisch fallen. Sein Gesicht war auch wieder herrlich, das Knie scheint ihn ja echt zu beschäftigen. Er lief an mir vorbei und blieb plötzlich stehen.
Ich fand das jetzt ein bisschen komisch, er verhält sich sonderbar. Erst redet er nicht mit mir und dann läuft er an mir vorbei als wenn ich gar nicht da wäre. Kurz überlegte ich was jetzt wieder los ist mit ihm aber bevor ich nachfragen konnte, drehte er sich zu mir um und sah mich an. „Kannst du mir mal erklären wieso ich von Maymó erfahre das du hier her ziehen willst?“ Fragte er übertrieben freundlich. Mir entging natürlich nicht, dass er sich wohl beherrschen muss um ruhig zu bleiben. Ich stand nur da und schnappte nach Luft. Hä, was geht denn jetzt ab? „Wie kommst du darauf?“ Er hob seine Hände abwehrend und hielt kurz inne. „Ich habe gerade keinen Nerv und muss mich beherrschen nicht total auszuflippen also beantworte einfach meine Frage nicht mit einer Gegenfrage“ Was ist denn jetzt los? Ich wusste gar nicht wie mir geschieht aber inzwischen erklärt sich warum er so ein Gesicht zieht. Er schien ziemlich unter Strom zu stehen.
Da ich ihm nicht ganz folgen konnte, verschränkte ich meine Arme vor dem Bauch und lehnte mich an den Tisch. „Wo ist denn jetzt das Problem?“ Fragte ich dann da ich mir keinen Reim darauf machen konnte warum er jetzt so sauer ist. Vielleicht hätte ich das besser nicht fragen sollen da Rafa sich anscheinend nur noch mehr aufregte. „Wo das Problem ist? Das ist jetzt nicht dein ernst oder? Ich tauche nichts Schlimmes ahnend bei dem auf und der fragt mich allen Ernstes wann du hier her ziehst. Offensichtlich hast du ja auch schon Bewerbungen geschrieben. Du erzählst mir jeden Scheiß aber anscheinend erfahre ich nur die unwichtigen Dinge. Er fahre ich am Ende die Neuigkeiten aus der Zeitung oder wie?“ Wieso regt er sich denn jetzt so fürchterlich auf?
Ich verstehe das gar nicht so richtig. „Das war doch nichts weiter, ich habe mit Nicole darüber geredet als sie hier war aber das muss die missverstanden haben. Ich meine, dass ich darüber nachdenke heißt noch lange nicht, dass ich es auch tue“ Er rollte mit den Augen und fuchtelte dann mit den Armen. „Ich kann mir das nicht länger antuen“ Ehe ich noch was sagen konnte, drehte er sich um und stürmte ins Haus.

No comments:

Post a Comment