Ich zog mich schnell um und wartete dann am Auto auf Rafa. Wenn er sich nicht beeilt, wird es wieder dunkel bis wir am Strand sind. „Es ist noch nicht mal Mittag!“ Meinte er dann aus allem raus als er erschien und wir ins Auto stiegen. „Hä?“ Fragte ich nur und sah ihn von der Seite an. „Na ja, du sahst eben so aus als wenn du gleich sagen würdest, das es schon zu spät ist um an den Strand zu gehen“ “So ähnlich, ich weiß das der Tag noch lang ist aber wir können ja nur bis um fünf oder so bleiben wenn wir um acht bei deinen Eltern sein sollen“ Er fuhr vom Grundstück auf die Straße und sah leicht überrascht zu mir.
„Wir gehen zu meinen Eltern?“ “Na deine Mutter hat mich gestern gefragt ob wir heute wieder vorbeikommen zum Essen“ “Aha, ist mir neu aber das können wir machen. Willst du deinen Bikini nächste Woche in den spanischen Klatschzeitungen sehen?“ “Wieso?“ “Na weil ich sonst zu einem Strand fahre wo uns niemand erwartet“ “Ich kann auf Paparazzi verzichten“ “Bueno“
Ich dachte so darüber nach und fragte mich dann wieso es manchmal Bilder von Rafa am Strand gibt wenn er weiß wo die Paparazzi auf ihn lauern. „Woher kommen dann die Bilder von dir am Strand wenn du weißt, dass die dich fotografieren?“ “Nicht alle Bilder waren geplant aber wenn ich mich nicht freiwillig ab und zu zeige, schnüffeln die mir nach. So habe ich meine Ruhe und kann wenigstens halbwegs beeinflussen was es für Bilder sind. Außerdem will ich nicht immer erst zur anderen Seite der Insel fahren um an den Strand zu gehen. Wenn ich mit Freunden da Fußball spiele ist es nicht so schlimm aber wenn du keine Lust auf Bilder hast kann ich das auch verstehen“ “Dauerhaft werden wir uns eh nicht unsichtbar machen können und letzte Woche gab es doch in England genug Bilder“ “Aber nicht von uns zusammen“
Ja, ich hatte auch ein paar Bilder von mir und Sara in der Players Box gesehen. Es stimmt schon, es gab zwar Berichte von Rafa und mir aber keine Bilder von uns zusammen, zumindest keine von Wimbledon. Manche Zeitungen hatten dann eben auch Bilder aus Rom gedruckt weil das die letzten von uns zusammen sind. Es ist eigentlich kaum verständlich bei den vielen Reportern und Fotografen die in England waren. Wir hatten nicht direkt Verstecken gespielt mit den Medien, wir waren ja auch ein paar Mal Essen aber da waren eben keine Paparazzi dabei.
Weit war es nicht bis zum Strand. Da waren wir schon mal, nur ist das der wo man das Auto mitten im Wald parken muss und dann noch den Rest laufen bis zum Strand aber das nehme ich in Kauf wenn wir dafür unsere Ruhe haben. Wobei Ruhe relativ ist, das Handy von Rafa klingelte andauernd. Er war nur im Wasser und merkte nichts davon und ich ignorierte es einfach. Ich wollte ja Zeitung lesen aber kaum hörte es auf zu klingeln, fing es wieder an. Da macht wohl jemand Telefonterror!
Ein bisschen genervt war ich schon also suchte ich sein Handy in meiner Tasche und sah zumindest nach wer anrief. Ich gehe doch nicht an sein Handy ohne ihn vorher zu fragen aber wenn er ewig im Wasser bleibt, habe ich keine andere Wahl. Es war sein Manager Carlos Costa wie ich dann sah. Der weiß doch genau das Rafa sowas wie Urlaub macht, kann der nicht später anrufen? Ist wahrscheinlich wieder was absolut dringendes und lebensnotwendiges wie immer. Ich stand auf und lief vor zum Wasser. „Dein Manager macht Telefonterror und ruft andauernd an“ Rief ich laut in seiner Richtung. „Carlos?“ Er fragte wohl nur weil er noch einen anderen Manager hat. „Genau, der hat bestimmt schon dreimal angerufen. Hat der lange Weile oder was?“ “Geh ran wenn er wieder anruft und sage ihm ich bin beschäftigt“ Gut, wie er meint. Ich drehte mich wieder um und lief zu meinem Handtuch zurück. Lange warten musste ich nicht bis es wieder klingelte, ich saß kaum auf meinem Handtuch als es anfing. „Ja?“ Fragte ich nur leicht genervt und war gespannt was es so wichtiges gibt.
„Wer ist da?“ Kam es dann aber nur, es überraschte ihn wohl das ich ranging. „Amaia“ “Oh hola, ich war nur ein bisschen überrascht weil Rafa sonst immer selbst ran geht. Wo seid ihr? Nirgendwo geht einer ans Telefon“ Hat er etwa in Porto Cristo und Manacor auch angerufen? Klingt ja fast so. „Na wir sind am Strand beziehungsweise Rafa im Wasser“ “Sag ihm er soll rauskommen, ich muss mit ihm reden“ Man, der tat aber echt gefährlich! Ich stand wieder auf und drehte mich um. „Er will unbedingt mit dir reden“ Rief ich laut und hielt eine Hand über das Handy. Zwar leierte er mit den Augen aber Rafa bequemte sich dann doch aus dem Wasser. Ich hielt ihm ein Handtuch hin und wartete bis er sich halbwegs abgetrocknet hat bevor ich ihm sein Handy gab und mich dann wieder hinsetzte. Ich hörte zwar nur was Rafa sagte aber es ging wohl um einen Bericht in einer Zeitung. „Der Ring den du letzte Woche zum Finale hattest war doch von Sara oder?“ Ich musste kurz überlegen was er jetzt meint. Wie kommt er denn jetzt darauf? Was los war wusste ich noch immer nicht und ich konnte es mir auch nicht zusammen reimen.
„Ähh ja, den hatte ich mir von ihr ausgeliehen weil der zu meiner Jacke passte“ “Dachte ich mir“ Damit gab er sich wohl zufrieden und quatschte weiter mit Costa. So richtig konnte ich mir keinen Reim darauf machen. Wieso interessiert Costa der Ring von Sara? Ein bisschen merkwürdig war das Gesicht von Rafa aber schon als er sein Handy wieder weglegte. Ich drehte mich auf die Seite und sah ihn neugierig an. „Was wollte der denn?“ Fragte ich dann da ich nicht länger warten konnte und Rafa nicht gleich sagte was los ist.
“Ach, nichts Wichtiges weiter, nur zur Verlobung gratulieren“ Kam es plötzlich. Meine Augen wurden immer größer, ich verstand gar nichts mehr. „Welche Verlobung denn?“ Fragte ich mit einem leicht verwirrten Gesichtsausdruck. Obwohl er erst nicht so aussah, fing Rafa plötzlich an laut zu lachen. „Na unsere. Einige dachten wohl der Ring sei von mir“ Das fand ich jetzt aber gar nicht mehr zum Lachen! Ich muss zugeben, dass ich erstmal schlucken musste. Nach etwas überlegen fiel es mir dann auch ein. „Das ist nicht dein Ernst!“ Sagte ich dann nur mit einem todernsten Gesicht. „Doch, morgen erscheint ein haarsträubender Artikel. Die haben sich aus den Bildern irgendeine kranke Story zusammengereimt“ Ich schnappte nach Luft und wusste nicht ob ich lachen oder heulen soll darüber.
„Und jetzt?“ Rafa grinste immer noch so breit. Ich verstehe nicht, dass ihm das offenbar total egal ist. Wenn ich es nicht wüsste, würde ich denken er freut sich darüber. „Na nichts, ich sage nichts dazu. Es ist mir egal was die denken. Er hat gesagt das er alles dementieren wird und das ist das einzige was ich dazu sagen werde“ Langsam dämmerte es mir dann was da auf mich zukommt. Seine Fans werden ausflippen und das sicher nicht nur vor Begeisterung. Auch wenn dann klein irgendwo das Dementi erscheint, wird das Geschrei erstmal groß sein. „Ich fasse es nicht“ Sagte ich mehr zu mir selbst und schüttelte langsam mit dem Kopf. Wie konnte ich auch nur so blöd sein und mit dem Ring rumlaufen! Der war ganz normal Silber mit einem relativ großen Kristall in der Mitte, den man auch für einen Brillanten oder Diamanten von weitem halten könnte. Das war wirklich nur Schmuck, ich kam nicht auf die Idee das wirklich jemand so blöd ist und das anders auslegt.
„Die Presse ist noch dümmer als ich sowieso schon dachte“ Ja ja, Rafa fand es auch noch lustig. „Kannst du darüber lachen?“ “Irgendwie schon, die Story ist so verrückt, dass es schon wieder gut ist. Du darfst das alles nicht so ernst nehmen, die schreiben andauernd Mist über mich“ “Schon aber das ist ein bisschen zu heftig. Ich hätte nicht gedacht mal aus der Zeitung zu erfahren, dass ich verlobt bin“ “Ich habe schon öfters Dinge über mich aus der Zeitung erfahren die ich selbst auch noch nicht wusste“ Ich rückte näher an ihn und legte meinen Kopf an seine Schulter. „Ich habe sie auch noch gefragt ob der Ring teuer war weil ich ja nicht mit wertvollem Schmuck von ihr rumlaufen will. Sie hat gesagt der kam knapp 50 Euro“ Es war ja schon ein bisschen amüsant alles. Rafa strahlte mich immer noch vom einen Ohr zum anderen an, dass war direkt ansteckend.
„Solltest du jemals auf die Idee kommen mir einen Antrag zu machen und kommst dann mit einem 50 Euro Ring an, brauchst du mich gar nicht erst fragen“ Schob ich dann mit einem ernsten Gesicht noch hinterher. Erwartungsgemäß freute er sich auch darüber. „Was denkst du von mir? Ganz so geizig bin ich nun auch nicht“ Es war schon irre alles, ich war schon froh das ich ihn breitschlagen konnte, dass ich hier her ziehe und die Zeitung schreibt wir wären verlobt. Das geht ein bisschen fix alles. Zwar hatten wir über das Thema noch nicht groß geredet aber ich glaube nicht, dass Rafa plant in naher Zukunft zu heiraten. Für mich steht das nicht zur Diskussion in den nächsten Jahren, ich brauche keinen Ring und ein Stück Papier um glücklich zu sein. Ein Problem hätte ich wenn er wirklich fragen würde weil ich mich irgendwie zu jung fühle zum Heiraten, das hat sowas endgültiges irgendwie. Es hat ja nichts damit zu tun das ich glaube das Rafa nicht der Richtige ist, ich kann es mir allgemein nicht vorstellen in nächster Zeit. “Ich hatte nicht vor demnächst zu heiraten“ Sagte ich dann aber doch.
Besser ich sage es gleich direkt, bevor er noch auf dumme Ideen kommt. „Das heißt du würdest no sagen wenn ich dich frage?“ Fragte er zurück und grinste immer noch so breit. Es sieht wirklich schön aus wenn er mich so anlächelt aber nicht bei dem Thema. „Vielleicht, ich will es ja schon irgendwann aber nicht jetzt. Ich bin froh, dass ich dich überreden konnte, dass es besser ist wenn ich hier her ziehe. Da bin ich doch nicht so blöd und fange auch noch an eine Hochzeit zu planen“ “Du musst keine Angst haben das ich jetzt gleich das ganze Programm abziehen will. So lange ich noch Tennis spiele und keine Zeit habe wollte ich warten mit Heiraten, Familie gründen und so Zeug was viel Zeit in Anspruch nimmt“ “Sind wir uns ja einig, ich bin auch so glücklich“
31 October 2010
24 October 2010
Chapter 67
Abgeschlossen hatte er nicht also öffnete ich die Tür mit großem Schwung und sah dann Rafa am Fenster stehen. Er stand mit den Rücken zu mir und sah stur raus. „Immer verschwindest du wenn es unbequem wird, das geht mir echt auf die Nerven!“ Sagte ich dann etwas lauter da ich auch nicht mehr an mich halten konnte. „Dann geh doch wenn es dir nicht passt!“ Kam es dann ziemlich gleichgültig. Obwohl ich mit vielem gerechnet hatte, war das etwas Neues. Wirft er mich jetzt raus oder wie soll ich das interpretieren? Ich musste schon ziemlich schlucken aber so wollte ich das nicht auf mir sitzen lassen. Ich lief näher zu ihm und zog an seinem Arm das er sich zu mir umdrehen musste. „Jetzt hörst du mir mal zu! Das wird mir echt zu blöd langsam. Erst behandelst du mich wie Luft und dann sagst du ich soll gehen. Wenn du meinst, dass wieder mal die ganze Welt gegen dich ist, kann ich es auch nicht ändern. Ich weiß überhaupt nicht warum du jetzt so ausflippst“
Er blieb stehen mit den Händen in den Hosentaschen und zog ein übertrieben genervtes Gesicht. „Du vertraust mir ja offensichtlich sowieso nicht, wie soll ich da mit dir zusammen sein? Wenn du wirklich glaubst, dass ich nicht will das du hier bist, sollten wir uns echt mal überlegen ob es alles noch Sinn macht“ “Das ist totaler Quatsch! Was würdest du denn denken an meiner Stelle? Immer wenn ich anfange mit dem Thema blockst du total ab“ “Das hat auch seinen Grund!“ Kam es dann fest entschlossen. Oh Wahnsinn, er redet ja doch noch mit mir! Ich redete mir selbst gut zu und war schon auf seine Erklärung gespannt. „Ach, ja? Und welchen Grund hat es dann?“
Das wollte ich jetzt doch genauer wissen also sah ich ihn an und wartete gespannt aber es passierte nicht viel. Er sah mich kurz an und dann von mir weg auf den Boden. Er ist offensichtlich nervös aber ich habe Zeit, viel Zeit. „Das du behauptest das ich gar nicht will das du hier bist ist nicht fair. Ich habe das nie gesagt“ Da er dann nichts mehr sagte, musste ich wohl weiter nachbohren. „So kommt das aber an bei mir. Ich habe ja auch nicht vor hier einzuziehen und mich breitzumachen falls das dein Problem ist. Ich meine, sage doch einfach wenn du nicht willst, dass ich hier einziehe. Das könnte ich noch eher verstehen als wenn du gar nichts sagst“ “Das ist doch gar nicht der Punkt“ Langsam könnte ich verzweifeln an ihm. „Was denn dann?“ Fragte ich ungeduldig, langsam geht meine Geduld zur Neige. Ich sah ihn gespannt an aber er schien erstmal länger nachdenken zu müssen.
Er drehte sich dann um und setzte sich auf das Bett und ich dachte schon er flüchtet wieder. Natürlich fragte ich mich was jetzt wieder los ist, erst hat er sich ja aufgeregt und jetzt ist er total ruhig. Ich lief näher zu ihm und blieb dann stehen. „Wie stellst du dir das vor?“ Fragte er dann direkt und sah mich immerhin wieder an. Mit der Frage hatte ich nicht wirklich gerechnet. „Na ob ich hier wohne und dann meine Eltern besuche oder in Deutschland und dann hier her komme macht doch keinen Unterschied“ Er schüttelte langsam mit dem Kopf und schien da wohl anderer Meinung zu sein.
„Ich kann schon nachvollziehen, das es nervig ist mit dem hin und her fliegen immer aber es macht schon einen Unterschied ob du immer hier bist. Ich meine, ich bin zusammengerechnet 10 Monate im Jahr unterwegs. Was hättest du denn da gekonnt wenn du hier bist? Ich sage das sicher nicht weil ich nicht will das du hier bist aber ich bin mir nicht sicher ob dir klar ist auf was du dich da einlässt“ “Ich will ja auch nicht morgen umziehen. Wenn du immer hier bist, hätte ich auch keine Garantie, dass alles glatt geht. Das du so oft weg bist weiß ich, mir ist klar das du immer nur ein paar Tage hier bist oder wenn es hoch kommt mal drei Wochen“ “Ich will nicht, das es dann an mir hängen bleibt wenn du hier her ziehst und das dann anders abläuft als du dir das vorgestellt hast. Wenn du hier bist ist das ja keine Garantie das ich automatisch mehr Zeit für dich habe“ Ich kann ja verstehen, dass er nicht will das ich es an ihm auslasse wenn es schief geht aber deswegen kann ich es ja trotzdem versuchen.
Wenn es nicht geht, kann ich ja dann wieder zurück nach Deutschland gehen. „Es ist ja nicht so das es dann kein Zurück mehr gibt, wenn es nicht geht, kann ich ja dann immer noch zurück nach Deutschland“ Er sah mich schon wieder so verunsichert an, das ich nicht anders konnte und mich neben ihn setzte. Er kam wohl ins Schwanken, das muss ich ausnutzen! „Du willst es unbedingt, no?“ Kam es dann nach ein paar Sekunden leise mit einem ernsten Blick. Ich musste schmunzeln und nahm seine Hand in meine. „Nicht um jeden Preis. Wenn du absolut dagegen bist, muss und werde ich das auch akzeptieren. Ich will nicht, dass dieses Thema dauerhaft zwischen uns steht. Das du oft weg bist stimmt schon aber es wäre schon vieles einfacher wenn ich nicht immer erst hier her fliegen muss um dich zu sehen. Ich habe keine Lust dauerhaft eine Fernbeziehung zu führen und damit meine ich nicht das du so oft weg bist sondern das hin und her zwischen hier und Deutschland. Das ist kein spontaner Entschluss oder sowas und ich würde jetzt nicht mir dir darüber reden wenn mir das nicht ernst wäre“ “Es ist ja nicht so das ich es absolut nicht will. Klar ist es schön, wenn du schon hier bist wenn ich nach Hause komme. Du brauchst nicht denken das ich nicht mit dir zusammen wohnen will. Wir sehen uns ja nicht jeden Tag so das ein paar Stunden mehr oder weniger schon einen Unterschied machen aber was willst du hier machen wenn ich nicht da bin?“ “Ich mache es natürlich wegen dir aber das ergibt sich dann schon, dass ich auch die restliche Zeit irgendwie rumkriege. So weit weg ist ja Deutschland auch nicht, ich muss ja dort nicht alle Zelte abbrechen. Sara oder meine Eltern können auch hier her kommen“ Anscheinend gab er auf, zumindest deutete sein Gesicht das an.
„Wenn es so ist, das du es unbedingt willst und ich es dir nicht ausreden kann, dann soll es nicht an mir scheitern. Ich meine, klar freue ich mich wenn du hier bist, ich würde dich am liebsten jeden Tag sehen. Wenn du dir das vorher genau überlegst, kriegen wir das schon irgendwie hin zusammen“ Das klang ja richtig gut! Kann ich Rafa am Ende doch noch davon überzeugen? Ein breites Lächeln konnte ich mir nicht länger verkneifen. „Klingt schon besser“ Sagte ich und musste dann kichern. Nach und nach hellte sich sein Gesicht dann auch wieder auf. „Behaupte nie wieder das ich nicht will das du hier bist weil das absolut nicht stimmt“ “Ich glaube das auch nicht aber du hast dich immer so komisch verhalten bei dem Thema. Ich will ja auch nichts überstürzen, ich hätte dich schon gerne dabei beim Planen und der Umsetzung davon. Ich dachte am Jahresende oder so“ “Du kannst auf mich zählen, klar unterstütze ich dich wenn du es wirklich machst. Du brauchst nicht denken das ich darüber nicht selbst schon nachgedacht hätte aber ich will dich nicht dazu drängen weil ich ja kaum hier bin. Die Vorstellung mit dir hier zu wohnen ist ein bisschen zu schön um wahr zu sein“ Ich muss zugeben, dass ich ein wenig überrascht war, dass er es plötzlich doch will. Und wieso spricht er von hier?
„Wie hier?“ Fragte ich vorsichtig nach. Er zog seine Augenbrauen hoch und schien sich zu fragen warum ich das frage. „Na ich dachte du willst hier her ziehen? Willst du woanders wohnen?“ Ich kam gar nicht so schnell nach mit denken. Ich dachte wir reden nur allgemein über umziehen, das er damit meinte das ich sozusagen in sein Haus einziehen soll, wusste ich nicht. „Du meinst ich soll hier einziehen?“ Fragte ich neugierig und etwas unsicher. Es war nur überraschend, dass er so schnell seine Meinung geändert hatte. Erst schien es mir so als wenn er es gar nicht will und dann soll ich hier einziehen? “Sí, ich meine wenn du willst natürlich nur. Hier ist genug Platz. Wolltest du alleine wohnen?“ Hat er das wirklich eben gesagt? Ich dachte ich träume das alles! So lange muss ich da auch nicht überlegen ich war nur ein bisschen überrascht. „No, ich meinte erstmal nur allgemein und ich wusste ja nicht ob du willst das ich hier einziehe. Wenn du das nicht willst, ist das ok für mich, du musst dich nicht dazu verpflichtet fühlen mir anzubieten das ich hier einziehen kann“ Erst zog er ein Lächeln vom einen Ohr zum anderen und dann rollte er mit den Augen, es sah so herrlich aus das ich nicht anders konnte als zu lachen.
„Du spinnst! Es würde ja auch Sinn machen wenn ich erst sage das ich dich jeden Tag sehen will und dann aber nicht will das du hier einziehst. Hier ist mehr als genug Platz und es ist nur ein Angebot, ich bestehe nicht darauf aber ich würde es persönlich nehmen wenn du hier her ziehst und dann alleine wohnen willst“ Ich lehnte mich nach hinten und schlug mir die Hände vors Gesicht. Aber nicht weil ich deprimiert war sondern es war irgendwie lustig alles. Jetzt schieben wir wieder den schwarzen Peter hin und her. Wie ich sah beobachtete er mich mit großen Augen und schien auf meine Antwort zu warten. „Klar ziehe ich hier ein wenn du nix dagegen hast. Was Besseres werde ich ja sicherlich nicht finden“ “Mhh, da sei dir nicht so sicher, es gibt viele Millionäre hier auf der Insel“ “Komme her“ Er lehnte sich nach hinten, bis er neben mir lag. Ich drehte mich und die Seite und umarmte ihn. „Kann sein das es hier viele Leute mit Geld gibt aber deswegen bin ich nicht hier. Ich liebe dich und nicht dein Geld“ “Ich würde jetzt sagen das klingt gut aber dir glaube ich es direkt. Ich meine, erst hielt ich das für einen Scherz als du mir verboten hast dir teure Geschenke zu machen aber inzwischen wundert mich nichts mehr“ Ja, das stimmt, ich hatte ihm mal unmissverständlich klar gemacht, das er mir keine außergewöhnlich teuren Geschenke machen soll weil ich mir da blöd vorkomme. Damals hat er wohl auch gedacht ich mache Scherze aber das habe ich nicht und bisher hat er sich auch daran gehalten.
“Ich will ja nur nicht das du mir ohne Grund ein Auto schenkst oder sowas“ “Das ich dich liebe ist doch Grund genug oder? Ich verstehe das nicht so richtig. Ich bin in der glücklichen Position, dass ich mehr Geld habe als ich mein ganzes Leben ausgeben kann. Das hat nichts damit zu tun das ich dich kaufen will oder du mir dann was schuldig bist. Ich mache das gerne, klar arbeite ich hart dafür aber ich weiß sehr wohl, dass ich überbezahlt bin, die Preisgelder sind jenseits von irgendeiner Relation. Wenn ich das Geld habe, dann sollen auch die Menschen die mir wichtig sind was davon haben und du bist für mich einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben“ Ich war ein wenig geplättet von seiner Ansprache. Ich weiß ja schon das er mit mir zusammen ist weil er mich liebt aber ich habe ein bisschen Skepsis was passiert wenn ich sage das er mir alles schenken kann was er will.
Ich weiß, dass er sehr großzügig ist wenn es um seine Familie geht und ich will nicht das er mich zuschüttet mit Geschenken. „Ich weiß deine Großzügigkeit zu schätzen, ich will nur nicht das du mir so große Geschenke machst“ “Ich hatte auch nicht vor dir aus Spaß ein Auto zu schenken. Du könntest mir wenigstens versprechen, dass du mich nicht immer mit diesem bösen Blick ansiehst wenn wir shoppen sind und ich genau sehe das dir etwas gefällt“ “Weil ich weiß das du deine Finger schon an irgendeiner Kreditkarte hast wenn ich dich nicht so ansehe. Kann sein das ich etwas übertreibe aber du musst mich nicht mit Geschenken überhäufen“ “Ich tue es nicht, versprochen. Wenn du hier einziehst, versprichst du mir im Gegenzug, dass du nicht andauernd sagst, dass du nicht hinter meinem Geld her bist weil ich es inzwischen kapiert habe und wenn ich dir was schenke, dann weil ich es will und nicht weil ich eine Gegenleistung haben will. Mir geht das langsam echt auf die Nerven das ich dir nie irgendwas kaufen darf“ “Du lädst mich doch zu den Turnieren ein“ “Du weißt genau was ich meine“ Ja, gut vielleicht hat er ja Recht.
So wie es aussieht, lässt er jetzt nicht mehr locker und ringt mir das Versprechen ab das ich nicht immer ewig mit ihm diskutiere. „Ok, wenn du darauf bestehst“ Sagte ich dann nur und rollte mit den Augen. „Was machen wir jetzt?“ Fragte er mit einem übertrieben breiten Grinsen. Ich wollte gar nicht wissen was er eben dachte. „Bevor du vorschlägst im Bett zu bleiben sage ich wir gehen an den Strand“ “Wie kommst du darauf, dass ich im Bett bleiben will?“ Fragte er ganz unschuldig. Ich küsste ihn kurz und setzte mich wieder hin. „Weil ich dich kenne“
Er blieb stehen mit den Händen in den Hosentaschen und zog ein übertrieben genervtes Gesicht. „Du vertraust mir ja offensichtlich sowieso nicht, wie soll ich da mit dir zusammen sein? Wenn du wirklich glaubst, dass ich nicht will das du hier bist, sollten wir uns echt mal überlegen ob es alles noch Sinn macht“ “Das ist totaler Quatsch! Was würdest du denn denken an meiner Stelle? Immer wenn ich anfange mit dem Thema blockst du total ab“ “Das hat auch seinen Grund!“ Kam es dann fest entschlossen. Oh Wahnsinn, er redet ja doch noch mit mir! Ich redete mir selbst gut zu und war schon auf seine Erklärung gespannt. „Ach, ja? Und welchen Grund hat es dann?“
Das wollte ich jetzt doch genauer wissen also sah ich ihn an und wartete gespannt aber es passierte nicht viel. Er sah mich kurz an und dann von mir weg auf den Boden. Er ist offensichtlich nervös aber ich habe Zeit, viel Zeit. „Das du behauptest das ich gar nicht will das du hier bist ist nicht fair. Ich habe das nie gesagt“ Da er dann nichts mehr sagte, musste ich wohl weiter nachbohren. „So kommt das aber an bei mir. Ich habe ja auch nicht vor hier einzuziehen und mich breitzumachen falls das dein Problem ist. Ich meine, sage doch einfach wenn du nicht willst, dass ich hier einziehe. Das könnte ich noch eher verstehen als wenn du gar nichts sagst“ “Das ist doch gar nicht der Punkt“ Langsam könnte ich verzweifeln an ihm. „Was denn dann?“ Fragte ich ungeduldig, langsam geht meine Geduld zur Neige. Ich sah ihn gespannt an aber er schien erstmal länger nachdenken zu müssen.
Er drehte sich dann um und setzte sich auf das Bett und ich dachte schon er flüchtet wieder. Natürlich fragte ich mich was jetzt wieder los ist, erst hat er sich ja aufgeregt und jetzt ist er total ruhig. Ich lief näher zu ihm und blieb dann stehen. „Wie stellst du dir das vor?“ Fragte er dann direkt und sah mich immerhin wieder an. Mit der Frage hatte ich nicht wirklich gerechnet. „Na ob ich hier wohne und dann meine Eltern besuche oder in Deutschland und dann hier her komme macht doch keinen Unterschied“ Er schüttelte langsam mit dem Kopf und schien da wohl anderer Meinung zu sein.
„Ich kann schon nachvollziehen, das es nervig ist mit dem hin und her fliegen immer aber es macht schon einen Unterschied ob du immer hier bist. Ich meine, ich bin zusammengerechnet 10 Monate im Jahr unterwegs. Was hättest du denn da gekonnt wenn du hier bist? Ich sage das sicher nicht weil ich nicht will das du hier bist aber ich bin mir nicht sicher ob dir klar ist auf was du dich da einlässt“ “Ich will ja auch nicht morgen umziehen. Wenn du immer hier bist, hätte ich auch keine Garantie, dass alles glatt geht. Das du so oft weg bist weiß ich, mir ist klar das du immer nur ein paar Tage hier bist oder wenn es hoch kommt mal drei Wochen“ “Ich will nicht, das es dann an mir hängen bleibt wenn du hier her ziehst und das dann anders abläuft als du dir das vorgestellt hast. Wenn du hier bist ist das ja keine Garantie das ich automatisch mehr Zeit für dich habe“ Ich kann ja verstehen, dass er nicht will das ich es an ihm auslasse wenn es schief geht aber deswegen kann ich es ja trotzdem versuchen.
Wenn es nicht geht, kann ich ja dann wieder zurück nach Deutschland gehen. „Es ist ja nicht so das es dann kein Zurück mehr gibt, wenn es nicht geht, kann ich ja dann immer noch zurück nach Deutschland“ Er sah mich schon wieder so verunsichert an, das ich nicht anders konnte und mich neben ihn setzte. Er kam wohl ins Schwanken, das muss ich ausnutzen! „Du willst es unbedingt, no?“ Kam es dann nach ein paar Sekunden leise mit einem ernsten Blick. Ich musste schmunzeln und nahm seine Hand in meine. „Nicht um jeden Preis. Wenn du absolut dagegen bist, muss und werde ich das auch akzeptieren. Ich will nicht, dass dieses Thema dauerhaft zwischen uns steht. Das du oft weg bist stimmt schon aber es wäre schon vieles einfacher wenn ich nicht immer erst hier her fliegen muss um dich zu sehen. Ich habe keine Lust dauerhaft eine Fernbeziehung zu führen und damit meine ich nicht das du so oft weg bist sondern das hin und her zwischen hier und Deutschland. Das ist kein spontaner Entschluss oder sowas und ich würde jetzt nicht mir dir darüber reden wenn mir das nicht ernst wäre“ “Es ist ja nicht so das ich es absolut nicht will. Klar ist es schön, wenn du schon hier bist wenn ich nach Hause komme. Du brauchst nicht denken das ich nicht mit dir zusammen wohnen will. Wir sehen uns ja nicht jeden Tag so das ein paar Stunden mehr oder weniger schon einen Unterschied machen aber was willst du hier machen wenn ich nicht da bin?“ “Ich mache es natürlich wegen dir aber das ergibt sich dann schon, dass ich auch die restliche Zeit irgendwie rumkriege. So weit weg ist ja Deutschland auch nicht, ich muss ja dort nicht alle Zelte abbrechen. Sara oder meine Eltern können auch hier her kommen“ Anscheinend gab er auf, zumindest deutete sein Gesicht das an.
„Wenn es so ist, das du es unbedingt willst und ich es dir nicht ausreden kann, dann soll es nicht an mir scheitern. Ich meine, klar freue ich mich wenn du hier bist, ich würde dich am liebsten jeden Tag sehen. Wenn du dir das vorher genau überlegst, kriegen wir das schon irgendwie hin zusammen“ Das klang ja richtig gut! Kann ich Rafa am Ende doch noch davon überzeugen? Ein breites Lächeln konnte ich mir nicht länger verkneifen. „Klingt schon besser“ Sagte ich und musste dann kichern. Nach und nach hellte sich sein Gesicht dann auch wieder auf. „Behaupte nie wieder das ich nicht will das du hier bist weil das absolut nicht stimmt“ “Ich glaube das auch nicht aber du hast dich immer so komisch verhalten bei dem Thema. Ich will ja auch nichts überstürzen, ich hätte dich schon gerne dabei beim Planen und der Umsetzung davon. Ich dachte am Jahresende oder so“ “Du kannst auf mich zählen, klar unterstütze ich dich wenn du es wirklich machst. Du brauchst nicht denken das ich darüber nicht selbst schon nachgedacht hätte aber ich will dich nicht dazu drängen weil ich ja kaum hier bin. Die Vorstellung mit dir hier zu wohnen ist ein bisschen zu schön um wahr zu sein“ Ich muss zugeben, dass ich ein wenig überrascht war, dass er es plötzlich doch will. Und wieso spricht er von hier?
„Wie hier?“ Fragte ich vorsichtig nach. Er zog seine Augenbrauen hoch und schien sich zu fragen warum ich das frage. „Na ich dachte du willst hier her ziehen? Willst du woanders wohnen?“ Ich kam gar nicht so schnell nach mit denken. Ich dachte wir reden nur allgemein über umziehen, das er damit meinte das ich sozusagen in sein Haus einziehen soll, wusste ich nicht. „Du meinst ich soll hier einziehen?“ Fragte ich neugierig und etwas unsicher. Es war nur überraschend, dass er so schnell seine Meinung geändert hatte. Erst schien es mir so als wenn er es gar nicht will und dann soll ich hier einziehen? “Sí, ich meine wenn du willst natürlich nur. Hier ist genug Platz. Wolltest du alleine wohnen?“ Hat er das wirklich eben gesagt? Ich dachte ich träume das alles! So lange muss ich da auch nicht überlegen ich war nur ein bisschen überrascht. „No, ich meinte erstmal nur allgemein und ich wusste ja nicht ob du willst das ich hier einziehe. Wenn du das nicht willst, ist das ok für mich, du musst dich nicht dazu verpflichtet fühlen mir anzubieten das ich hier einziehen kann“ Erst zog er ein Lächeln vom einen Ohr zum anderen und dann rollte er mit den Augen, es sah so herrlich aus das ich nicht anders konnte als zu lachen.
„Du spinnst! Es würde ja auch Sinn machen wenn ich erst sage das ich dich jeden Tag sehen will und dann aber nicht will das du hier einziehst. Hier ist mehr als genug Platz und es ist nur ein Angebot, ich bestehe nicht darauf aber ich würde es persönlich nehmen wenn du hier her ziehst und dann alleine wohnen willst“ Ich lehnte mich nach hinten und schlug mir die Hände vors Gesicht. Aber nicht weil ich deprimiert war sondern es war irgendwie lustig alles. Jetzt schieben wir wieder den schwarzen Peter hin und her. Wie ich sah beobachtete er mich mit großen Augen und schien auf meine Antwort zu warten. „Klar ziehe ich hier ein wenn du nix dagegen hast. Was Besseres werde ich ja sicherlich nicht finden“ “Mhh, da sei dir nicht so sicher, es gibt viele Millionäre hier auf der Insel“ “Komme her“ Er lehnte sich nach hinten, bis er neben mir lag. Ich drehte mich und die Seite und umarmte ihn. „Kann sein das es hier viele Leute mit Geld gibt aber deswegen bin ich nicht hier. Ich liebe dich und nicht dein Geld“ “Ich würde jetzt sagen das klingt gut aber dir glaube ich es direkt. Ich meine, erst hielt ich das für einen Scherz als du mir verboten hast dir teure Geschenke zu machen aber inzwischen wundert mich nichts mehr“ Ja, das stimmt, ich hatte ihm mal unmissverständlich klar gemacht, das er mir keine außergewöhnlich teuren Geschenke machen soll weil ich mir da blöd vorkomme. Damals hat er wohl auch gedacht ich mache Scherze aber das habe ich nicht und bisher hat er sich auch daran gehalten.
“Ich will ja nur nicht das du mir ohne Grund ein Auto schenkst oder sowas“ “Das ich dich liebe ist doch Grund genug oder? Ich verstehe das nicht so richtig. Ich bin in der glücklichen Position, dass ich mehr Geld habe als ich mein ganzes Leben ausgeben kann. Das hat nichts damit zu tun das ich dich kaufen will oder du mir dann was schuldig bist. Ich mache das gerne, klar arbeite ich hart dafür aber ich weiß sehr wohl, dass ich überbezahlt bin, die Preisgelder sind jenseits von irgendeiner Relation. Wenn ich das Geld habe, dann sollen auch die Menschen die mir wichtig sind was davon haben und du bist für mich einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben“ Ich war ein wenig geplättet von seiner Ansprache. Ich weiß ja schon das er mit mir zusammen ist weil er mich liebt aber ich habe ein bisschen Skepsis was passiert wenn ich sage das er mir alles schenken kann was er will.
Ich weiß, dass er sehr großzügig ist wenn es um seine Familie geht und ich will nicht das er mich zuschüttet mit Geschenken. „Ich weiß deine Großzügigkeit zu schätzen, ich will nur nicht das du mir so große Geschenke machst“ “Ich hatte auch nicht vor dir aus Spaß ein Auto zu schenken. Du könntest mir wenigstens versprechen, dass du mich nicht immer mit diesem bösen Blick ansiehst wenn wir shoppen sind und ich genau sehe das dir etwas gefällt“ “Weil ich weiß das du deine Finger schon an irgendeiner Kreditkarte hast wenn ich dich nicht so ansehe. Kann sein das ich etwas übertreibe aber du musst mich nicht mit Geschenken überhäufen“ “Ich tue es nicht, versprochen. Wenn du hier einziehst, versprichst du mir im Gegenzug, dass du nicht andauernd sagst, dass du nicht hinter meinem Geld her bist weil ich es inzwischen kapiert habe und wenn ich dir was schenke, dann weil ich es will und nicht weil ich eine Gegenleistung haben will. Mir geht das langsam echt auf die Nerven das ich dir nie irgendwas kaufen darf“ “Du lädst mich doch zu den Turnieren ein“ “Du weißt genau was ich meine“ Ja, gut vielleicht hat er ja Recht.
So wie es aussieht, lässt er jetzt nicht mehr locker und ringt mir das Versprechen ab das ich nicht immer ewig mit ihm diskutiere. „Ok, wenn du darauf bestehst“ Sagte ich dann nur und rollte mit den Augen. „Was machen wir jetzt?“ Fragte er mit einem übertrieben breiten Grinsen. Ich wollte gar nicht wissen was er eben dachte. „Bevor du vorschlägst im Bett zu bleiben sage ich wir gehen an den Strand“ “Wie kommst du darauf, dass ich im Bett bleiben will?“ Fragte er ganz unschuldig. Ich küsste ihn kurz und setzte mich wieder hin. „Weil ich dich kenne“
17 October 2010
Chapter 66
Ich blieb stehen und war erstmal platt. Was war das denn für ein Auftritt eben? Der kommt hier an und ist schon auf 300 und macht einen Aufstand wegen gar nichts. Vielleicht hätte ich vorher mit ihm reden sollen und nicht mit Nicole aber mit Rafa kann ich darüber nicht reden weil ich schon weiß was er sagt. Der hat da so verdrehte Ansichten, dass es sinnlos ist mit ihm darüber zu diskutieren, das führt zu nichts.
Ein bisschen sauer war ich jetzt auch, wie er mich einfach stehen lassen hat. Ich wartete ein paar Minuten um mich abzuregen bevor ich rein ging aber da sein Auto verschwunden war und alles ruhig ist, wird er mal wieder die Flucht nach vorn angetreten haben. Na super, so hatte ich mir das vorgestellt!
Der Tag fing so schön an und jetzt? Das er wieder kommt glaube ich nicht und ich wollte auch nicht warten also fuhr ich einfach alleine an den Strand. Besser alleine zu sein als seine absurden Behauptungen zu ertragen. So richtig Ruhe hatte ich natürlich nicht da ich mich frage was da vielleicht noch kommen wird. Rafa ist eigentlich immer relativ ausgeglichen und er regt sich nicht sofort über alles auf aber wenn er es tut, dann richtig.
Nervös war ich schon als ich wieder zurück fuhr. Wir sollen ja eigentlich heute Abend bei seinen Eltern zum Essen erscheinen. Das war schon länger ausgemacht und ich weiß bisher nicht ob es dabei auch bleibt. Natürlich war er nicht da als ich in die Einfahrt fuhr aber damit hatte ich schon gerechnet. Duschen und Haare waschen musste ich ja sowieso nachdem ich am Strand war also tat ich das erstmal.
Wir hatten ausgemacht, dass wir um acht losfahren und es war ungefähr zehn Minuten vor um acht als Rafa wie aus dem nichts auftauchte. Sein Gesicht war dasselbe wie heute früh aber das schockt mich auch nicht mehr. „Bist du fertig?“ Fragte er nur als wenn gar nichts gewesen wäre. Ich blieb sitzen und sah ihn nur an. Will er mich verarschen? Ich hatte jetzt aber echt keine Lust auf sinnlose Diskussionen also lief ich einfach raus zu seinem Auto ohne einen Ton zu sagen. In weiser Voraussicht hatte ich mich schon vor einer halben Stunde umgezogen da ich ja nicht wusste ob wir zu seinen Eltern fahren oder nicht. Er kam ein paar Minuten später und stieg dann ein.
Die Stimmung war natürlich angespannt, keiner sagte einen Ton. Er sah stur geradeaus und würdigte mich keines Blickes, kann er haben dachte ich mir und sah einfach zur Seite aus dem Fenster. Ab und zu sah ich aus dem Augenwinkel zu ihm rüber. Es hat was wenn er so konzentriert auf die Straße sieht aber ich weiß, dass er nicht in Stimmung für Scherze ist. Es dauerte zum Glück nur zehn Minuten bis wir in Manacor waren. So schlecht war die Idee mit seinen Eltern gar nicht, ich habe jedenfalls keine Lust mit ihm alleine zu sein wenn er mich dann nur anschweigt. Komisch ist es ja das er mich mitgenommen hat, er hätte ja auch einfach alleine fahren können. Dann hätten seine Eltern aber sicher gefragt wo ich bin und das wird er wohl nicht wollen also hat er mich mitgenommen. So blöd sind sie aber nicht, seine Mutter merkt doch sofort, dass irgendwas los ist. Ich spielte das Spiel also einfach mal mit. Es war grotesk, mit seinen Eltern redet er als wenn nichts wäre und mich lässt er links liegen obwohl ich direkt neben ihm sitze.
Ich fühlte mich wie im falschen Film. Zwar versuchte ich mir nichts anmerken zu lassen aber das kann ich mir sparen weil Ana Maria schon so merkwürdig guckte. Die ahnen doch was aber es ist mir ehrlich gesagt egal, Rafa wollte es doch so! Es dauerte nicht lange bis es wieder um Südafrika und das Finale ging also verzog ich mich mit seiner Mutter in die Küche. Sie meinte zwar ich soll sitzen bleiben weil sie keine Hilfe braucht aber ich ließ nicht locker also gab sie nach. Lange dauerte es auch nicht bis sie sich umdrehte und mich neugierig musterte.
„Was war denn los? Ich meine, es ist eine eigenartige Stimmung“ Fragte sie dann auch gleich mit einem vorsichtigen Lächeln. „Das wüsste ich auch gerne. Er hat keinen wirklichen Grund sich so aufzuführen, wenn er sowieso nicht mit mir reden will hätte er mich auch in Porto Cristo lassen können“ Antwortete ich ihr und zuckte mit den Schultern, ich fand es irgendwie schon zum Lachen alles. “Es ist zwar selten, dass er sich so aufregt aber das gibt sich auch wieder. Ich meine, du hast doch einen guten Einfluss auf ihn“ Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln aber mehr aus Verzweiflung.
„Davon merke ich nichts. Ich bringe wohl auch die negativen Seiten in ihm zum Vorschein“ “Hey, das liegt nicht an dir. Das macht er schon immer das er nicht redet wenn er sauer ist“ “Ich weiß ja nicht mal so richtig warum er sauer ist wenn er nicht redet. Manchmal benimmt er sich wie ein verwöhnter Vierjähriger“ Ihr Lächeln sah richtig schön aus, sie fand das wohl auch noch witzig. “Warte eine Weile ab“ “Inzwischen bin ich ja wieder zu Hause. Heute früh war alles noch normal und plötzlich tickt er aus“ “Es war ein bisschen viel alles die letzten Wochen“ Es überrascht mich nicht wirklich, dass sie Rafa in Schutz nimmt.
Ich weiß auch was er in den letzten Wochen alles gemacht hat, das rechtfertigt doch aber sein Verhalten nicht. „Kommt ihr morgen wieder zum Essen vorbei?“ Die Frage war gut! Eigentlich hätte ich gleich zugestimmt. So richtig Lust zu kochen haben wir ja nicht und wenn sie es sowieso schon anbietet. Ich weiß ja das Rafa an seiner Familie hängt und daher nicht lange überlegt ob er hinfährt oder nicht. “Wenn Rafael sich bis dahin entschließt doch noch mit mir zu reden vielleicht“ “Das wird schon wieder“
Meine Laune war im Keller angekommen als wir zurück fuhren. Rafa hat wohl Spaß dabei so zu tun als wenn ich nicht da wäre. Mit seinen Eltern redet er ganz normal und jetzt schweigt er mich wieder an! So ganz allmählich wurde mir das zu blöd. Ich war echt froh als wir wieder in Porto Cristo waren, da konnte ich ihm aus dem Weg gehen. Falls er glaubt, dass ich jetzt ein Bett mit ihm teile nachdem was er abgezogen hat, täuscht er sich!
Es kann Vorteile haben wenn man mehr als ein Schlafzimmer hat. Das Schlimme ist das es ihn offensichtlich gar nicht interessierte das ich mich ins Gästezimmer verzogen habe. Ich dachte ja er kommt nochmal rein aber das war ein Irrtum. Irgendwann gab ich es auf und machte das Licht aus. Mir ging so viel durch den Kopf, dass ich keine Ruhe fand. So hatte ich mir das alles nicht vorgestellt.
In England hat er noch rumgejammert das wir uns nicht sehen und das er sich freut, dass ich hier bin. Davon merke ich gerade nicht sehr viel. Zwar würde ich lieber neben ihm schlafen wenn ich schon hier bin aber das bringt mir auch nichts wenn er mich dann ignoriert. Das ist Schlimmer als wenn er rumschreien würde. Vielleicht hätte ich ja erst mit ihm reden sollen und nicht mit Nicole aber deswegen muss er doch nicht gleich so eine Welle machen.
Der nächste Tag ging so weiter wie der davor aufgehört hatte. Ich war mir nicht sicher ob er noch schläft oder gar nicht mehr hier ist. Zumindest war alles ruhig im Haus also frühstückte ich alleine, blieb mir ja auch keine andere Wahl. Ich wäre ja gerne mit Rafa an den Strand gegangen aber damit wird es wohl nichts. Etwas überrascht war ich schon als ich von oben Geräusche vernahm. Ich lehnte mich leicht zur Seite damit ich die Treppe im Flur sehen kann und nach ein paar Sekunden kam Rafa total verschlafen nach unten geschlurft. Hat er so lange geschlafen? Es war schon nach um zehn.
Eigentlich war ich fest davon ausgegangen das er schon weg ist daher war ich etwas überrumpelt jetzt. Er setzte sich mir gegenüber hin und legte dann seine Hände auf den Tisch. „Es tut mir leid wegen gestern, ich ähm… es ging einfach nicht“ Ich stellte meine Tasse weg und sah ihn eine Weile an. Seine Haare standen in alle Himmelsrichtungen ab und wenn er mich so verschlafen ansieht, komme ich auf ganz dumme Ideen. Da vergesse ich sogar für einen kurzen Moment, dass ich ja sauer auf ihn bin. „Wie, es ging nicht?“ Fragte ich dann da ich wirklich nicht wusste was er genau meint. Er sah auf seine Hände und wieder zu mir. „Ich kann nicht verstehen wieso du nicht mit mir redest darüber. Ich meine, falls du wirklich beabsichtigst hier her zu ziehen, geht mich das ja auch was an. Ist echt schön das von Dritten zu erfahren, ich kam mir total bescheuert vor“ Ich sah etwas betreten in meinen Kaffee und wurde nervös.
„Das war nicht meine Absicht und ich wollte das so nicht. Klar hätte ich mit dir geredet aber ich ahnte nicht, dass es gleich die ganze Insel weiß wenn ich mit Nicole darüber rede. Außerdem stellst du dich immer so an bei dem Thema, wie soll ich mit dir darüber reden ohne das du ausflippst?“ Er blieb zwar sitzen aber er zappelte ziemlich nervös rum, es fiel ihm wohl schwer ruhig zu bleiben. „Ich dachte du vertraust mir“ Kam es dann nur mit einem richtig bösen Blick. Was geht denn jetzt los? Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht aber hätte ich geahnt, dass Rafa gleich so einen Zirkus veranstaltet, hätte ich die Klappe gehalten. „Es tut mir leid, ok? Ich habe das nicht gemacht um dich zu ärgern“
Er sagte nichts und es war ein paar Minuten ruhig. Das er nicht weiter auf das Thema eingeht, spricht ja auch für sich. Jetzt waren wir doch gerade dabei und konnten mal reden aber nein, Rafa hält es wohl nicht für nötig. Klar war das deprimierend, ich habe ja schon öfters versucht mit ihm zu reden aber er lässt mich immer abblitzen. „Kann es sein, dass du gar nicht willst, dass ich hier her ziehe?“ Fragte ich dann direkt und sah ihn vorsichtig von unten an. Ich war echt frustriert und da musste das einfach mal raus.
Eigentlich wollte ich ihn nur provozieren damit. Ich glaube nicht, dass er nicht will das ich hier bin aber wenn er sich gar so komisch anstellt, beschleicht mich eben ab und zu der Gedanke. Sein Gesicht verfinsterte sich weiter bevor er einfach aufstand und ging. Ich sprang auch vom Tisch auf und lief ihm nach. „Rafael“ Er lief weiter die Treppen nach oben ohne mich zu beachten. Ich war noch in der Hälfte der Treppe als oben laut eine Tür zuknallte. Na super! Ich rollte mit den Augen und lief dem Geräusch nach.
Ein bisschen sauer war ich jetzt auch, wie er mich einfach stehen lassen hat. Ich wartete ein paar Minuten um mich abzuregen bevor ich rein ging aber da sein Auto verschwunden war und alles ruhig ist, wird er mal wieder die Flucht nach vorn angetreten haben. Na super, so hatte ich mir das vorgestellt!
Der Tag fing so schön an und jetzt? Das er wieder kommt glaube ich nicht und ich wollte auch nicht warten also fuhr ich einfach alleine an den Strand. Besser alleine zu sein als seine absurden Behauptungen zu ertragen. So richtig Ruhe hatte ich natürlich nicht da ich mich frage was da vielleicht noch kommen wird. Rafa ist eigentlich immer relativ ausgeglichen und er regt sich nicht sofort über alles auf aber wenn er es tut, dann richtig.
Nervös war ich schon als ich wieder zurück fuhr. Wir sollen ja eigentlich heute Abend bei seinen Eltern zum Essen erscheinen. Das war schon länger ausgemacht und ich weiß bisher nicht ob es dabei auch bleibt. Natürlich war er nicht da als ich in die Einfahrt fuhr aber damit hatte ich schon gerechnet. Duschen und Haare waschen musste ich ja sowieso nachdem ich am Strand war also tat ich das erstmal.
Wir hatten ausgemacht, dass wir um acht losfahren und es war ungefähr zehn Minuten vor um acht als Rafa wie aus dem nichts auftauchte. Sein Gesicht war dasselbe wie heute früh aber das schockt mich auch nicht mehr. „Bist du fertig?“ Fragte er nur als wenn gar nichts gewesen wäre. Ich blieb sitzen und sah ihn nur an. Will er mich verarschen? Ich hatte jetzt aber echt keine Lust auf sinnlose Diskussionen also lief ich einfach raus zu seinem Auto ohne einen Ton zu sagen. In weiser Voraussicht hatte ich mich schon vor einer halben Stunde umgezogen da ich ja nicht wusste ob wir zu seinen Eltern fahren oder nicht. Er kam ein paar Minuten später und stieg dann ein.
Die Stimmung war natürlich angespannt, keiner sagte einen Ton. Er sah stur geradeaus und würdigte mich keines Blickes, kann er haben dachte ich mir und sah einfach zur Seite aus dem Fenster. Ab und zu sah ich aus dem Augenwinkel zu ihm rüber. Es hat was wenn er so konzentriert auf die Straße sieht aber ich weiß, dass er nicht in Stimmung für Scherze ist. Es dauerte zum Glück nur zehn Minuten bis wir in Manacor waren. So schlecht war die Idee mit seinen Eltern gar nicht, ich habe jedenfalls keine Lust mit ihm alleine zu sein wenn er mich dann nur anschweigt. Komisch ist es ja das er mich mitgenommen hat, er hätte ja auch einfach alleine fahren können. Dann hätten seine Eltern aber sicher gefragt wo ich bin und das wird er wohl nicht wollen also hat er mich mitgenommen. So blöd sind sie aber nicht, seine Mutter merkt doch sofort, dass irgendwas los ist. Ich spielte das Spiel also einfach mal mit. Es war grotesk, mit seinen Eltern redet er als wenn nichts wäre und mich lässt er links liegen obwohl ich direkt neben ihm sitze.
Ich fühlte mich wie im falschen Film. Zwar versuchte ich mir nichts anmerken zu lassen aber das kann ich mir sparen weil Ana Maria schon so merkwürdig guckte. Die ahnen doch was aber es ist mir ehrlich gesagt egal, Rafa wollte es doch so! Es dauerte nicht lange bis es wieder um Südafrika und das Finale ging also verzog ich mich mit seiner Mutter in die Küche. Sie meinte zwar ich soll sitzen bleiben weil sie keine Hilfe braucht aber ich ließ nicht locker also gab sie nach. Lange dauerte es auch nicht bis sie sich umdrehte und mich neugierig musterte.
„Was war denn los? Ich meine, es ist eine eigenartige Stimmung“ Fragte sie dann auch gleich mit einem vorsichtigen Lächeln. „Das wüsste ich auch gerne. Er hat keinen wirklichen Grund sich so aufzuführen, wenn er sowieso nicht mit mir reden will hätte er mich auch in Porto Cristo lassen können“ Antwortete ich ihr und zuckte mit den Schultern, ich fand es irgendwie schon zum Lachen alles. “Es ist zwar selten, dass er sich so aufregt aber das gibt sich auch wieder. Ich meine, du hast doch einen guten Einfluss auf ihn“ Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln aber mehr aus Verzweiflung.
„Davon merke ich nichts. Ich bringe wohl auch die negativen Seiten in ihm zum Vorschein“ “Hey, das liegt nicht an dir. Das macht er schon immer das er nicht redet wenn er sauer ist“ “Ich weiß ja nicht mal so richtig warum er sauer ist wenn er nicht redet. Manchmal benimmt er sich wie ein verwöhnter Vierjähriger“ Ihr Lächeln sah richtig schön aus, sie fand das wohl auch noch witzig. “Warte eine Weile ab“ “Inzwischen bin ich ja wieder zu Hause. Heute früh war alles noch normal und plötzlich tickt er aus“ “Es war ein bisschen viel alles die letzten Wochen“ Es überrascht mich nicht wirklich, dass sie Rafa in Schutz nimmt.
Ich weiß auch was er in den letzten Wochen alles gemacht hat, das rechtfertigt doch aber sein Verhalten nicht. „Kommt ihr morgen wieder zum Essen vorbei?“ Die Frage war gut! Eigentlich hätte ich gleich zugestimmt. So richtig Lust zu kochen haben wir ja nicht und wenn sie es sowieso schon anbietet. Ich weiß ja das Rafa an seiner Familie hängt und daher nicht lange überlegt ob er hinfährt oder nicht. “Wenn Rafael sich bis dahin entschließt doch noch mit mir zu reden vielleicht“ “Das wird schon wieder“
Meine Laune war im Keller angekommen als wir zurück fuhren. Rafa hat wohl Spaß dabei so zu tun als wenn ich nicht da wäre. Mit seinen Eltern redet er ganz normal und jetzt schweigt er mich wieder an! So ganz allmählich wurde mir das zu blöd. Ich war echt froh als wir wieder in Porto Cristo waren, da konnte ich ihm aus dem Weg gehen. Falls er glaubt, dass ich jetzt ein Bett mit ihm teile nachdem was er abgezogen hat, täuscht er sich!
Es kann Vorteile haben wenn man mehr als ein Schlafzimmer hat. Das Schlimme ist das es ihn offensichtlich gar nicht interessierte das ich mich ins Gästezimmer verzogen habe. Ich dachte ja er kommt nochmal rein aber das war ein Irrtum. Irgendwann gab ich es auf und machte das Licht aus. Mir ging so viel durch den Kopf, dass ich keine Ruhe fand. So hatte ich mir das alles nicht vorgestellt.
In England hat er noch rumgejammert das wir uns nicht sehen und das er sich freut, dass ich hier bin. Davon merke ich gerade nicht sehr viel. Zwar würde ich lieber neben ihm schlafen wenn ich schon hier bin aber das bringt mir auch nichts wenn er mich dann ignoriert. Das ist Schlimmer als wenn er rumschreien würde. Vielleicht hätte ich ja erst mit ihm reden sollen und nicht mit Nicole aber deswegen muss er doch nicht gleich so eine Welle machen.
Der nächste Tag ging so weiter wie der davor aufgehört hatte. Ich war mir nicht sicher ob er noch schläft oder gar nicht mehr hier ist. Zumindest war alles ruhig im Haus also frühstückte ich alleine, blieb mir ja auch keine andere Wahl. Ich wäre ja gerne mit Rafa an den Strand gegangen aber damit wird es wohl nichts. Etwas überrascht war ich schon als ich von oben Geräusche vernahm. Ich lehnte mich leicht zur Seite damit ich die Treppe im Flur sehen kann und nach ein paar Sekunden kam Rafa total verschlafen nach unten geschlurft. Hat er so lange geschlafen? Es war schon nach um zehn.
Eigentlich war ich fest davon ausgegangen das er schon weg ist daher war ich etwas überrumpelt jetzt. Er setzte sich mir gegenüber hin und legte dann seine Hände auf den Tisch. „Es tut mir leid wegen gestern, ich ähm… es ging einfach nicht“ Ich stellte meine Tasse weg und sah ihn eine Weile an. Seine Haare standen in alle Himmelsrichtungen ab und wenn er mich so verschlafen ansieht, komme ich auf ganz dumme Ideen. Da vergesse ich sogar für einen kurzen Moment, dass ich ja sauer auf ihn bin. „Wie, es ging nicht?“ Fragte ich dann da ich wirklich nicht wusste was er genau meint. Er sah auf seine Hände und wieder zu mir. „Ich kann nicht verstehen wieso du nicht mit mir redest darüber. Ich meine, falls du wirklich beabsichtigst hier her zu ziehen, geht mich das ja auch was an. Ist echt schön das von Dritten zu erfahren, ich kam mir total bescheuert vor“ Ich sah etwas betreten in meinen Kaffee und wurde nervös.
„Das war nicht meine Absicht und ich wollte das so nicht. Klar hätte ich mit dir geredet aber ich ahnte nicht, dass es gleich die ganze Insel weiß wenn ich mit Nicole darüber rede. Außerdem stellst du dich immer so an bei dem Thema, wie soll ich mit dir darüber reden ohne das du ausflippst?“ Er blieb zwar sitzen aber er zappelte ziemlich nervös rum, es fiel ihm wohl schwer ruhig zu bleiben. „Ich dachte du vertraust mir“ Kam es dann nur mit einem richtig bösen Blick. Was geht denn jetzt los? Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht aber hätte ich geahnt, dass Rafa gleich so einen Zirkus veranstaltet, hätte ich die Klappe gehalten. „Es tut mir leid, ok? Ich habe das nicht gemacht um dich zu ärgern“
Er sagte nichts und es war ein paar Minuten ruhig. Das er nicht weiter auf das Thema eingeht, spricht ja auch für sich. Jetzt waren wir doch gerade dabei und konnten mal reden aber nein, Rafa hält es wohl nicht für nötig. Klar war das deprimierend, ich habe ja schon öfters versucht mit ihm zu reden aber er lässt mich immer abblitzen. „Kann es sein, dass du gar nicht willst, dass ich hier her ziehe?“ Fragte ich dann direkt und sah ihn vorsichtig von unten an. Ich war echt frustriert und da musste das einfach mal raus.
Eigentlich wollte ich ihn nur provozieren damit. Ich glaube nicht, dass er nicht will das ich hier bin aber wenn er sich gar so komisch anstellt, beschleicht mich eben ab und zu der Gedanke. Sein Gesicht verfinsterte sich weiter bevor er einfach aufstand und ging. Ich sprang auch vom Tisch auf und lief ihm nach. „Rafael“ Er lief weiter die Treppen nach oben ohne mich zu beachten. Ich war noch in der Hälfte der Treppe als oben laut eine Tür zuknallte. Na super! Ich rollte mit den Augen und lief dem Geräusch nach.
8 October 2010
Chapter 65
Mir schien es als würde ich schon eine Ewigkeit im Dunkeln im Flur sitzen dabei waren es wahrscheinlich nur wenige Minuten. Ich bin aber so ungeduldig und außerdem bin ich schrecklich neugierig und kann es kaum erwarten. Nachdem ich erst nicht so richtig begeistert war von der Idee, war ich jetzt doch gespannt. „Bin wieder da“ Kam es plötzlich ganz begeistert. Na endlich! Ich dachte schon er lässt mich die halbe Nacht hier sitzen! Ich sprang auf und wollte gleich losgehen wohin auch immer. „Zum Glück, ich dachte schon du hast mich vergessen“ “Natürlich nicht, ich habe mich auch extra beeilt weil ich weiß das du es nicht abwarten kannst“
Da musste ich doch lachen und dachte so das er mich ja besser zu kennen scheint als ich vermutet habe. „Wo gehen wir hin?“ Fragte ich dann doch da ich nicht anders konnte. “Jetzt warte doch mal ab!“ Ok, ich gab es auf. Ich lief dann langsam los, Rafa hinter mir und seine Hände waren auf meinen Schultern da ich ja nicht weiß wo ich hinlaufen soll. Ich wartete eigentlich nur darauf, dass er sagt das wir nach oben gehen aber es kam nichts, die Richtung stimmte auch nicht. „Gehen wir nach oben?“ Fragte ich dann einfach während ich mit den Händen nach Hindernissen vor mir tastete. „No, wir bleiben hier“ Ich nahm dann einen leichten Lufthauch wahr, ich glaube wir sind nicht mehr im Haus sondern auf der Terrasse, mysteriöse Sache. Langsam machte das Spaß mit dem umherlaufen mit verbundenen Augen aber er deutete mir dann an das ich stehen bleiben soll. Ich hätte mir ab liebsten den Schal von den Augen gerissen aber ich dachte das ich sowieso gleich was sehen kann und wartete. Rafa stand ja noch hinter mir und er löste schon mal den Knoten von dem Schal. „Es ist nichts Besonderes, mir kam nur vorhin so spontan die Idee dazu“ Ein paar Augenblicke später fiel der Schal von meinen Augen.
Ich sah mich kurz um und staunte erstmal. Sowas hatte ich auch noch nicht gesehen. Es war alles Dunkel, die einzige Beleuchtung war der Pool und unzählige Kerzen die ringsum verteilt waren. Ich bin nicht so übertrieben auf Romantik aus aber es sah wirklich gut aus. Auf die Idee hätte ich doch auch selbst kommen können. Ist er wirklich von ganz alleine darauf gekommen? Ich drehte mich zu ihm um und zog ein breites Lächeln. „Das sieht wirklich gut aus“ Eigentlich dachte ich er freut sich aber etwas skeptisch sah er mich schon an. „Es ist ein bisschen kitschig, no?“ Ich musste kichern und umarmte ihn. „Ein wenig aber es ist trotzdem schön“ “Ich dachte schon es gefällt dir vielleicht nicht“ “Klar gefällt es mir!“ Ich dachte schon er sieht mich jetzt die ganze Zeit so skeptisch an aber sein Lächeln erschien dann doch noch. Wir machten es uns auf der Couch zusammen bequem. Neben dem Pool ist ja so eine überdachte Sitzecke und dort kann man den ganzen Tag faul sein und die Aussicht genießen. Im Dunkeln hat es aber auch was, es war total ruhig und noch richtig warm. Auf dem Tisch standen auch Kerzen, das war mir vorhin entgangen.
Wenn ich es nicht wüsste, würde ich denken das er mich mit Wein abfüllen will weil wir vorhin auch welchen getrunken haben aber er konnte nicht so viel Alkohol trinken weil er hier her zurück fahren musste. Ich könnte richtig sentimental werden wenn ich mich hier umsehe. Vor einer Woche nach dem Wimbledon Finale war noch das totale Chaos und alle haben sich um Rafa geschlagen und jetzt sitzen wir hier völlig entspannt und alleine. Mir ist es lieber wenn wir alleine sind und ich Rafa nicht mit einem Tennisstadion voll Menschen teilen muss. „Hast du dir den Wimbledon Pokal mal aus der Nähe angesehen?“ Ich hob meinen Kopf etwas das ich in sein Gesicht sehen konnte und zog ein breites Lächeln. „Natürlich, obwohl du ja schon einen hattest aber man kann nie genug davon haben“ „Dachte ich mir auch und wollte den unbedingt gewinnen“ Ich betrachtete Rafa eine Weile und musste mich beherrschen nichts Unanständiges zu tun.
Es war alles in ein warmes Licht getaucht durch die Kerzen und wenn Rafa mich so anstrahlt, werde ich immer nervös. Am liebsten würde ich ihn küssen aber ich könnte dann nicht mehr aufhören damit. Ich musste mich schon vorhin als wir im Restaurant waren beherrschen weil er unverschämt gut aussieht in schwarz. Jetzt ist es aber egal weil wir alleine sind also küsste ich ihn doch. Etwas überrascht war er wohl schon anfangs aber das gab sich recht schnell. Mit dem aufhören war das so eine Sache, es ging nicht. Es drehte sich langsam alles in meinem Kopf und warm wurde es mir auch.
Es war alles zu aufregend und ich hatte mich nicht wirklich unter Kontrolle. Ein bisschen mehr wollte ich schon von ihm und er hat so viel an aber das werde ich gleich ändern. Ich zog ihm erst nur sein Hemd aus und küsste mich langsam zu seinem Bauchnabel nach unten. Es kribbelte mir regelrecht in den Fingern weil es mir irgendwie alles zu lange dauert. Vielleicht würde es helfen wenn ich mal ganz tief Luft hole? Gut Idee, da kam ich wieder etwas zu Sinnen. Ich sah langsam an Rafa nach unten und schluckte kräftig. Er lag längs auf der Couch und sah mich gespannt an. Zwar hatte er noch seine Jeans an aber nichts weiter, der Anblick ist der heimliche Traum einer jeden Frau. Zu sagen, dass mir bei dem Anblick das Wasser im Mund zusammen läuft, wäre untertrieben.
Ich konnte nicht anders und küsste ihn wieder während ich mit den Händen den Verschluss seiner Jeans öffnete. „Was soll das werden?“ Kam es dann tatsächlich. Ich sah nach oben in sein Gesicht und grinste ihn nur breit an. „So schwer kann es nicht zu erraten sein oder?“ Wieso fragt er jetzt so und warum tut er so scheinheilig? „Ich würde mal sagen du willst mich ausziehen“ Ich rollte nur mit den Augen und musste mir ein Lachen verkneifen. „Du merkst auch alles! Höre auf solche Fragen zu stellen weil ich sonst gehe und du dich mit dir selbst beschäftigen kannst“ “Das kannst du nicht machen!“ Kam es gleich mit weit aufgerissenen Augen. Bekam er jetzt doch Angst, dass ich gehen könnte? Ich lehnte mich wieder zu ihm und küsste ihn verführerisch. „Was denkst du was ich alles machen kann“
Ich sah kurz um mich als ich wieder klar denken konnte, wir lagen noch auf der Couch direkt neben dem Pool. Mir war es aber total egal gewesen wo wir sind solange ich von ihm kriege was ich will. Es war mehr als nur gut, ich bin ja sicher nicht sexsüchtig oder sowas aber es fehlt mir schon wenn wir uns länger nicht sehen können. Umso schöner ist die Aussicht, dass wir die nächsten zwei Wochen hier sind. Ich hob meinen Kopf etwas und sah in sein Gesicht. Seine Hand wandert zwar langsam meinen Rücken auf und ab aber er lag so entspannt da das man denken könnte er schläft.
Das würde ich jetzt auch gerne tun aber mir ließen die Kerzen keine Ruhe. Die brennen zwar runter und gehen dann von selbst aus aber das lässt mir trotzdem keine Ruhe. Zwar habe ich keine Lust nochmal aufzustehen aber einer muss es ja machen und Rafa sieht nicht so aus als wenn er Lust hätte dazu. Ich setzte mich hin und griff nach einer Decke die über den Sessel hing. Es könnte etwas frisch werden ohne Decke und Rafa scheint ja hier liegen zu bleiben wie es scheint. Ich deckte ihn zu und stand dann auf. Eigentlich wollte ich ja die Kerzen auspusten aber es war interessanter Rafa zu beobachten wie er auf der Couch liegt. Am liebsten würde ich mich gleich wieder neben ihn legen aber das kann ich ja später noch tun also machte ich mich auf den Weg zu den Kerzen.
Es wurde dunkler und dunkler mit jeder Kerze die ich auspustete. Zum Schluss schaltete ich noch die Beleuchtung vom Pool aus und dann sah ich so gut wie gar nichts mehr. Zur Straße hin waren ja hohe Hecken also schien überhaupt gar kein Licht mehr rein. Jetzt konnte man endlich mal die Sterne sehen. Das geht ja kaum bei mir zu Hause wegen der Beleuchtung überall aber hier kann man in aller Ruhe Sterne beobachten. Da werde ich nur wieder sentimental. Leider wurde es ein bisschen frisch, ich sollte vielleicht etwas anziehen wenn ich länger hier stehe.
Mir kam dann auch so in den Kopf das ich ja auch ins Haus gehen könnte und mich bequem ins Bett liege aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Rafa nicht mehr aufsteht. Na schön, dann bleiben wir eben draußen, die eine Nacht wird das schon gehen. Ich lief zurück zur Couch und drängelte etwas damit er Platz macht. Zwar umarmte er mich aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht mehr wach ist. „Schläfst du?“ Fragte ich leise und versuchte ihn anzusehen. Es kam gar keine Reaktion also schläft er doch. Ich machte es mir bequem soweit das ging und schloss auch meine Augen.
Ein lautes Knallen beendete dann jäh die Nacht. Ich wurde erst unruhig und wollte mich auf die andere Seite drehen aber ich merkte ziemlich schnell, dass ich nicht im Bett liege. Und wieso ist es so hell und warm in meinem Gesicht? Ich blinzelte mit einem Auge und mir schien voll die Sonne ins Gesicht außerdem tat mir der Nacken weh weil Rafa seinen Arm darunter liegen hatte. Ich setzte mich mühselig hin und kniff die Augen zu weil mit die Sonne blendete. Ich wusste das die Idee mit dem schlafen direkt neben dem Pool bedeutet, dass die Nacht früh zu Ende ist. Zwar ist die Sitzecke überdacht aber die Sonne ging direkt über dem Meer auf und stand noch entsprechend tief.
Eigentlich ist das ja schön den Sonnenaufgang über dem Meer zu sehen aber ich hätte lieber noch geschlafen. Kurz sah ich nach hinten, Rafa machte sich gar nichts aus lauten Geräuschen und direkter Sonneneinstrahlung, der schlief als wenn nichts wäre! Ich stand auf und verzog mich erstmal ins Haus, duschen und etwas anziehen. Das es noch recht früh ist hatte ich mir schon gedacht aber es war tatsächlich erst kurz nach um sieben! Ist jetzt aber auch egal, nun bin ich munter. Es war nicht wirklich geplant, dass wir sozusagen unter freiem Himmel übernachten aber der Abend hatte sich ja doch noch gelohnt! Ich machte mir schon immer mal einen Kaffee und sah ab und zu mal nach draußen aber es blieb alles ruhig. Rafa hatte sich inzwischen umgedreht und es war so gut wie nichts zu sehen von ihm, ich sah nur ein Haarbüschel aus der blauen Decke rausgucken.
Mit dem Kaffee und einer Tasse heiße Schokolade lief ich wieder raus und stellte die Tassen auf den Tisch bevor ich mich hinsetzte. Wenn er nicht aufwacht, wecke ich ihn eben. Ich schob die Decke etwas nach unten und küsste ihn auf die Schulter, mit eher mäßigem Erfolg. Die Welt könnte untergehen und Rafa würde nichts davon merken. Ich versuchte mit einer Hand seine Frisur zu retten und verteilte nebenbei weiter Küsse auf ihm. „Hey, aufwachen“ Flüsterte ich in sein Ohr und ließ nicht locker. Immerhin gab er ein Lebenszeichen von sich indem er sich auf den Rücken drehte und sich eine Hand vor die Augen hielt. Ja, so ist das wenn einen die Sonne blendet! Noch ziemlich verschlafen sah er erst auf den Tisch und dann zu mir. Ich konnte mir ein breites Lächeln nicht verkneifen, er sah zu herrlich aus. „Ich dachte schon du wachst nie auf!“ Sagte ich ganz begeistert und strahlte ihn an. „Wie spät ist es?“ Fragte er leise und gähnte dann erstmal. „Inzwischen fast halb acht. Ich weiß nicht ob es dein Plan war hier zu schlafen aber ich kann’s auch nicht ändern, dass die Sonne so früh aufgeht“ Lange dauerte es nicht bis zu seinem breiten Lächeln.
„Geplant war das nicht aber es stört mich auch nicht“ “Habe dir etwas mitgebracht“ Ich hielt ihm die Tasse mit der Schokolade hin und wartete bis er sich hingesetzt hatte und nach der Tasse griff. „Gute Idee“ Ich betrachtete ihn und holte dann ruhig Luft. Ich weiß ja, dass er nichts an hat und die Decke war bis zu seinem Bauchnabel nach unten gerutscht. Sein Lächeln verschwand dann aber ziemlich schnell wieder. Ein bisschen kenne ich ihn ja nun inzwischen und ich weiß, dass etwas los ist wenn er so ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter zieht. „Was ist los?“ Fragte ich direkt und nippte an der Tasse. „Eigentlich nichts“ Meinte er mit einem Blick auf sein Knie unter der Decke.
So blöd bin ich nun auch nicht wie es vielleicht scheint. „Sage nicht dir tut das Knie weh!“ Meinte ich mehr als Feststellung und sah ihn aufmerksam an. Er sagte nichts aber der Blick den er mir zuwarf war eindeutig als ja zu verstehen. Gestern habe ich ihm nichts angemerkt daher war es schon ein bisschen komisch. Das kommt doch nicht über Nacht und vor allem hat er gar kein Tennis gespielt die letzte Woche. Er trank einen Schluck und sah mich dann wieder an. „Das ist von der Behandlung letzte Woche, es soll ja dann besser werden aber das dauert eine Weile bis es abgeheilt ist. Es tut nur weh wenn ich mich eine Weile nicht bewegt habe“ Dann scheint das ja doch nicht so harmlos gewesen zu sein wie er gesagt hat wenn es eine Woche danach noch weh tut. Da ich weiß das Rafa nicht zimperlich ist, wird es schon entsprechend sein. „Es war nicht ganz so harmlos wie du gesagt hast no?“ So direkt eine Frage war das nicht da ich die Antwort ja schon wusste.
„Ich bin echt froh, dass ich das nicht nochmal machen muss. Es waren ja nur drei Behandlungen verteilt über mehrere Monate und ich bin einiges gewohnt aber das war hart an der Grenze. Ich habe das extra so gelegt das es in die Zeit nach Wimbledon fällt weil ich schon vorher wusste das ich danach 10 Tage nicht trainieren darf“ Eine Weile sagte niemand etwas und wir hingen unseren Gedanken nach. Ich kann es nicht verstehen warum er bis zum Äußersten geht für die Karriere. Er nimmt es in Kauf seine Gesundheit auf’s Spiel zu setzen und das weiß er auch. Es mag vielleicht kurzfristig helfen aber es steht außer Frage, dass es nur eine Zeitfrage bis zur nächsten Verletzung ist. Das lässt sich auch nicht vermeiden wenn man immer 100% geben muss. Die Luft ist sehr dünn in der oberen Weltrangliste also muss man sich auch wirklich anstrengen um das Level halten zu können und das fällt keinem einfach so zu. Es ist ja nicht nur Rafa, das trifft auf alle Spieler zu. „Gehen wir zum Strand?“ Fragte ich dann um das Thema zu wechseln.
Er weiß wie ich darüber denke das er alles tut um spielen zu können und das es nichts bringt wenn wir darüber diskutieren. Ich muss es akzeptieren, es ist seine Entscheidung am Ende auch wenn ich es nicht gut finde. „Können wir machen, ich muss dann nur mal kurz zu Maymó was abholen“ Kam es dann mit einem freundlicheren Gesicht als zuvor. „Außerdem bist du nicht der einzige dem etwas weh tut, dein Arm war die ganze Nacht unter meinem Nacken und jetzt kann ich meinen Kopf nicht mehr drehen“ Er rückte näher zu mir und legte seine Hände auf meine Schultern. „Da lässt sich vielleicht was machen“ Ich drehte ihm meinen Rücken zu und musste lachen. Es war nicht so gemeint als ich das sagte aber wenn er es mir schon anbietet. „Aber nicht so fest, es tut wirklich weh“ “Habe ich jemals irgendwas getan, das du nicht wolltest?“ Ich drehte meinen Kopf zur Seite damit ich ihn sehen kann. „Ich wollte dir nichts unterstellen“
Ich hatte ja erst meine Zweifel was er so für Qualitäten als Masseur hat aber anscheinend hat er gut aufgepasst bei seinem Physio. Rafa ist vielleicht nicht perfekt aber es tat wirklich gut, er kann das den ganzen Tag machen! Ich schloss meine Augen und genoss es einfach. „Wenn du irgendwann mal keine Lust mehr auf Tennis hast, kannst du ja eine Karriere als Masseur anstreben“ “Es gefällt dir also?“ “Klar gefällt es mir, das tut richtig gut“ Lange konnte ich es nur nicht genießen weil Rafa jammerte das ihm angeblich die Hände wehtun. Was soll sein Physio Rafa Maymó sagen wenn er ihn stundenlang durchknetet? Gut, der bekommt Geld dafür und das auch nicht wenig aber trotzdem.
Es war zwar noch früh aber jetzt sind wir sowieso schon mal wach also konnten wir auch frühstücken. Er wollte ja unbedingt noch zu Maymó irgendwas abholen also rief ich derweil mal meine Eltern an und wartete bis Rafa wieder hier erscheint das wir zum Strand fahren können. Meine Eltern waren direkt erschrocken, dass ich so früh schon wach bin, die glaubten wohl wir liegen bis Mittag im Bett. Die kennen ja Rafa nicht, er würde niemals so lange im Bett bleiben es sei denn er ist erst um vier oder später ins Bett gegangen.
Anscheinend dauert es eine Weile also zog ich immer meinen Bikini drunter und packte meine Strandtasche ein. Der Schirm war ja auch schon hier. Es ist ja Schwachsinn das ich ihn immer mit nach Hause nehme, also bleibt der hier wenn ich nicht da bin. Ich dachte schon die Sonne geht wieder unter bis Rafa mal wieder erscheint aber er tauchte dann doch wieder auf. Ich lief vom Pool rein ins Haus und hielt neugierig nach ihm Ausschau. „Können wir los?“ Rief ich laut in Richtung Flur. Es kam keine Antwort aber Rafa kam ein paar Augenblicke später in meine Richtung gelaufen und ließ den Autoschlüssel nebenbei auf den Tisch fallen. Sein Gesicht war auch wieder herrlich, das Knie scheint ihn ja echt zu beschäftigen. Er lief an mir vorbei und blieb plötzlich stehen.
Ich fand das jetzt ein bisschen komisch, er verhält sich sonderbar. Erst redet er nicht mit mir und dann läuft er an mir vorbei als wenn ich gar nicht da wäre. Kurz überlegte ich was jetzt wieder los ist mit ihm aber bevor ich nachfragen konnte, drehte er sich zu mir um und sah mich an. „Kannst du mir mal erklären wieso ich von Maymó erfahre das du hier her ziehen willst?“ Fragte er übertrieben freundlich. Mir entging natürlich nicht, dass er sich wohl beherrschen muss um ruhig zu bleiben. Ich stand nur da und schnappte nach Luft. Hä, was geht denn jetzt ab? „Wie kommst du darauf?“ Er hob seine Hände abwehrend und hielt kurz inne. „Ich habe gerade keinen Nerv und muss mich beherrschen nicht total auszuflippen also beantworte einfach meine Frage nicht mit einer Gegenfrage“ Was ist denn jetzt los? Ich wusste gar nicht wie mir geschieht aber inzwischen erklärt sich warum er so ein Gesicht zieht. Er schien ziemlich unter Strom zu stehen.
Da ich ihm nicht ganz folgen konnte, verschränkte ich meine Arme vor dem Bauch und lehnte mich an den Tisch. „Wo ist denn jetzt das Problem?“ Fragte ich dann da ich mir keinen Reim darauf machen konnte warum er jetzt so sauer ist. Vielleicht hätte ich das besser nicht fragen sollen da Rafa sich anscheinend nur noch mehr aufregte. „Wo das Problem ist? Das ist jetzt nicht dein ernst oder? Ich tauche nichts Schlimmes ahnend bei dem auf und der fragt mich allen Ernstes wann du hier her ziehst. Offensichtlich hast du ja auch schon Bewerbungen geschrieben. Du erzählst mir jeden Scheiß aber anscheinend erfahre ich nur die unwichtigen Dinge. Er fahre ich am Ende die Neuigkeiten aus der Zeitung oder wie?“ Wieso regt er sich denn jetzt so fürchterlich auf?
Ich verstehe das gar nicht so richtig. „Das war doch nichts weiter, ich habe mit Nicole darüber geredet als sie hier war aber das muss die missverstanden haben. Ich meine, dass ich darüber nachdenke heißt noch lange nicht, dass ich es auch tue“ Er rollte mit den Augen und fuchtelte dann mit den Armen. „Ich kann mir das nicht länger antuen“ Ehe ich noch was sagen konnte, drehte er sich um und stürmte ins Haus.
Da musste ich doch lachen und dachte so das er mich ja besser zu kennen scheint als ich vermutet habe. „Wo gehen wir hin?“ Fragte ich dann doch da ich nicht anders konnte. “Jetzt warte doch mal ab!“ Ok, ich gab es auf. Ich lief dann langsam los, Rafa hinter mir und seine Hände waren auf meinen Schultern da ich ja nicht weiß wo ich hinlaufen soll. Ich wartete eigentlich nur darauf, dass er sagt das wir nach oben gehen aber es kam nichts, die Richtung stimmte auch nicht. „Gehen wir nach oben?“ Fragte ich dann einfach während ich mit den Händen nach Hindernissen vor mir tastete. „No, wir bleiben hier“ Ich nahm dann einen leichten Lufthauch wahr, ich glaube wir sind nicht mehr im Haus sondern auf der Terrasse, mysteriöse Sache. Langsam machte das Spaß mit dem umherlaufen mit verbundenen Augen aber er deutete mir dann an das ich stehen bleiben soll. Ich hätte mir ab liebsten den Schal von den Augen gerissen aber ich dachte das ich sowieso gleich was sehen kann und wartete. Rafa stand ja noch hinter mir und er löste schon mal den Knoten von dem Schal. „Es ist nichts Besonderes, mir kam nur vorhin so spontan die Idee dazu“ Ein paar Augenblicke später fiel der Schal von meinen Augen.
Ich sah mich kurz um und staunte erstmal. Sowas hatte ich auch noch nicht gesehen. Es war alles Dunkel, die einzige Beleuchtung war der Pool und unzählige Kerzen die ringsum verteilt waren. Ich bin nicht so übertrieben auf Romantik aus aber es sah wirklich gut aus. Auf die Idee hätte ich doch auch selbst kommen können. Ist er wirklich von ganz alleine darauf gekommen? Ich drehte mich zu ihm um und zog ein breites Lächeln. „Das sieht wirklich gut aus“ Eigentlich dachte ich er freut sich aber etwas skeptisch sah er mich schon an. „Es ist ein bisschen kitschig, no?“ Ich musste kichern und umarmte ihn. „Ein wenig aber es ist trotzdem schön“ “Ich dachte schon es gefällt dir vielleicht nicht“ “Klar gefällt es mir!“ Ich dachte schon er sieht mich jetzt die ganze Zeit so skeptisch an aber sein Lächeln erschien dann doch noch. Wir machten es uns auf der Couch zusammen bequem. Neben dem Pool ist ja so eine überdachte Sitzecke und dort kann man den ganzen Tag faul sein und die Aussicht genießen. Im Dunkeln hat es aber auch was, es war total ruhig und noch richtig warm. Auf dem Tisch standen auch Kerzen, das war mir vorhin entgangen.
Wenn ich es nicht wüsste, würde ich denken das er mich mit Wein abfüllen will weil wir vorhin auch welchen getrunken haben aber er konnte nicht so viel Alkohol trinken weil er hier her zurück fahren musste. Ich könnte richtig sentimental werden wenn ich mich hier umsehe. Vor einer Woche nach dem Wimbledon Finale war noch das totale Chaos und alle haben sich um Rafa geschlagen und jetzt sitzen wir hier völlig entspannt und alleine. Mir ist es lieber wenn wir alleine sind und ich Rafa nicht mit einem Tennisstadion voll Menschen teilen muss. „Hast du dir den Wimbledon Pokal mal aus der Nähe angesehen?“ Ich hob meinen Kopf etwas das ich in sein Gesicht sehen konnte und zog ein breites Lächeln. „Natürlich, obwohl du ja schon einen hattest aber man kann nie genug davon haben“ „Dachte ich mir auch und wollte den unbedingt gewinnen“ Ich betrachtete Rafa eine Weile und musste mich beherrschen nichts Unanständiges zu tun.
Es war alles in ein warmes Licht getaucht durch die Kerzen und wenn Rafa mich so anstrahlt, werde ich immer nervös. Am liebsten würde ich ihn küssen aber ich könnte dann nicht mehr aufhören damit. Ich musste mich schon vorhin als wir im Restaurant waren beherrschen weil er unverschämt gut aussieht in schwarz. Jetzt ist es aber egal weil wir alleine sind also küsste ich ihn doch. Etwas überrascht war er wohl schon anfangs aber das gab sich recht schnell. Mit dem aufhören war das so eine Sache, es ging nicht. Es drehte sich langsam alles in meinem Kopf und warm wurde es mir auch.
Es war alles zu aufregend und ich hatte mich nicht wirklich unter Kontrolle. Ein bisschen mehr wollte ich schon von ihm und er hat so viel an aber das werde ich gleich ändern. Ich zog ihm erst nur sein Hemd aus und küsste mich langsam zu seinem Bauchnabel nach unten. Es kribbelte mir regelrecht in den Fingern weil es mir irgendwie alles zu lange dauert. Vielleicht würde es helfen wenn ich mal ganz tief Luft hole? Gut Idee, da kam ich wieder etwas zu Sinnen. Ich sah langsam an Rafa nach unten und schluckte kräftig. Er lag längs auf der Couch und sah mich gespannt an. Zwar hatte er noch seine Jeans an aber nichts weiter, der Anblick ist der heimliche Traum einer jeden Frau. Zu sagen, dass mir bei dem Anblick das Wasser im Mund zusammen läuft, wäre untertrieben.
Ich konnte nicht anders und küsste ihn wieder während ich mit den Händen den Verschluss seiner Jeans öffnete. „Was soll das werden?“ Kam es dann tatsächlich. Ich sah nach oben in sein Gesicht und grinste ihn nur breit an. „So schwer kann es nicht zu erraten sein oder?“ Wieso fragt er jetzt so und warum tut er so scheinheilig? „Ich würde mal sagen du willst mich ausziehen“ Ich rollte nur mit den Augen und musste mir ein Lachen verkneifen. „Du merkst auch alles! Höre auf solche Fragen zu stellen weil ich sonst gehe und du dich mit dir selbst beschäftigen kannst“ “Das kannst du nicht machen!“ Kam es gleich mit weit aufgerissenen Augen. Bekam er jetzt doch Angst, dass ich gehen könnte? Ich lehnte mich wieder zu ihm und küsste ihn verführerisch. „Was denkst du was ich alles machen kann“
Ich sah kurz um mich als ich wieder klar denken konnte, wir lagen noch auf der Couch direkt neben dem Pool. Mir war es aber total egal gewesen wo wir sind solange ich von ihm kriege was ich will. Es war mehr als nur gut, ich bin ja sicher nicht sexsüchtig oder sowas aber es fehlt mir schon wenn wir uns länger nicht sehen können. Umso schöner ist die Aussicht, dass wir die nächsten zwei Wochen hier sind. Ich hob meinen Kopf etwas und sah in sein Gesicht. Seine Hand wandert zwar langsam meinen Rücken auf und ab aber er lag so entspannt da das man denken könnte er schläft.
Das würde ich jetzt auch gerne tun aber mir ließen die Kerzen keine Ruhe. Die brennen zwar runter und gehen dann von selbst aus aber das lässt mir trotzdem keine Ruhe. Zwar habe ich keine Lust nochmal aufzustehen aber einer muss es ja machen und Rafa sieht nicht so aus als wenn er Lust hätte dazu. Ich setzte mich hin und griff nach einer Decke die über den Sessel hing. Es könnte etwas frisch werden ohne Decke und Rafa scheint ja hier liegen zu bleiben wie es scheint. Ich deckte ihn zu und stand dann auf. Eigentlich wollte ich ja die Kerzen auspusten aber es war interessanter Rafa zu beobachten wie er auf der Couch liegt. Am liebsten würde ich mich gleich wieder neben ihn legen aber das kann ich ja später noch tun also machte ich mich auf den Weg zu den Kerzen.
Es wurde dunkler und dunkler mit jeder Kerze die ich auspustete. Zum Schluss schaltete ich noch die Beleuchtung vom Pool aus und dann sah ich so gut wie gar nichts mehr. Zur Straße hin waren ja hohe Hecken also schien überhaupt gar kein Licht mehr rein. Jetzt konnte man endlich mal die Sterne sehen. Das geht ja kaum bei mir zu Hause wegen der Beleuchtung überall aber hier kann man in aller Ruhe Sterne beobachten. Da werde ich nur wieder sentimental. Leider wurde es ein bisschen frisch, ich sollte vielleicht etwas anziehen wenn ich länger hier stehe.
Mir kam dann auch so in den Kopf das ich ja auch ins Haus gehen könnte und mich bequem ins Bett liege aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Rafa nicht mehr aufsteht. Na schön, dann bleiben wir eben draußen, die eine Nacht wird das schon gehen. Ich lief zurück zur Couch und drängelte etwas damit er Platz macht. Zwar umarmte er mich aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht mehr wach ist. „Schläfst du?“ Fragte ich leise und versuchte ihn anzusehen. Es kam gar keine Reaktion also schläft er doch. Ich machte es mir bequem soweit das ging und schloss auch meine Augen.
Ein lautes Knallen beendete dann jäh die Nacht. Ich wurde erst unruhig und wollte mich auf die andere Seite drehen aber ich merkte ziemlich schnell, dass ich nicht im Bett liege. Und wieso ist es so hell und warm in meinem Gesicht? Ich blinzelte mit einem Auge und mir schien voll die Sonne ins Gesicht außerdem tat mir der Nacken weh weil Rafa seinen Arm darunter liegen hatte. Ich setzte mich mühselig hin und kniff die Augen zu weil mit die Sonne blendete. Ich wusste das die Idee mit dem schlafen direkt neben dem Pool bedeutet, dass die Nacht früh zu Ende ist. Zwar ist die Sitzecke überdacht aber die Sonne ging direkt über dem Meer auf und stand noch entsprechend tief.
Eigentlich ist das ja schön den Sonnenaufgang über dem Meer zu sehen aber ich hätte lieber noch geschlafen. Kurz sah ich nach hinten, Rafa machte sich gar nichts aus lauten Geräuschen und direkter Sonneneinstrahlung, der schlief als wenn nichts wäre! Ich stand auf und verzog mich erstmal ins Haus, duschen und etwas anziehen. Das es noch recht früh ist hatte ich mir schon gedacht aber es war tatsächlich erst kurz nach um sieben! Ist jetzt aber auch egal, nun bin ich munter. Es war nicht wirklich geplant, dass wir sozusagen unter freiem Himmel übernachten aber der Abend hatte sich ja doch noch gelohnt! Ich machte mir schon immer mal einen Kaffee und sah ab und zu mal nach draußen aber es blieb alles ruhig. Rafa hatte sich inzwischen umgedreht und es war so gut wie nichts zu sehen von ihm, ich sah nur ein Haarbüschel aus der blauen Decke rausgucken.
Mit dem Kaffee und einer Tasse heiße Schokolade lief ich wieder raus und stellte die Tassen auf den Tisch bevor ich mich hinsetzte. Wenn er nicht aufwacht, wecke ich ihn eben. Ich schob die Decke etwas nach unten und küsste ihn auf die Schulter, mit eher mäßigem Erfolg. Die Welt könnte untergehen und Rafa würde nichts davon merken. Ich versuchte mit einer Hand seine Frisur zu retten und verteilte nebenbei weiter Küsse auf ihm. „Hey, aufwachen“ Flüsterte ich in sein Ohr und ließ nicht locker. Immerhin gab er ein Lebenszeichen von sich indem er sich auf den Rücken drehte und sich eine Hand vor die Augen hielt. Ja, so ist das wenn einen die Sonne blendet! Noch ziemlich verschlafen sah er erst auf den Tisch und dann zu mir. Ich konnte mir ein breites Lächeln nicht verkneifen, er sah zu herrlich aus. „Ich dachte schon du wachst nie auf!“ Sagte ich ganz begeistert und strahlte ihn an. „Wie spät ist es?“ Fragte er leise und gähnte dann erstmal. „Inzwischen fast halb acht. Ich weiß nicht ob es dein Plan war hier zu schlafen aber ich kann’s auch nicht ändern, dass die Sonne so früh aufgeht“ Lange dauerte es nicht bis zu seinem breiten Lächeln.
„Geplant war das nicht aber es stört mich auch nicht“ “Habe dir etwas mitgebracht“ Ich hielt ihm die Tasse mit der Schokolade hin und wartete bis er sich hingesetzt hatte und nach der Tasse griff. „Gute Idee“ Ich betrachtete ihn und holte dann ruhig Luft. Ich weiß ja, dass er nichts an hat und die Decke war bis zu seinem Bauchnabel nach unten gerutscht. Sein Lächeln verschwand dann aber ziemlich schnell wieder. Ein bisschen kenne ich ihn ja nun inzwischen und ich weiß, dass etwas los ist wenn er so ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter zieht. „Was ist los?“ Fragte ich direkt und nippte an der Tasse. „Eigentlich nichts“ Meinte er mit einem Blick auf sein Knie unter der Decke.
So blöd bin ich nun auch nicht wie es vielleicht scheint. „Sage nicht dir tut das Knie weh!“ Meinte ich mehr als Feststellung und sah ihn aufmerksam an. Er sagte nichts aber der Blick den er mir zuwarf war eindeutig als ja zu verstehen. Gestern habe ich ihm nichts angemerkt daher war es schon ein bisschen komisch. Das kommt doch nicht über Nacht und vor allem hat er gar kein Tennis gespielt die letzte Woche. Er trank einen Schluck und sah mich dann wieder an. „Das ist von der Behandlung letzte Woche, es soll ja dann besser werden aber das dauert eine Weile bis es abgeheilt ist. Es tut nur weh wenn ich mich eine Weile nicht bewegt habe“ Dann scheint das ja doch nicht so harmlos gewesen zu sein wie er gesagt hat wenn es eine Woche danach noch weh tut. Da ich weiß das Rafa nicht zimperlich ist, wird es schon entsprechend sein. „Es war nicht ganz so harmlos wie du gesagt hast no?“ So direkt eine Frage war das nicht da ich die Antwort ja schon wusste.
„Ich bin echt froh, dass ich das nicht nochmal machen muss. Es waren ja nur drei Behandlungen verteilt über mehrere Monate und ich bin einiges gewohnt aber das war hart an der Grenze. Ich habe das extra so gelegt das es in die Zeit nach Wimbledon fällt weil ich schon vorher wusste das ich danach 10 Tage nicht trainieren darf“ Eine Weile sagte niemand etwas und wir hingen unseren Gedanken nach. Ich kann es nicht verstehen warum er bis zum Äußersten geht für die Karriere. Er nimmt es in Kauf seine Gesundheit auf’s Spiel zu setzen und das weiß er auch. Es mag vielleicht kurzfristig helfen aber es steht außer Frage, dass es nur eine Zeitfrage bis zur nächsten Verletzung ist. Das lässt sich auch nicht vermeiden wenn man immer 100% geben muss. Die Luft ist sehr dünn in der oberen Weltrangliste also muss man sich auch wirklich anstrengen um das Level halten zu können und das fällt keinem einfach so zu. Es ist ja nicht nur Rafa, das trifft auf alle Spieler zu. „Gehen wir zum Strand?“ Fragte ich dann um das Thema zu wechseln.
Er weiß wie ich darüber denke das er alles tut um spielen zu können und das es nichts bringt wenn wir darüber diskutieren. Ich muss es akzeptieren, es ist seine Entscheidung am Ende auch wenn ich es nicht gut finde. „Können wir machen, ich muss dann nur mal kurz zu Maymó was abholen“ Kam es dann mit einem freundlicheren Gesicht als zuvor. „Außerdem bist du nicht der einzige dem etwas weh tut, dein Arm war die ganze Nacht unter meinem Nacken und jetzt kann ich meinen Kopf nicht mehr drehen“ Er rückte näher zu mir und legte seine Hände auf meine Schultern. „Da lässt sich vielleicht was machen“ Ich drehte ihm meinen Rücken zu und musste lachen. Es war nicht so gemeint als ich das sagte aber wenn er es mir schon anbietet. „Aber nicht so fest, es tut wirklich weh“ “Habe ich jemals irgendwas getan, das du nicht wolltest?“ Ich drehte meinen Kopf zur Seite damit ich ihn sehen kann. „Ich wollte dir nichts unterstellen“
Ich hatte ja erst meine Zweifel was er so für Qualitäten als Masseur hat aber anscheinend hat er gut aufgepasst bei seinem Physio. Rafa ist vielleicht nicht perfekt aber es tat wirklich gut, er kann das den ganzen Tag machen! Ich schloss meine Augen und genoss es einfach. „Wenn du irgendwann mal keine Lust mehr auf Tennis hast, kannst du ja eine Karriere als Masseur anstreben“ “Es gefällt dir also?“ “Klar gefällt es mir, das tut richtig gut“ Lange konnte ich es nur nicht genießen weil Rafa jammerte das ihm angeblich die Hände wehtun. Was soll sein Physio Rafa Maymó sagen wenn er ihn stundenlang durchknetet? Gut, der bekommt Geld dafür und das auch nicht wenig aber trotzdem.
Es war zwar noch früh aber jetzt sind wir sowieso schon mal wach also konnten wir auch frühstücken. Er wollte ja unbedingt noch zu Maymó irgendwas abholen also rief ich derweil mal meine Eltern an und wartete bis Rafa wieder hier erscheint das wir zum Strand fahren können. Meine Eltern waren direkt erschrocken, dass ich so früh schon wach bin, die glaubten wohl wir liegen bis Mittag im Bett. Die kennen ja Rafa nicht, er würde niemals so lange im Bett bleiben es sei denn er ist erst um vier oder später ins Bett gegangen.
Anscheinend dauert es eine Weile also zog ich immer meinen Bikini drunter und packte meine Strandtasche ein. Der Schirm war ja auch schon hier. Es ist ja Schwachsinn das ich ihn immer mit nach Hause nehme, also bleibt der hier wenn ich nicht da bin. Ich dachte schon die Sonne geht wieder unter bis Rafa mal wieder erscheint aber er tauchte dann doch wieder auf. Ich lief vom Pool rein ins Haus und hielt neugierig nach ihm Ausschau. „Können wir los?“ Rief ich laut in Richtung Flur. Es kam keine Antwort aber Rafa kam ein paar Augenblicke später in meine Richtung gelaufen und ließ den Autoschlüssel nebenbei auf den Tisch fallen. Sein Gesicht war auch wieder herrlich, das Knie scheint ihn ja echt zu beschäftigen. Er lief an mir vorbei und blieb plötzlich stehen.
Ich fand das jetzt ein bisschen komisch, er verhält sich sonderbar. Erst redet er nicht mit mir und dann läuft er an mir vorbei als wenn ich gar nicht da wäre. Kurz überlegte ich was jetzt wieder los ist mit ihm aber bevor ich nachfragen konnte, drehte er sich zu mir um und sah mich an. „Kannst du mir mal erklären wieso ich von Maymó erfahre das du hier her ziehen willst?“ Fragte er übertrieben freundlich. Mir entging natürlich nicht, dass er sich wohl beherrschen muss um ruhig zu bleiben. Ich stand nur da und schnappte nach Luft. Hä, was geht denn jetzt ab? „Wie kommst du darauf?“ Er hob seine Hände abwehrend und hielt kurz inne. „Ich habe gerade keinen Nerv und muss mich beherrschen nicht total auszuflippen also beantworte einfach meine Frage nicht mit einer Gegenfrage“ Was ist denn jetzt los? Ich wusste gar nicht wie mir geschieht aber inzwischen erklärt sich warum er so ein Gesicht zieht. Er schien ziemlich unter Strom zu stehen.
Da ich ihm nicht ganz folgen konnte, verschränkte ich meine Arme vor dem Bauch und lehnte mich an den Tisch. „Wo ist denn jetzt das Problem?“ Fragte ich dann da ich mir keinen Reim darauf machen konnte warum er jetzt so sauer ist. Vielleicht hätte ich das besser nicht fragen sollen da Rafa sich anscheinend nur noch mehr aufregte. „Wo das Problem ist? Das ist jetzt nicht dein ernst oder? Ich tauche nichts Schlimmes ahnend bei dem auf und der fragt mich allen Ernstes wann du hier her ziehst. Offensichtlich hast du ja auch schon Bewerbungen geschrieben. Du erzählst mir jeden Scheiß aber anscheinend erfahre ich nur die unwichtigen Dinge. Er fahre ich am Ende die Neuigkeiten aus der Zeitung oder wie?“ Wieso regt er sich denn jetzt so fürchterlich auf?
Ich verstehe das gar nicht so richtig. „Das war doch nichts weiter, ich habe mit Nicole darüber geredet als sie hier war aber das muss die missverstanden haben. Ich meine, dass ich darüber nachdenke heißt noch lange nicht, dass ich es auch tue“ Er rollte mit den Augen und fuchtelte dann mit den Armen. „Ich kann mir das nicht länger antuen“ Ehe ich noch was sagen konnte, drehte er sich um und stürmte ins Haus.
2 October 2010
Chapter 64
Ich hätte Rafa ja abgeholt vom Flughafen aber er meinte sein Vater hätte sowieso das Auto dort geparkt und das ich ihn nicht abholen muss. Gut, dann werde ich ja merken wenn er hier erscheint. Er ist bestimmt noch leicht angeschlagen von gestern Abend. Spanien hat natürlich das Finale gewonnen und seitdem ist der Teufel los.
Die Medien drehen total durch und Rafa macht mit, auf allen TV Sendern geht es nur um Fußball und den historischen Sieg. Ich wusste ja das Rafa mich anrufen wird wenn das Spiel vorbei ist aber er konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Da er einige Spieler kennt, durfte er natürlich auch in die Umkleide zum gratulieren und den Pokal hat er sich auch schon aus nächster Nähe angesehen.
Das ist der Vorteil, dass er selbst bekannt ist, so kann er es mal ausnutzen. Bestimmt redet er die nächsten Tage von nichts anderem mehr. Der Trip nach Südafrika hat sich für ihn mehr als gelohnt, er scheint Wimbledon schon vergessen zu haben. Ein bisschen neidisch war ich ja schon als er erzählt hat, dass er mit der Mannschaft gefeiert hat nach dem Spiel.
Etwas überrascht war ich schon als ich jemanden an der Tür hörte. Kurz sah ich auf die Uhr, Rafa meinte doch heute früh noch er wäre nicht vor um sechs abends da und es war erst um fünf! Erst dachte ich es wäre vielleicht seine Mutter Ana Maria, da sie auch einen Schlüssel hat aber ein paar Sekunden später erschien tatsächlich Rafa, das war eine Überraschung. Ich sprang von der Couch auf und schaltete den TV aus.
„Hey, was machst du denn hier?“ Fragte ich etwas überrascht. “Ich wohne zufällig hier“ Antwortete er nur breit grinsend. „Du hast gesagt du kommst erst um sechs“ Er kam näher zu mir und umarmte mich etwas stürmisch. „Der Flug aus Südafrika war eher in Madrid als geplant, da habe ich einen früher nach Palma genommen. Hätte ich aber gewusst, dass du auf um sechs bestehst, wäre ich bei meinen Eltern geblieben so lange“ Ich musste lachen über den Empfang und umarmte ihn auch.
„Quatsch, klar freue ich mich dich eher zu sehen aber du hättest ja mal was sagen können“ “Ich dachte ich habe dich schon genug genervt mit Anrufen“ “Das hast du auch aber es gibt schlimmeres als mit dir zu telefonieren“ “Ich bin froh endlich hier zu sein, ich kann es kaum erwarten faul zu sein“ “Du hast es dir verdient“ Da er mich so breit anstrahlte, zog ich ihn näher an mich und küsste ihn kurz. Wir hätten ja auch noch eine Weile da stehen bleiben können aber er wollte unbedingt seinen Koffer auspacken also lief er nach oben, ich ihm nach.
Es war ungewohnt zu sehen wie er auspackt und ich nichts zu tun habe. Es ist sonst immer umgedreht das ich auspacke oder eben ein. Schlecht ist es aber nicht wenn ich selbst nichts packen muss. „War es dir eigentlich langweilig vorhin oder wolltest du geplant Fernsehen gucken?“ “Mir war es nicht langweilig, ich habe kaum mal zwei Minuten Ruhe seit ich hier bin. Gestern früh tauchte Nicole ungeplant auf und blieb ewig weil sie wohl zu viel freie Zeit hat und dann war ich bei deiner Mutter bis in die Nacht. Heute wollte ich eigentlich faul am Pool liegen aber daraus wurde nichts weil du ja eher erschienen bist“ “Urlaub ist eine stressige Angelegenheit“ Meinte er mit einem übertriebenen Grinsen. Ich ließ mich aus einer spontanen Laune heraus rückwärts auf das Bett fallen und betrachtete seine ganzen Klamotten die auf dem Bett verteilt lagen.
Das Chaos hatte mir richtig gefehlt die letzten Tage! Es ist alles so ordentlich wenn er nicht da ist weil ich keine Unordnung verbreite. Mir fehlt ja schon was wenn ich nicht ständig etwas hinter Rafa hertragen kann. Es ist zwar schön hier zu sein aber wenn Rafa nicht da ist macht es nur halb so viel Spaß daher freute ich mich wirklich, dass er endlich hier ist. „Es war gar kein Chaos hier die letzten Tage“ Meinte ich so mehr zu mir selbst während ich Rafa musterte. „Lass mich raten, meine Mutter hat wieder eine ihrer Stories zum Besten gegeben und hat gesagt ich sei die Unordnung in Person“ “Unter anderem. Da du nicht da warst konnten wir endlich mal über dich reden“ Antwortete ich nur mit einem Lachen. „Na das kann ich mir schon bildlich vorstellen. Schlimm genug das ihr zur Feier des Tages Essen wart“ “Du warst dafür in Südafrika“
Wenn ich Rafa so vor dem Bett stehen sehe, könnte ich auf dumme Gedanken kommen. Ich dachte ja er leistet mir Gesellschaft aber anscheinend wollte er wirklich seinen Koffer auspacken. Da er nicht weiter reagierte, zog ich einfach an seinem Shirt als er sich über den Koffer lehnte, immerhin lag er dann neben mir. Zwar lagen wir in mitten seiner Klamotten aber das ist nun auch egal, es riecht alles nach ihm, da könnte ich auch länger liegen bleiben. „Hey, ich wollte erstmal alles auspacken“ Damit er nicht gleich wieder aufsteht, lehnte ich mich halb über ihn und hielt seine Arme fest. „Kannst du später auch noch!“ Er schien es aufzugeben und blieb liegen. „Und jetzt?“ Fragte er mit großen Augen und einem verräterischen Grinsen.
Wenn er so fragt, mir würde da schon was einfallen. „Ich weiß auch nicht. Eigentlich wollte ich nur sagen das es zwar schön ist hier aber wenn du nicht da bist, fehlt richtig was“ “Ich bin ja jetzt da um Unordnung zu verbreiten“ Ich sah ihn an und musste mich beherrschen nicht über ihn herzufallen, ich könnte ihn den ganzen Tag betrachten. Dann werde ich aber nur sentimental und fange an darüber nachzudenken das ich habe was alle wollen. Ich muss aufpassen, dass mir das nicht alles zu Kopf steigt. Er ist so oft bei Turnieren das ich froh bin ihn mal zwei Wochen für mich alleine zu haben. Wenn ich jetzt anfange Küsse auf ihm zu verteilen, kann ich aber nicht mehr aufhören damit, bei mir kribbelt es schon wenn ich ihn nur ansehe. Langsam wurde ich unruhig weil er mich so entsprechend ansah. Er muss gar nicht viel machen, dass ich schon ins Schwitzen komme. Er will vermutlich erreichen, dass ich mich nicht mehr beherrschen kann und viel fehlte dazu auch nicht mehr. Ich konnte mich seinem Blick einfach nicht entziehen also rückte ich noch näher an ihn und lag schon halb über ihm, ich war ihm so nah das sich unsere Nasenspitzen fast berührten.
Seine Hände waren erst an meinen Hüften und wanderten dann langsam unter mein Oberteil. Plötzlich und ohne Vorwarnung fing doch tatsächlich mein Handy an zu klingeln. Das gibt es doch gar nicht, immer wenn wir mal alleine sind, klingt ein Handy im blödesten Moment! „Dein Handy klingelt“ Kam es dann nur breit grinsend da ich nur mit den Augen rollte und keine Anstalten machte ranzugehen. „Ist nur Sara“ Meinte ich mit einem Kopfnicken und wollte auch gar nicht rangehen. „Woher willst du das wissen ohne nachzusehen?“ Ich könnte es ja ignorieren aber Rafa sah zur Seite zu meiner Tasche wo das Handy drinnen ist. Na schön, die Stimmung war sowieso schon im Eimer und es hörte nicht auf zu klingeln.
Da er näher dran war, setzte Rafa sich hin und angelte nach meiner Tasche die über den Stuhl hing. Ich wühlte etwas als es aufhörte zu klingeln aber ich kann ja trotzdem nachsehen wer es war. Als ich es fand und auf das Display sah, rollte ich gleich nochmal mit den Augen und lehnte mich dann wieder nach hinten. Rafa lag neben mir und sah zu mir rüber. „Sie war es“ Sagte ich nur und verzog mein Gesicht. Jetzt haben wir zwar wieder unsere Ruhe aber mir war der Spaß inzwischen vergangen. Er beobachtete mich ein paar Sekunden und grinste dann wieder so breit.
„Jetzt ziehe nicht so ein Gesicht! Wir haben doch später auch noch Zeit“ Es hat ja doch keinen Sinn also stand ich wieder auf und zerrte meine Sachen in Form, Rafa bequemte sich kurz nach mir vom Bett hoch. „Wie du meinst, dann kannst du ja auch deinen Koffer fertig auspacken“ Meinte ich nur mit einem Schulterzucken. Er trat einen Schritt näher zu mir und umarmte mich plötzlich. „Pass auf, ich packe jetzt noch den Rest aus und dann gehen wir Essen wohin du willst“ “Klingt schon besser“ Meinte ich darauf und konnte mir ein Lächeln nicht länger verkneifen. „Geht doch!“ Ich kann ja sowieso nicht lange schlechte Laune haben wenn Rafa vor mir steht und mich vom einen Ohr zum anderen anlächelt. Das sind vielleicht die Nachwirkungen von dem Finale gestern, er läuft vielleicht jetzt die nächsten Wochen mit einem eingemeißelten Lächeln durch die Gegend. Da er ja sowieso nicht auspacken kann wenn ich daneben stehe und ihn ablenke, küsste ich ihn kurz und verschwand dann wieder nach unten.
So schlecht war seine Idee mit dem Essen gehen gar nicht weil wir ein bisschen sehr faul sind und meistens keiner Lust hat zu kochen. Wenn ich nicht da bin, ist ja seine Mutter meistens da und die kocht dann eben auch. Ich dachte ja erst er ist vielleicht noch ko von gestern Abend und dem Rückflug, das er gar keine Lust hat noch aus dem Haus zu gehen. Wir hatten ja ausnahmsweise mal Zeit und es zog sich alles etwas hin. Es war schon dunkel als wir wieder zurück in Porto Cristo waren und da Rafa noch im Auto rumtrödelte, stieg ich immer aus und lief rein ins Haus.
„Warte“ Ertönte es plötzlich von hinter mir als ich die Treppen nach oben gehen wollte um zu duschen. Ich wunderte mich etwas und blieb direkt vor der Treppe stehen. „Wieso?“ Fragte ich etwas perplex und sah ihn fragend an. Das war ja jetzt was ganz neues. „Du sollst hier bleiben, soll eine Überraschung werden“ Meinte er nur mit einem breiten Lächeln. Kurz fragte ich mich ob er mich eben auf den Arm nehmen will, irgendwas hat er doch vor. Neugierig bin ich ja schon wenn er so auf geheimnisvoll macht. „Eine Überraschung?“ Fragte ich nur mit hochgezogenen Augenbrauen zurück. „Genau“ Meinte er nur und zog mich von der Treppe weg. Gut, wenn er meint, da bin ich aber gespannt. „Was soll ich tun?“ Fragte ich nur und gab es auf ihm entlocken zu wollen was er vor hat.
„Nur hier stehen bleiben“ Wie aus dem nichts hatte er plötzlich einen Schal in der Hand und bevor ich darüber nachdenken konnte, wollte er mir damit die Augen verbinden. Das passte mir zwar nicht so richtig aber ich wollte ihm nicht den Spaß verderben und machte gute Miene zum bösen Spiel. Ich kam mir vor als wenn wir Blinde Kuh spielen wollen. Er meinte dann nur noch, dass ich mich hinsetzen soll bevor er verschwand. Ich sah zwar nichts mehr aber den Geräuschen nach zu urteilen ging er nach oben. Jetzt sitze ich also im Flur und sehe nichts mehr. Natürlich frage ich mich was er geplant hat, bis jetzt hat er sowas noch nie gemacht.
Die Versuchung doch mal heimlich zu gucken war sehr groß. Ich kann ja so tun als wenn ich von nichts wüsste. Er ist ja nicht da also schob ich den Schal etwas nach oben und sah um mich. Zu meiner Überraschung saß ich im Dunkeln und sah gar nichts, der ist aber auch gemein! Wenn ich jetzt Licht anmache, merkt er es vielleicht also wird mir keine Wahl bleiben als abzuwarten bis er wieder hier ist.
Die Medien drehen total durch und Rafa macht mit, auf allen TV Sendern geht es nur um Fußball und den historischen Sieg. Ich wusste ja das Rafa mich anrufen wird wenn das Spiel vorbei ist aber er konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Da er einige Spieler kennt, durfte er natürlich auch in die Umkleide zum gratulieren und den Pokal hat er sich auch schon aus nächster Nähe angesehen.
Das ist der Vorteil, dass er selbst bekannt ist, so kann er es mal ausnutzen. Bestimmt redet er die nächsten Tage von nichts anderem mehr. Der Trip nach Südafrika hat sich für ihn mehr als gelohnt, er scheint Wimbledon schon vergessen zu haben. Ein bisschen neidisch war ich ja schon als er erzählt hat, dass er mit der Mannschaft gefeiert hat nach dem Spiel.
Etwas überrascht war ich schon als ich jemanden an der Tür hörte. Kurz sah ich auf die Uhr, Rafa meinte doch heute früh noch er wäre nicht vor um sechs abends da und es war erst um fünf! Erst dachte ich es wäre vielleicht seine Mutter Ana Maria, da sie auch einen Schlüssel hat aber ein paar Sekunden später erschien tatsächlich Rafa, das war eine Überraschung. Ich sprang von der Couch auf und schaltete den TV aus.
„Hey, was machst du denn hier?“ Fragte ich etwas überrascht. “Ich wohne zufällig hier“ Antwortete er nur breit grinsend. „Du hast gesagt du kommst erst um sechs“ Er kam näher zu mir und umarmte mich etwas stürmisch. „Der Flug aus Südafrika war eher in Madrid als geplant, da habe ich einen früher nach Palma genommen. Hätte ich aber gewusst, dass du auf um sechs bestehst, wäre ich bei meinen Eltern geblieben so lange“ Ich musste lachen über den Empfang und umarmte ihn auch.
„Quatsch, klar freue ich mich dich eher zu sehen aber du hättest ja mal was sagen können“ “Ich dachte ich habe dich schon genug genervt mit Anrufen“ “Das hast du auch aber es gibt schlimmeres als mit dir zu telefonieren“ “Ich bin froh endlich hier zu sein, ich kann es kaum erwarten faul zu sein“ “Du hast es dir verdient“ Da er mich so breit anstrahlte, zog ich ihn näher an mich und küsste ihn kurz. Wir hätten ja auch noch eine Weile da stehen bleiben können aber er wollte unbedingt seinen Koffer auspacken also lief er nach oben, ich ihm nach.
Es war ungewohnt zu sehen wie er auspackt und ich nichts zu tun habe. Es ist sonst immer umgedreht das ich auspacke oder eben ein. Schlecht ist es aber nicht wenn ich selbst nichts packen muss. „War es dir eigentlich langweilig vorhin oder wolltest du geplant Fernsehen gucken?“ “Mir war es nicht langweilig, ich habe kaum mal zwei Minuten Ruhe seit ich hier bin. Gestern früh tauchte Nicole ungeplant auf und blieb ewig weil sie wohl zu viel freie Zeit hat und dann war ich bei deiner Mutter bis in die Nacht. Heute wollte ich eigentlich faul am Pool liegen aber daraus wurde nichts weil du ja eher erschienen bist“ “Urlaub ist eine stressige Angelegenheit“ Meinte er mit einem übertriebenen Grinsen. Ich ließ mich aus einer spontanen Laune heraus rückwärts auf das Bett fallen und betrachtete seine ganzen Klamotten die auf dem Bett verteilt lagen.
Das Chaos hatte mir richtig gefehlt die letzten Tage! Es ist alles so ordentlich wenn er nicht da ist weil ich keine Unordnung verbreite. Mir fehlt ja schon was wenn ich nicht ständig etwas hinter Rafa hertragen kann. Es ist zwar schön hier zu sein aber wenn Rafa nicht da ist macht es nur halb so viel Spaß daher freute ich mich wirklich, dass er endlich hier ist. „Es war gar kein Chaos hier die letzten Tage“ Meinte ich so mehr zu mir selbst während ich Rafa musterte. „Lass mich raten, meine Mutter hat wieder eine ihrer Stories zum Besten gegeben und hat gesagt ich sei die Unordnung in Person“ “Unter anderem. Da du nicht da warst konnten wir endlich mal über dich reden“ Antwortete ich nur mit einem Lachen. „Na das kann ich mir schon bildlich vorstellen. Schlimm genug das ihr zur Feier des Tages Essen wart“ “Du warst dafür in Südafrika“
Wenn ich Rafa so vor dem Bett stehen sehe, könnte ich auf dumme Gedanken kommen. Ich dachte ja er leistet mir Gesellschaft aber anscheinend wollte er wirklich seinen Koffer auspacken. Da er nicht weiter reagierte, zog ich einfach an seinem Shirt als er sich über den Koffer lehnte, immerhin lag er dann neben mir. Zwar lagen wir in mitten seiner Klamotten aber das ist nun auch egal, es riecht alles nach ihm, da könnte ich auch länger liegen bleiben. „Hey, ich wollte erstmal alles auspacken“ Damit er nicht gleich wieder aufsteht, lehnte ich mich halb über ihn und hielt seine Arme fest. „Kannst du später auch noch!“ Er schien es aufzugeben und blieb liegen. „Und jetzt?“ Fragte er mit großen Augen und einem verräterischen Grinsen.
Wenn er so fragt, mir würde da schon was einfallen. „Ich weiß auch nicht. Eigentlich wollte ich nur sagen das es zwar schön ist hier aber wenn du nicht da bist, fehlt richtig was“ “Ich bin ja jetzt da um Unordnung zu verbreiten“ Ich sah ihn an und musste mich beherrschen nicht über ihn herzufallen, ich könnte ihn den ganzen Tag betrachten. Dann werde ich aber nur sentimental und fange an darüber nachzudenken das ich habe was alle wollen. Ich muss aufpassen, dass mir das nicht alles zu Kopf steigt. Er ist so oft bei Turnieren das ich froh bin ihn mal zwei Wochen für mich alleine zu haben. Wenn ich jetzt anfange Küsse auf ihm zu verteilen, kann ich aber nicht mehr aufhören damit, bei mir kribbelt es schon wenn ich ihn nur ansehe. Langsam wurde ich unruhig weil er mich so entsprechend ansah. Er muss gar nicht viel machen, dass ich schon ins Schwitzen komme. Er will vermutlich erreichen, dass ich mich nicht mehr beherrschen kann und viel fehlte dazu auch nicht mehr. Ich konnte mich seinem Blick einfach nicht entziehen also rückte ich noch näher an ihn und lag schon halb über ihm, ich war ihm so nah das sich unsere Nasenspitzen fast berührten.
Seine Hände waren erst an meinen Hüften und wanderten dann langsam unter mein Oberteil. Plötzlich und ohne Vorwarnung fing doch tatsächlich mein Handy an zu klingeln. Das gibt es doch gar nicht, immer wenn wir mal alleine sind, klingt ein Handy im blödesten Moment! „Dein Handy klingelt“ Kam es dann nur breit grinsend da ich nur mit den Augen rollte und keine Anstalten machte ranzugehen. „Ist nur Sara“ Meinte ich mit einem Kopfnicken und wollte auch gar nicht rangehen. „Woher willst du das wissen ohne nachzusehen?“ Ich könnte es ja ignorieren aber Rafa sah zur Seite zu meiner Tasche wo das Handy drinnen ist. Na schön, die Stimmung war sowieso schon im Eimer und es hörte nicht auf zu klingeln.
Da er näher dran war, setzte Rafa sich hin und angelte nach meiner Tasche die über den Stuhl hing. Ich wühlte etwas als es aufhörte zu klingeln aber ich kann ja trotzdem nachsehen wer es war. Als ich es fand und auf das Display sah, rollte ich gleich nochmal mit den Augen und lehnte mich dann wieder nach hinten. Rafa lag neben mir und sah zu mir rüber. „Sie war es“ Sagte ich nur und verzog mein Gesicht. Jetzt haben wir zwar wieder unsere Ruhe aber mir war der Spaß inzwischen vergangen. Er beobachtete mich ein paar Sekunden und grinste dann wieder so breit.
„Jetzt ziehe nicht so ein Gesicht! Wir haben doch später auch noch Zeit“ Es hat ja doch keinen Sinn also stand ich wieder auf und zerrte meine Sachen in Form, Rafa bequemte sich kurz nach mir vom Bett hoch. „Wie du meinst, dann kannst du ja auch deinen Koffer fertig auspacken“ Meinte ich nur mit einem Schulterzucken. Er trat einen Schritt näher zu mir und umarmte mich plötzlich. „Pass auf, ich packe jetzt noch den Rest aus und dann gehen wir Essen wohin du willst“ “Klingt schon besser“ Meinte ich darauf und konnte mir ein Lächeln nicht länger verkneifen. „Geht doch!“ Ich kann ja sowieso nicht lange schlechte Laune haben wenn Rafa vor mir steht und mich vom einen Ohr zum anderen anlächelt. Das sind vielleicht die Nachwirkungen von dem Finale gestern, er läuft vielleicht jetzt die nächsten Wochen mit einem eingemeißelten Lächeln durch die Gegend. Da er ja sowieso nicht auspacken kann wenn ich daneben stehe und ihn ablenke, küsste ich ihn kurz und verschwand dann wieder nach unten.
So schlecht war seine Idee mit dem Essen gehen gar nicht weil wir ein bisschen sehr faul sind und meistens keiner Lust hat zu kochen. Wenn ich nicht da bin, ist ja seine Mutter meistens da und die kocht dann eben auch. Ich dachte ja erst er ist vielleicht noch ko von gestern Abend und dem Rückflug, das er gar keine Lust hat noch aus dem Haus zu gehen. Wir hatten ja ausnahmsweise mal Zeit und es zog sich alles etwas hin. Es war schon dunkel als wir wieder zurück in Porto Cristo waren und da Rafa noch im Auto rumtrödelte, stieg ich immer aus und lief rein ins Haus.
„Warte“ Ertönte es plötzlich von hinter mir als ich die Treppen nach oben gehen wollte um zu duschen. Ich wunderte mich etwas und blieb direkt vor der Treppe stehen. „Wieso?“ Fragte ich etwas perplex und sah ihn fragend an. Das war ja jetzt was ganz neues. „Du sollst hier bleiben, soll eine Überraschung werden“ Meinte er nur mit einem breiten Lächeln. Kurz fragte ich mich ob er mich eben auf den Arm nehmen will, irgendwas hat er doch vor. Neugierig bin ich ja schon wenn er so auf geheimnisvoll macht. „Eine Überraschung?“ Fragte ich nur mit hochgezogenen Augenbrauen zurück. „Genau“ Meinte er nur und zog mich von der Treppe weg. Gut, wenn er meint, da bin ich aber gespannt. „Was soll ich tun?“ Fragte ich nur und gab es auf ihm entlocken zu wollen was er vor hat.
„Nur hier stehen bleiben“ Wie aus dem nichts hatte er plötzlich einen Schal in der Hand und bevor ich darüber nachdenken konnte, wollte er mir damit die Augen verbinden. Das passte mir zwar nicht so richtig aber ich wollte ihm nicht den Spaß verderben und machte gute Miene zum bösen Spiel. Ich kam mir vor als wenn wir Blinde Kuh spielen wollen. Er meinte dann nur noch, dass ich mich hinsetzen soll bevor er verschwand. Ich sah zwar nichts mehr aber den Geräuschen nach zu urteilen ging er nach oben. Jetzt sitze ich also im Flur und sehe nichts mehr. Natürlich frage ich mich was er geplant hat, bis jetzt hat er sowas noch nie gemacht.
Die Versuchung doch mal heimlich zu gucken war sehr groß. Ich kann ja so tun als wenn ich von nichts wüsste. Er ist ja nicht da also schob ich den Schal etwas nach oben und sah um mich. Zu meiner Überraschung saß ich im Dunkeln und sah gar nichts, der ist aber auch gemein! Wenn ich jetzt Licht anmache, merkt er es vielleicht also wird mir keine Wahl bleiben als abzuwarten bis er wieder hier ist.
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