Ein bisschen sauer war ich dann schon. Wenn er schlechte Laune hat, soll er es nicht an mir auslassen. War wohl mein Pech, dass ich eben als Einzige in seiner Nähe war. Das ich frage was los war ist doch normal, das würde doch jeder machen. Wenn ich nicht frage stört es ihn auch, dann sagt er mir wäre es egal. Gestört wurden meine Gedanken durch die aufgehende Tür. Ich sah zur Seite und wartete erstmal ab. Da ich nichts sagte, kam er näher und setzte sich neben mich. An seinem Blick konnte ich schon ahnen was gleich kommt.
“Es tut mir leid das ich ein bisschen lauter geworden bin, ich wollte das nicht” Am liebsten hätte ich ihn zappeln lassen aber ich kann es nicht ertragen wenn er mich so ansieht. “Vergiss es einfach. Wenn du nicht sagen willst was los ist sage es und ich frage auch nicht mehr aber ich kann nicht ahnen das du gleich austickst” Er lehnte sich nach hinten und lag dann hinter mir quer auf dem Bett. “Es ist nichts weiter, die Saison ist nur gelaufen für mich” Kam es dann als wenn gar nichts weiter wäre aber es war ja offensichtlich das er nicht erfreut darüber war. Gut, dass ließ ich kurz sacken. Wenn ich ihn richtig verstehe ist es so wie letztes Jahr als er auch vorzeitig die Saison beenden musste nur das es damals Mitte Oktober war, jetzt war ja erst September. So langsam ergab seine Laune einen Sinn, ich wusste das er das Masters in Paris und das ATP World Tour Finale in London unbedingt spielen wollte.
Die Turniere in den nächsten Wochen hat er ja alle schon abgesagt aber es dachten alle das er in Paris wieder spielt. Was sollte ich jetzt antworten? Was er von dem Ganzen hält sah ich ja schon also war es überflüssig zu fragen. “Wegen der Knieverletzung?” Fragte ich dann doch vorsichtig und drehte meinen Kopf nach hinten damit ich ihn sehen kann. “Mhh, die haben gesagt wenn ich es jetzt übertreibe, war es das und dann falle ich nicht nur bis zum Jahresende aus” Ich musste mich beherrschen jetzt nicht zu sagen das er das aber selbst zu verantworten hat. Warum lässt er es denn erst so weit kommen das seine Karriere auf der Kippe steht? Ich nahm seine Hände in meine und umarmte ihn dann, immerhin blockte er das nicht ab. “Und da lässt sich gar nichts machen?“ ”No, ich kann es höchstens alles noch schlimmer machen”
Von mir aus können wir hier den restlichen Tag liegen bleiben, ich könnte mich jedenfalls daran gewöhnen ihn zu umarmen. Schön das wir hier alleine sind und ich Rafa nicht teilen muss. “Wo warst du überhaupt heute?” Fragte er dann plötzlich. Ach, interessiert ihn das doch? “Erst war ich in Alcúdia die Altstadt ansehen und dann bin ich weiter gefahren zum Platja de Formentor. Da wollte ich schon immer mal an den Strand gehen. War richtig erholsam, dort waren kaum Menschen. Es hat sich jedenfalls gelohnt, ich könnte jeden Tag kreuz und quer über die Insel fahren und einfach gucken wo ich ankomme” Ganz langsam erschien sein Lächeln dann wieder. “Sollte ich vielleicht auch mal machen. Ist jedenfalls besser als jeden Tag zum Arzt zu rennen nur damit der dann sagt das es sowieso keinen Sinn hat” Langsam schöpfte ich Hoffnung und musste auch lächeln. “Kannst ja morgen mitkommen” ”Sieht so aus als wenn ich Zeit hätte dafür. Es tut mir leid das ich dir jetzt die Urlaubslaune vermiese. Ich hatte mir das nur alles anders vorgestellt”
Langsam wurde er wieder normal, zumindest redet er mit mir, war schon mal ein Fortschritt gegenüber erst. “Ich kann verstehen das du enttäuscht bist weil du nicht spielen kannst. Es klingt vielleicht doof jetzt aber entspanne dich und spiele die nächste Saison dafür umso besser” ”So einfach ist das nicht. Ich kann nicht einfach entspannen und gar nichts machen. Mir fehlt die komplette Matchpraxis wenn ich so lange raus bin. Wenn ich länger hier bin kriege ich die Krise. Ich höre ja nicht auf mit dem Training aber es wird echt hart sich da wieder ranzuarbeiten” ”Du kriegst das schon hin, hat doch in diesem Jahr auch geklappt” ”Mhh hoffentlich endet es nächstes Jahr nicht wieder wie dieses Jahr bei den French Open” ”Es kann doch nur noch besser werden” ”Sage ich mir auch immer. Wenn das mit dem Knie ok ist nächstes Jahr wird es schon werden oder auch nicht” ”Hast du offiziell schon alles abgesagt?” ”Mein Management gibt heute Abend eine Pressemeldung raus in der stehen wird das die Saison für mich auf Grund anhaltender Knieprobleme beendet ist”
Ich dachte da gleich an Sara, die wird wieder total niedergeschlagen sein. Sehr positiv hört sich diese Meldung ja auch nicht an. Für die Medien ist das ein gefundenes Fressen. Jetzt werden wieder sämtliche Mediziner per Internet Diagnosen stellen und dann dummes Zeug erzählen und in den Zeitungen steht dann das Rafa vielleicht gar nicht mehr spielt und was weiß ich alles. Es ist so langweilig Tennis zu gucken wenn Rafa nicht spielt, also wird sie wohl dann gar nicht mehr gucken. Nach dem letzten Jahr hoffte sie wohl das sich der Albtraum nicht wiederholt aber genauso sieht es aus. Sie langweilt sich dann und kommt auf dumme Ideen.
“Deine Fans wird es freuen” Meinte ich dann nur. ”Mich auch, ich würde auch lieber spielen aber ich kann es nicht erzwingen auch wenn ich zugebe, dass es mich in diesem Jahr besonders getroffen hat. Letztes Jahr dachte ich schon das ist dumm gelaufen aber schlimmer als dieses Jahr kann es nicht mehr werden. So eine Saison habe ich noch nie gehabt seit ich auf der ATP Tour spiele und das sind schon ein paar Jahre”
Ich musste eben wieder an Toni denken, sein Gesicht von vorhin ging mir nicht aus dem Kopf. “Weiß dein Onkel eigentlich das ich hier bin?” Sein grinsen wurde immer breiter bis es vom einen Ohr zum anderen ging. “Sí ich habe es ihm gesagt weil ich ihn ärgern wollte” Wie bitte? Es hörte sich aber gut an wie Rafa das so gesagt hatte. ”Warum?” Fragte ich und musste lachen. “Nur so, er glaubt ich schnappe jetzt über weil du hier bist. Er weiss nicht das du schon mal hier warst und auch nicht das wir in den letzten Wochen Kontakt hatten. Ich will gar nicht wissen was er denkt”
Wenn er wirklich nur von Berlin wusste, glaubt er sicher das ich nur hier bin um Rafa nachts ein bisschen Gesellschaft zu leisten. Hilfe, was wirft das für ein Licht auf mich? “Du lässt ihn in dem Glauben das ich dein Lieblingsgroupie bin?” ”Er glaubt es sowieso nicht, ein bisschen kennt er mich schon. Ich habe das nur gesagt weil er immer sagt das es ihm egal ist was ich in meiner Freizeit mache. Er hat sich dann trotzdem dazu hinreißen lassen zu sagen das es ihm egal ist wie viel ich schlafe oder auch nicht, so lange ich am nächsten Tag kein Spiel habe” Ich musste gleich wieder lachen und schüttelte mit dem Kopf.
“Was hat er gesagt in Berlin als ich weg war?” ”Nada, er hat bis heute kein Wort dazu gesagt” Das konnte ich jetzt nicht glauben! Dabei hatte ich so gehofft das Rafa ein bisschen Stress bekommt. ”Gar nichts?” ”No, mich erstaunt es auch. Lag wohl daran das das Turnier sowieso für mich schon beendet war. Oder er war so geschockt das er nicht darüber reden will. Ich mache das normalerweise nicht, bis jetzt hat niemand von meinem Team eine spärlich bekleidete Frau in meinem Hotelzimmer getroffen die nicht meine Freundin war und selbst die würde ich nicht mit einer Bettdecke bekleidet zur Tür lassen. Bekanntlich hattest du aber keine Hemmungen” Hatte er also doch gelegentlich seine Freundin beziehungsweise Exfreundin mit bei den Turnieren? Vielleicht war sie auch viel öfters da und es hat sie niemand gesehen weil sie nicht zu den Spielen gegangen war. “Ich wollte dich in eine peinliche Lage bringen, dein Onkel kam mir da sehr gelegen” ”Können wir die Unterhaltung draußen fortführen?” ”Klar”
Wir liefen raus zum Pool und machten es uns da auf einer Liege bequem. Ich war erst ein bisschen traurig weil ich ihn loslassen musste als wir rausliefen aber ich drängelte dann einfach so lange bis er mich mit auf seine Liege ließ. War doch viel besser direkt an ihm zu liegen als auf einer eigenen Liege. Wenigstens lagen wir beide auf dem Rücken und Arm an Arm, ich könnte mich auch auf die Seite drehen und ihn umschlingen. “Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, Berlin. Ich wollte erst gar nicht zur Tür gehen aber dann kam mir die Idee mit der Bettdecke. Als ich durch den Spion sah und Toni gesehen habe dachte ich, das ist perfekt und habe geöffnet.
Das du nur mit einem Handtuch um die Hüften aus dem Bad kamst war dann Zufall” Ich dachte an den Moment zurück und freute mich gleich wieder, das Gesicht von Rafa war so herrlich gewesen. Der Anblick von ihm nur mit dem Handtuch und den nassen Haaren auch. Möglicherweise war das auch ein Grund als ich überlegte ob ich hier her komme oder nicht. Die Vorstellung Rafa so noch mal zu sehen machte es fast unmöglich nein zu sagen. “Ich dachte echt du spinnst als du vor der Badtür warst und sagtest das Toni an der Tür wartet” ”Dein Gesicht war auch köstlich” Rafa sah aus dem Augenwinkel zu mir rüber und schluckte kurz. “Warum hast du das gemacht? Und sage nicht es hätte wichtig sein können” ”Ich wollte mich nur rächen weil du mich vorher so abweisend behandelt hast” ”Du hast doch das selbe mit mir gemacht!” ”Was? Habe ich gar nicht“ Versuchte ich mich zu verteidigen. So hatte ich das nicht in Erinnerung.
”Natürlich, du bist so weit wie möglich von mir weggerückt und hast schon einen Anfall bekommen weil meine Hand an deinem Rücken war. Die Nacht zuvor störte dich das noch nicht” ”Die Nacht zuvor hast du mich auch nicht mit einem eiskalten Blick angesehen und gesagt das ich verschwinden soll” Er rollte mit den Augen und sah mich dann wieder an. ”Das war eine Trotzreaktion weil ich dachte das du jetzt so tust als würdest du mich nicht kennen” ”Das meinte ich nicht so, ich wollte es nur nicht übertreiben weil es mir dann noch schwerer gefallen wäre zu gehen. Hast du wirklich geglaubt ich wäre nur auf einen one night stand mit dir aus gewesen?“ ”Anfangs schon, woher sollte ich wissen was du willst? Ich kann nicht hellsehen” Toller Spruch! Jetzt rollte ich mit den Augen. Er braucht gar nicht versuchen die Verantwortung alleine auf mich abzuwälzen, dazu gehören schließlich immer noch zwei.
”Du hättest ja auch no sagen können” ”Tue ich normalerweise auch, ich hatte nur keine Kontrolle mehr über mich” Irgendwie musste ich dann spontan lachen. Er hatte keine Kontrolle mehr über sich? Das ist sehr selten, wenn er spielt hat er vom ersten Aufschlag bis zum letzten Ballwechsel alles unter Kontrolle und bei den Pressekonferenzen hat er normalerweise auch alles im Griff. Daran scheiterten ja auch alle seine Gegner, Rafa ist wenn er spielt nicht unter Kontrolle zu bringen weil er allen sein eigenes Spiel aufzwingt und so nicht zu schlagen ist oder wenn dann nur mit großer Anstrengung. Lässt man Rafael Nadal beim spielen in seinen Rhythmus reinkommen, hat man praktisch schon so gut wie verloren egal wie gut man spielt. Klar liegt der Verdacht nahe das er sich dann den Ausgleich dazu im Privatleben holt sonst würde er das nicht durchhalten auf die Dauer.
“Das du keine Kontrolle über dich hast kann ich auch nicht ändern, es war nicht alleine meine Schuld du warst bekanntlich auch beteiligt” ”Das es deine Schuld ist habe ich auch nicht gesagt. Ist ja egal jetzt, es lässt sich sowieso nicht mehr rückgängig machen” ”Würdest du es rückgängig machen wenn du es könntest?” Er sah wieder aus dem Augenwinkel zu mir und zuckte dann mit den Schultern. “Klar würde ich es rückgängig machen” Für einen kurzen Moment war ich sprachlos aber nur so lange, bis sein Grinsen wieder erschien. Ich schnappte nach Luft und schlug ihn am Arm. “Das ist nicht komisch!” Sagte ich ernst und musste dann aber doch wieder lächeln.
“Höre auf mich zu schlagen ich kann es mir nicht leisten außer dem Knie noch weitere Verletzungen zu haben” ”Warum nicht? Du hast doch jetzt Zeit” ”Du machst mir Angst!” Jetzt musste ich noch mehr lachen. Rafa war ja echt herrlich, er ist ja auch nicht in der Lage sich zu wehren. Niemand würde glauben das ich ihm ernsthafte Verletzungen zufügen würde. Es hatte aber auch noch kein Mann zu mir gesagt das er vor mir Angst hat.
Ich drehte mich auf die Seite, legte meinen Kopf an seine Schulter und umarmte ihn dann soweit es ging. “Tue einfach was ich dir sage dann passiert auch nichts” Sein Lächeln was daraufhin folgte war richtig schön. Da könnte ich auf der Stelle schmelzen, zum Glück lag ich schon und konnte so das Kribbeln in meinem Bauch genießen. Es war zu viel Nähe zwischen uns und allmählich entstand diese gefährliche Spannung zwischen uns. “Könnte dir so passen!” Kam es dann nur. Da ich der Versuchung nicht wiederstehen konnte, fuhr ich mit einer Hand durch seine Haare. Wenn es nach mir geht, würde ich das den ganzen Tag machen. Mein Puls wurde dann merklich schneller, ich liess meinen Blick über sein Gesicht wandern und musste mich beherrschen nicht gleich über ihn herzufallen. Seine Lippen waren ja schon eine Einladung ihn zu küssen.
Je länger ich darüber nachdachte umso mehr hatte ich zu kämpfen nicht die Beherrschung zu verlieren. Irgendwann konnte ich seinen Blick nicht länger ertragen und küsste ihn sanft während ich mit einer Hand seine Frisur zerstörte. Bevor ich dazu kam total die Kontrolle über mich zu verlieren, klingelte das Telefon. Ich verfluchte die Person die jetzt anrief und uns störte. Man, dass war der dümmste Zeitpunkt überhaupt! Rafa löste sich etwas von mir und sah mich mit einem flehenden Blick an. Erst dachte ich es hört schon irgendwann auf mit klingeln aber es klingelte munter weiter. “Geh’ schon” Sagte ich dann nur und rollte mit den Augen. Er küsste mich kurz am Hals und verschwand in der nächsten Sekunde ins Haus.
Ich drehte mich auf den Rücken und verzog mein Gesicht. Echt super gelaufen! Jetzt fehlt es nur noch das er gleich noch dringend einen Termin hat und verschwindet. Wer jetzt anrief war auch egal, es war definitiv der falsche Zeitpunkt. Ich glaube am Ende noch er lässt mich auf ewig abblitzen, wenn das so weiter geht falle ich irgendwann über ihn her und lasse dann nicht mehr locker bis ich von ihm kriege was ich will. Wie lange es jetzt dauert wusste ich ja auch nicht also setzte ich mich dann auf den Rand vom Pool und liess die Füsse im Wasser baumeln.
Zu meiner Überraschung hörte ich Schritte und drehte meinen Kopf nach hinten, Rafa kam auf mich zugelaufen und blieb neben mir stehen. Ich sah zu ihm hoch und wartete auf eine Erklärung. “War es wenigstens wichtig?” Sein verlegenes Lächeln deutete ein nein an. “Nicht wirklich, meine Mutter neigt dazu im unpassendsten Moment überhaupt anzurufen, die hat Talent dafür” Na super, seine Mutter war es also! Das kam mir bekannt vor, meine Eltern neigen auch zu Kontrollanrufen einfach so ohne Grund. “Kommt mir bekannt vor. Ruft sie auch ohne Grund an? Machen meine Eltern bei mir manchmal, die wollen dann einfach nur reden über irgendwas”
Rafa setzte sich neben mich und sah mich dann wieder an. “Sie wollte nur ein Lebenszeichen von sich geben. Sie leitet ja meine Stiftung und ist gerade geschäftlich in Honduras. Ich würde mir das auch selbst ansehen aber ich habe einfach keine Zeit dazu. Zeit hätte ich jetzt aber ich muss ja das Knie schonen” Interessant das er von seiner Mutter sprach. Von seinen Eltern wusste ich nicht viel außer das was durch die Medien geistert. Da waren teilweise haarsträubende Geschichten dabei. Offiziell macht Rafa einen auf happy family, angeblich leben alle in einem großen Haus in Manacor zusammen und wahrscheinlich sind sie glücklich bis an ihr Lebensende.
Soweit die Illusion. Es war auch zu schön wenn seine Eltern und Großeltern alle zu seinen Spielen gehen und da die perfekte Vorzeigefamilie sind. Das war fast schon mehr heile Welt als man ertragen kann. Zumindest stimmt ja schon mal nicht das Rafa in Manacor wohnt. Er übernachtet dort nur wenn er nur einen Tag hier ist um die Koffer umzupacken denn es lohnt sich nicht dann erst Essen einzukaufen also übernachtet er dann bei seinen Eltern. Wenn er länger hier ist, wohnt er hier in Porto Cristo, so hatte ich das jedenfalls verstanden.
Zu schade das der Anruf seiner Mutter uns in die Quere gekommen war. Das hatte die ganze Stimmung versaut und ich war zu recht ein bisschen gefrustet. Ich sah aus dem Augenwinkel zu ihm rüber und musste dann lachen da er im selben Moment zu mir sah. “Was?” Fragte er auch gleich mit einem breiten Lächeln. “Nichts, es stört irgendwie nur andauernd jemand” Sagte ich dann langsam und sah ins Wasser vom Pool. ”Ich kann es auch nicht ändern, ich kenne meine Mutter die lässt es ewig klingeln” ”Kannst du nicht die Stecker alle ziehen und dein Handy in den Pool werfen?” ”Und dann?” Ich überlegte was ich sage und sah ihn wieder an.
Er soll mal nicht so tun als wenn er nicht wüsste was ich meine. Sein Lächeln verriet sowieso das er genau wusste worauf ich anspiele. “Würde niemand mehr stören” ”Hast du etwas vor?” Ich musste jetzt richtig lachen und schüttelte mit dem Kopf. “Wenn ich dir das jetzt sage ist es doch keine Überraschung mehr” ”Ich hasse Überraschungen aber bei dir mache ich gerne eine Ausnahme” Aww, es war zu verlockend wie es eben zwischen uns knisterte. Da ich seinem Blick nicht widerstehen konnte, küsste ich ihn am Hals. Leider machte das alles viel schlimmer, ich driftete gedanklich ganz weit ab und würde ihm am liebsten seine Klamotten runterreißen. Langsam küsste ich mich seinen Hals nach oben über sein Kinn zu seinen Lippen.
Ab dem Moment war sowieso alles zu spät. Dieses mal entkommt er mir nicht! Bisschen unbequem war es schon im Moment also drückte ich ihn nach hinten auf die Fliessen und legte mich dann halb auf ihn. War doch gleich viel bequemer so! Und es war einfacher ihn auszuziehen, es war jedenfalls kein Problem ihm sein Shirt auszuziehen. Seine Küsse waren auch zu verlockend, ich hatte schon vergessen wo wir eigentlich sind. So langsam wurde es mir wärmer und das lag nicht an der Sonne. Seine Hände auf meinem Hintern tragen auch nicht dazu bei mich nicht auf dumme Gedanken zu bringen. Zu dumm das ich auch noch Luftholen musste sonst würde ich ihn ewig küssen.
Irgendwie schaffte ich es dann aber doch mich ein paar Sekunden von seinen Lippen zu lösen. Sein Blick gab mir dann noch den Rest, die Art von Überraschung scheint ihm ja doch zu gefallen. “Du willst gar nicht wissen was ich jetzt am liebsten mit dir machen würde” Sagte ich während ich mit einer Hand durch seine Haare fuhr. “Ich bin schon gespannt” Kam es mit einem breiten Lächeln bevor er mich wieder an sich zog.
Als ich dazu kam wieder darüber nachzudenken was ich am liebsten mit Rafa anstellen würde, war es zu spät. Ich holte ein paar mal tief Luft und sah dann zu Rafa. Er lag mit geschlossenen Augen direkt an mir und schien erst mal eine Runde zu schlafen. Ich fuhr mit einer Hand über seinen Rücken und überlegte nebenbei warum es nicht eher dazu gekommen war und wie er hier schlafen kann, auf dem Rand vom Pool. War nicht meine Absicht gewesen am Pool zu bleiben aber es war mir dann egal wo wir sind, glücklicherweise kann niemand von außen hier rein sehen. Es ging mir definitiv nicht nur um Sex aber es tut so verdammt gut und ich weiß doch das Rafa dem nicht abgeneigt ist und das genauso genießt wie ich.
Irgendwie bekam ich nie genug von ihm, ich würde am liebsten jeden Tag mit ihm schlafen. Aus meinen Gedanken wurde ich gerissen als er seinen Kopf anhob und mich ansah, sein Blick verschlug mir direkt die Sprache. Ich könnte sofort wieder auf dumme Gedanken kommen wenn er mich so verführerisch ansieht. Dazu kam es aber nicht da er sich von mir löste und ins Wasser sprang. Ich war etwas überrascht über seine Aktivität und sprang nichts schlimmes ahnend hinter ihm her. Einen Schrei konnte ich mir aber nicht verkneifen als ich wieder auftauchte. Was für eine dumme Idee einfach so ins Wasser zu springen!
“Mierda! Wie kalt ist das Wasser?” Fragte ich während ich hektisch mit den Armen ruderte und mich von dem Schock erholen musste. Kann er nicht sagen das er das Wasser so kalt eingestellt hat das hier Eisberge schwimmen könnten? Er schwamm einen großen Kreis um mich und grinste wieder so unverschämt dabei. “Das Wasser hat 24 Grad, kalt kann man es wohl nicht nennen” “Es fühlt sich an wie vier Grad!” Da er zum Rand schwamm und sich da festhielt, verfolgte ich ihn gleich mal. Das kalte Wasser bewirkte nur das ich auf einen Schlag wieder nüchtern war. Am Rand war eine Art Sims wo man stehen konnte aber dort war Rafa bekanntlich gerade also legte ich meine Arme um seinen Hals und hielt mich an ihm fest damit ich nicht unter gehe.
“Ich dachte du schläfst eine Runde” Er legte seine Hände an meine Hüften und zog mich näher an sich. Wären wir jetzt nicht im Wasser, könnte das schon wieder gefährlich werden. ”So kann man sich täuschen” Ein breites Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen, ich könnte ihn den ganzen Tag lang ansehen. “Was hältst du von der Überraschung?” Fragte ich dann frech. Er küsste mich verführerisch und sah mich dann wieder an. “So kannst du mich öfters überraschen und dieser Art von Wunsch komme ich gerne nach” Mein Lächeln ging sicher vom einen Ohr zum anderen, ich konnte auch nicht anders als ihn wieder zu küssen. Dabei kam ich aber nur auf dumme Ideen. “Was hältst du von ein bisschen Wasser?” Seinem Grinsen nach zu urteilen verstand er die Frage. “Höre auf mich auf dumme Gedanken zu bringen sonst garantiere ich für nichts mehr!” Die Vorstellung von dem Wasser hatte wirklich was.
Jetzt waren wir ja sowieso schon im Pool und störende Sachen waren auch nicht im Weg. ”Ich bin da flexibel” Antwortete ich nur und rückte so nah es ging an ihn. “Ich denke wir sollten vorerst auf dem trockenen bleiben” ”Ok” Meinte ich nur und musste wieder kichern. Ein paar Sekunden sagte dann niemand etwas und wir sahen uns nur gegenseitig an. Die ausgelassene Stimmung wurde ernster je länger niemand ein Wort sagte. Wenn ich Rafa so sehe fange ich nur an nachzudenken. Ich hatte mir ja vorgenommen mich nicht zu sehr auf ihn einzulassen aber dafür war es höchstwahrscheinlich viel zu spät, ich würde nicht mehr von ihm los kommen. Das Schöne ist ja das ich mich nicht verstellen muss weil er mich so akzeptiert wie ich bin.
Andernfalls würde mir auch nie in den Sinn kommen über jemanden mitten am Tag gleich neben dem Pool herzufallen. Mir war das noch nicht mal peinlich, im Gegenteil, es fühlte sich normal an und schämen musste ich mich auch für nichts. Vielleicht sollte ich der Wahrheit ins Auge sehen und mir selbst eingestehen das Rafa mehr ist als ein Flirt oder eine Urlaubsbekanntschaft. Ist ja eigentlich was schönes nur bringt es eine Menge Probleme mit sich. Ich hätte nie den ganzen Stress mit Sara in Kauf genommen wenn mir Rafa nicht wichtig wäre. Nach den paar Tagen hier würde ich am liebsten hier bleiben, ich will nicht auf ihn verzichten.
Es ist verrückt aber ich hatte mich schon daran gewöhnt ihn zu sehen und will das eigentlich auch nicht mehr missen. Es half mir auch nicht zu wissen das er bis zum Januar hier sein wird. Wenn er Turniere spielt ist es einfacher weil ich weiss das er dann sowieso keine Zeit hat aber jetzt wo er nicht mehr spielt dieses Jahr tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf. “Was denkst du?” Fragte er plötzlich leise und strich mit seiner Hand Haarsträhnchen aus meinem Gesicht. “Ich würde am liebsten hier bleiben” Sagte ich leise und sah in seine Augen. Er sagte erst mal nichts, vermutlich wird ihm klar sein das wir uns keinen Gefallen tun wenn wir uns so aufeinander einlassen. Wenn ich wieder nach Deutschland muss wird alles nur viel schlimmer je mehr ich an ihm hänge. Aus diesem Grund war ich auch gegen Urlaubsflirts nur das Rafa längst kein Flirt mehr war.
Je mehr ich nachdachte umso auswegsloser erschien mir alles. Mir wurde die Nähe zu ihm plötzlich zu viel, ich drückte ihn von mir weg und kletterte hastig aus dem Pool. “Amaia” Ich musste dringend hier weg! Ohne Rafa weiter zu beachten schwamm ich zum anderen Ende und flüchtete aus dem Pool. Im vorbeigehen schnappte ich mir ein Handtuch von einer Liege und wickelte es um mich bevor ich mit eiligen Schritten ins Haus verschwand.
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