Als wir endlich mal aus dem Knick kamen und am Hafen eintrafen, waren wir sogar die Ersten. Es war so gedacht das wir uns an der Anlegestelle treffen und ich dachte schon wir wären spät dran. Zu meiner Beruhigung bleibt mir auch der Jet-ski erspart. Sah aus als würden wir mit einem Motorboot fahren, das erscheint mir etwas sicherer als der Jet-ski. Vielleicht sollte ich Rafa nicht noch auf dumme Gedanken bringen. Maymó ist noch unpünktlicher wie Rafa und das ist wirklich eine Leistung. 15 Minuten später als ausgemacht erschien er endlich mal mit seiner Freundin Nicole. Ich weiß nicht ob ich es mir nur einbildete aber es herrschte eine merkwürdige Stimmung auf dem Boot. Rafa verhielt sich normal aber sein Physio würdigte seine Freundin keines Blickes.
Wüsste ich nicht, dass die zusammen sind, würde ich denken die hassen sich gegenseitig. Vielleicht haben die sich ja gestritten und ich kann ja schlecht fragen, ich wollte nicht die Stimmung total ruinieren. Das hatte sich Rafa sicher anders vorgestellt, er hatte ja den Einfall Maymó mitzunehmen. Erst dachte ich wir fahren in eine einsame Bucht und springen vom Boot aus ins Wasser aber es gab in besagter Bucht auch eine Anlegestelle also konnten wir uns an den Strand legen. Es hätte so schön sein können… wäre da nicht die angespannte Stimmung. Ich war heilfroh als Maymó endlich mal ins Wasser ging, Nicole auch aber in weiter Entfernung. Da wir jetzt mal alleine sind, rückte ich näher an Rafa und sah dann kurz zu Nicole. „Bist du dir sicher, dass die zusammen sind?“ Fragte ich skeptisch. „Wieso?“ Fragte Rafa mit einem breiten Lächeln zurück.
„Die reden kein Wort miteinander“ “Die sind seit vier Jahren zusammen. Vermutlich gab es Stress“ “Vermutlich? Wenn Blicke töten könnten… die bringen sich gleich um, so sieht es jedenfalls aus“ “Ich hatte mir das auch anders vorgestellt. Als ich ihn vorhin angerufen habe um zu fragen ob sie mitkommen tat er als wenn alles normal wäre“ Ich kam gar nicht zum Antworten da ein hysterisches Schreien ertönte. Wortlos drehte ich meinen Kopf zur Seite und sah zu wie die angeblich Verliebten sich vermutlich hässliche Schimpfwörter gegenseitig an den Kopf warfen. Ich verstand zwar nichts weil es wieder mal mallorquí war aber es ist vielleicht besser so. Es war schon bizarr, die Landschaft war traumhaft und dann das laute Geschrei. Ich musste mich beherrschen nicht zu lachen weil ich es irgendwie amüsant fand. „Das ist nicht komisch“ Kam es dann nur streng von neben mir. Ich schluckte und schielte aus dem Augenwinkel zu Rafa.
So hatte ich mir das vorgestellt! Ich dachte ja, dass ich mit Rafa mal alleine bin und jetzt sitzen wir hier und gucken zu wie Maymó mit seiner Freundin streiten. Hoffentlich kommt es bei uns nicht auch mal so weit. Zwar hatte ich mit Rafa auch schon die ein oder andere Meinungsverschiedenheit aber so extrem artete das nie aus. Ich flüchte dann eher als mich auf eine Diskussion einzulassen. Man dachte ja das die sich gleich an die Gurgel springen, ich kenne Maymó gar nicht so, er macht sonst einen ruhigen und vernünftigen Eindruck. Das scheint aber gewaltig zu täuschen. „Warum streiten die eigentlich?“ Fragte ich dann ernst. Rafa hat vermutlich auch keine Ahnung aber er versteht doch was die sich gerade lautstark an den Kopf werfen. „Ich glaube es ist die alte Leier das er nie da ist“ Woher kam mir das nur bekannt vor? „Ich denke die sind seit vier Jahren zusammen? Ist sie das nicht gewohnt das er so oft weg ist?“ “Schon aber ab und zu beschwert sie sich eben, ich kann’s teilweise verstehen. Ich weiß, dass mich keine direkte Schuld trifft aber am Ende hängt es an mir und welche Turniere ich spiele. Mein Team muss sich eben danach richten auch wenn ich mich nicht besonders gut fühle wenn ich sowas dann sehe“ “Es ist ja nicht deine Schuld wenn die das nicht unter sich regeln können“ “Und jetzt?“ Ich sah zu Rafa und zuckte mit den Schultern.
„Na ja, scheint mir nicht so als wenn die sich wieder beruhigen würden“ So falsch war meine Einschätzung der Lage wohl nicht da Nicole plötzlich anfing hektisch ihre Sachen zusammen zu packen. Wenige Sekunden später rauschte sie mit einem verbissenen Gesicht an uns vorbei und lief direkt zum Boot. Maymó lief hinter ihr her und redete auf sie ein aber sie kümmerte sich nicht darum. „Sie will zurück fahren“ Meinte Rafa dann leise zu mir und rollte mit den Augen. Das sah ich auch, sie saß inzwischen im Boot mit verschränkten Armen und sah stur geradeaus. „Das heißt wir können auch unsere Sachen packen“ Meinte ich dann mehr feststellend und stand von meinem Handtuch auf um es zusammen zu legen. Zwar wäre ich gerne noch hier geblieben aber es bringt nichts, die bringen sich wirklich noch um. „Das hat sich ja richtig gelohnt jetzt“ Meinte Rafa dann und stand auch von seinem Handtuch auf. „Ist vielleicht besser, ich meine bevor es noch total eskaliert“ “Du meinst es macht einen Unterschied ob die sich hier umbringen oder in Porto Cristo?“ “No aber da sind wir nicht dabei“
Es war kaum zu glauben aber es war nicht mal eine Stunde vergangen seit wir losgefahren waren in Porto Cristo und jetzt sind wir schon wieder zurück! Da drängt sich mir die Frage auf warum die mitgekommen sind wenn die dann sowieso nur streiten, die hätten in Manacor bleiben sollen dazu. Zum Glück dauerte die Rückfahrt nicht lange da die paar Minuten nicht nett waren. Vorhin redete Maymó ja wenigstens noch aber jetzt sagte keiner mehr einen Ton von mir und Rafa abgesehen. Ich war froh als Maymó und Nicole zu ihrem Auto liefen und wir von den restlichen Diskussionen nichts mehr mitbekommen. Glücklich war ich natürlich nicht darüber wie das gelaufen ist, es drückte alles ziemlich auf die Stimmung.
Rafa war auch verdächtig still geworden, er musste zwar auf die Straße sehen aber es sind ja nur wenige Kilometer vom Hafen bis zu seinem Haus. „Was machen wir jetzt?“ Fragte er dann als wir in der Nähe von seinem Haus waren. „Ich weiß nicht, gibt es hier noch einen anderen Strand? Wir können auch an den Pool gehen wenn du keine Lust hast an den Strand zu gehen“ “Strände gibt es hier genug“ Meinte er nur mit einem breiten Lächeln. „Dann fahre irgendwo hin aber nicht zu dem wo man erst ewig laufen muss durch den Wald“ “Genau da wollte ich hin!“ “Wir werden auch noch einen anderen finden“
Knapp 15 Minuten später hielt er an und wir stiegen aus dem Auto. Ich sah mich kurz um und klemmte mir ein großes Handtuch unter den Arm. Es sah mir wieder nach so einem verlassenen Insidertipp aus. Vom Parkplatz aus war gar kein Strand zu sehen, nur Felsen und das Meer aber ich springe sicher nicht von den Felsen ins Meer! „Gibt’s hier auch Sand?“ Fragte ich ohne vorher nachzudenken und in der nächsten Sekunde rollte er auch schon mit den Augen.
„Warte doch erstmal ab!“ Gut, ich sagte also nix mehr und lief ihm einfach nach. Der angebliche Strand stellte sich dann als größere Felsspalte raus wo einfach Sand dazwischen lag. Ich schätze die Ausmaße so in etwa auf 20 x 40 Meter und das schärfst war, das dort schon jemand war! Da saß eine Gruppe Rentner, die hatten sich alles Mögliche mitgebracht von Kühlboxen und Sonnenliegen über unzählige Schirme und Handtücher. Die Schirme standen alle direkt zusammen so das eine Art Dach entstand. Ich konnte mir ein feixen nicht verkneifen als ich das sah. Gesehen hatte ich sowas schon öfters in Italien aber hier vermutet man das nicht unbedingt.
„Sieht so aus als wären wir nicht die Einzigen“ Meinte ich dann nur und guckte ob da jemand auf uns reagiert aber die schienen uns gar nicht zu bemerken. „Scheint so aber jetzt sind wir sowieso schon hier“ War jetzt auch egal also breiteten wir in sicherer Entfernung unser Zeug aus und machten es uns dann unter dem Schirm bequem. Ich sah auf mein Handy um auf die Uhr zu sehen und hatte mal wieder keinen Empfang. So kann wenigstens keiner stören. „Ich glaube ich muss mir mal ein neues Handy kaufen. Das blöde Ding hat keinen Empfang“ “Meins auch nicht. Wenn du ein neues willst, kannst du dir bei mir eins aussuchen. Ich habe eine Menge rumliegen zu Hause“ “In der Rumpelkammer oder wo?“ Sein Lächeln deutete ich als ein ja. Ich weiß, dass er in einer Art Abstellkammer alle Mögliche hortet. Er hebt ja von jedem Outfit eins auf und auch von Rackets mit denen er ein wichtiges Turnier gewonnen hat. „Wo soll ich sonst hin damit? Ich kriege ständig welche geschenkt zu allen möglichen Anlässen. Die Leute denken sie tun mir einen Gefallen aber ich habe keine Lust ständig alles neu zu programmieren. Meine gesamte Familie ist schon auf dem neuesten Stand aber irgendwann will die keiner mehr haben“ “Ich kann ja mal unauffällig gucken. Da bist du ja jetzt gar nicht zu erreichen“ “Ein schönes Gefühl“ Er sagte das so begeistert, das ich spontan Lachen musste.
Eine Weile beobachtete ich Rafa aus dem Augenwinkel und überlegte. Hat er wirklich keine Ahnung was heute für ein Tag ist? Ich lege ja gar nicht so einen übertrieben gesteigerten Wert auf sowas aber wenn er gar nix weiß, gibt mir das schon ein bisschen zu denken. „Weißt du eigentlich welcher Tag heute ist?“ Hatte ich dann auch schon gefragt ob wohl ich es nicht wollte aber ich konnte mich nicht mehr zügeln. Ich hatte gehofft, dass ich ihn nicht daran erinnern muss. Er zog dann auch ein entsprechend verwirrtes Gesicht und sah mich merkwürdig an. „Dienstag wieso?“ Ok, das war dann wohl eindeutig, er hat keinen Schimmer! „Ach, nichts Wichtiges weiter. Was machen wir eigentlich heute Abend?“ Ich fragte das natürlich nicht so rein zufällig, es sollte nur so klingen. „Mal sehen, ich wollte eigentlich noch eine Runde Golf spielen gehen, wir können ja danach noch zusammen wohin gehen wenn du Lust hast“ Ich hatte Mühe mir nichts anmerken zu lassen. Ich hasse Golf und er weiß das, der kann doch nicht allen Ernstes heute Golf spielen gehen! „Mhh“ Machte ich dann nur und versuchte mir nichts anmerken zu lassen.
Eine Weile herrschte dann Stille, ich las Zeitung und Rafa schlief wohl oder sowas ähnliches. Er lag zumindest auf dem Bauch und hatte seine Augen geschlossen. Ich werde ihn sicher nicht nochmal daran erinnern was heute für ein Tag ist. Wenn er von selbst nicht darauf kommt, kann ich es auch nicht ändern. Kann sein ich bin dann sauer aber da muss er durch. Ich sah ein paar Minuten schweigend in sein Gesicht und dachte mir dann, dass man wohl nichts anderes erwarten kann von einem Mann. Er hat wahrscheinlich unzählige andere Termine im Kopf. Ich habe ja nicht wirklich was geplant für heute Abend aber ich dachte zumindest das er da bleibt.
Er kann ja Golf spielen gehen aber nicht heute Abend! „Gehst du mit ins Wasser?“ Fragte ich dann um auf andere Gedanken zu kommen. Er blinzelte mich mit einem Auge an und zog dann ein Lächeln. „Eigentlich habe ich keine Lust aber ich komme mit weil du es bist“ Ich schüttelte mit dem Kopf und zog ihn an der Hand hoch. „Ich fühle mich geehrt“ Ein paar Minuten später stand ich bis zum Bauchnabel im Wasser. Es war nicht wirklich kalt, man muss sich nur daran gewöhnen. Trotzdem stand ich auf Zehenspitzen und fuchtelte mit den Armen um nicht umzufallen. Rafa war schon längst abgetaucht und er tauchte für meinen Geschmack zu nah neben mir wieder auf. „Wenn du so weiter machst, ist es dunkel bevor du im Wasser bist“ Meinte er mit einem frechen grinsen.
Ich konnte nicht an mich halten und spritze mit meiner Hand Wasser zu ihm. Das sollte sich als großer Fehler rausstellen da er plötzlich hinter mir herrannte und mich nassspritzen wollte. Ich lief laut kreischend vor ihm weg und hielt mir dann eine Hand vor dem Mund damit mich nicht die ganze Insel schreien hört. Ich kam natürlich nicht weit bevor ich total nass war. „Das hörte sich eben an als wenn ich dich umbringen würde!“ Ja ja, er hat gut lachen. „Mache nur so weiter“ Meinte ich nur und drehte mich um. „Es tut mir leid“ Da ich nicht reagierte, umarmte er mich von hinten. Wie gut das mir das Wasser nur bis zu den Achseln ging, sonst würden wir vielleicht noch untergehen. Ich rollte mit den Augen was er wahrscheinlich gar nicht sah und musste dann aber doch wieder lächeln. Da ich in sein Gesicht sehen wollte, drehte ich mich um und legte meine Arme um seinen Hals. „Du ärgerst mich zwar immer aber ich liebe dich trotzdem“ Sein Lächeln ging gleich vom einen Ohr zum anderen.
„Ich dich auch. Ich dachte schon mir passiert das nie mehr“ “Was, das du dich verliebst?“ “Sí, ich dachte erst ich habe eine ansteckende Krankheit als ich dich kennengelernt habe weil ich mich so komisch fühlte. No, Spaß bei Seite, ich hatte das Gefühl schon richtig vermisst. Ich dachte zwar schon mehrmals, dass ich mich verliebt habe aber vielleicht lag ich da auch falsch“ “Das kann man nie so genau wissen“ Meinte ich mit einem todernsten Gesicht und musste dann aber kichern. Er wollte mich wohl in die Seite zwicken aber der gewünschte Effekt blieb aus da wir ja im Wasser waren. „Ich meinte das ernst!“ Sagte er dann noch und nickte eifrig mit dem Kopf. „Du kannst mir heute Abend zeigen wie ernst du es meinst“ Ich wollte ja nur sein grinsen sehen und lange warten musste ich nicht. Mit so einem Spruch kann ich ihn wohl zu jeder Tageszeit begeistern. „Sind wir alleine?“ Ich sah an ihm vorbei zum Strand, er stand ja so das er den Strand nicht sehen kann im Moment.
Natürlich waren wir nicht alleine. Die lustige Rentnergruppe machte nicht den Eindruck als wenn die bald verschwinden würden, die hatten es sich für längere Zeit bequem gemacht. Zwar beachteten die uns nicht aber wer weiß wie lange das so bleiben würde wenn wir nicht nur friedlich planschen. „Denke nicht mal daran“ Antwortete ich nur trocken. „Das war eine ganz normale Frage“ “Natürlich“ Er kam näher und küsste mich kurz bevor er mich wieder so frech angrinste. „Du interpretierst die Situation falsch“ “Dann müsste ich des Öfteren die Situation falsch interpretieren“ “Das habt ihr Frauen so an sich“ Kam es frech zurück. Mir blieb fast der Mund offen stehen! Der traut sich ja wirklich was! Bevor ich auch nur irgendwie reagieren konnte, löste er sich von mir und schwamm in Richtung Strand.
Ich bequemte mich auch aus dem Wasser und lief wieder zu meinem Handtuch zurück. Rafa war ja ein bisschen schneller gewesen und er lag auf seinem Handtuch und grinste mich frech an, er kann es anscheinend gar nicht erwarten was ich jetzt mit ihm anstelle nach dem Spruch eben. Ich machte es mir neben ihm bequem und sagte erstmal nichts. Es machte mir Spaß so zu tun als wenn nichts wäre, ich weiß ja das er das nur im Spaß gesagt hat. „Es tut mir leid“ kam es plötzlich leise nach ein paar Minuten. Ich musste mich beherrschen nicht laut zu lachen. „Mhh“ Machte ich nur und blieb mit geschlossenen Augen auf dem Rücken liegen. Zwar kann ich ihn momentan nicht sehen aber damit wird er sich wohl nicht zufrieden geben. Ein paar Sekunden später spürte ich einen Schatten über mir.
„Schläfst du?“ Fragte er plötzlich. „No, ich versuche nur braun zu werden, das kann ich aber nicht wenn du im Weg bist“ Da ich zu neugierig war, blinzelte ich mit einem Auge. Er lehnte halb über mir und sah mich mit großen Augen an. Wenn ich das Gesicht richtig deute, überlegt er allen Ernstes ob ich das eben ernst gemeint habe, dass er verschwinden soll damit ich braun werde. Damit er nicht wirklich noch auf dumme Ideen kommt, legte ich einen Arm um seinen Hals und zog sein Gesicht näher zu meinem. Unsere Nasen müssten sich schon fast berühren, seine Haare hingen zumindest teilweise in meinem Gesicht aber das störte mich nicht wirklich. „Ich kann auch später noch braun werden, ich meine wenn wir uns nicht sehen“ Eigentlich wollte ich noch mehr sagen aber sein Blick verschlug mir die Sprache, zum Glück lag ich schon da ich immer ganz nervös werde wenn er mich so mustert. Mir wurde das dann zu heiß, er machte gar nichts aber so wie sein Blick über mein Gesicht wanderte war das nur eine Zeitfrage.
„Höre auf!“ Sagte ich ernst und schluckte erstmal. Ich musste erstmal tief Luft holen da ich jegliche Kontrolle über mich verliere wenn er mich so ansieht wie eben. „Ich mache gar nichts!“ Kam es mit einem ernsten Gesicht zurück. Leider konnte ich nicht mehr länger an mich halten, also legte ich den anderen Arm noch um seinen Hals und küsste ihn dann sanft. Mir war da schon fast entfallen wo wir eben sind, das fiel mir erst Minuten später wieder ein als ich schon halb über ihm lag und erstmal Luft holen musste um wieder klar denken zu können. Seine Hände auf meinem Hintern halfen mir nicht gerade dabei auf anständige Gedanken zu kommen. Mal wieder verfluchte ich das wir am Strand sind, wenn ich ihn küsse kann ich nicht mehr aufhören damit und das ist ganz schlecht. Dann denke ich nur darüber nach was ich theoretisch alles mit ihm anstellen könnte. „Wir sollten in Zukunft nicht mehr alleine zum Strand gehen oder wenn dann wohin wo wir auch alleine sind“ Sagte ich ernst und strich ihm seine Haare langsam aus dem Gesicht.
Langsam erschien sein freches grinsen wieder. „Vorhin hast du noch ganz empört reagiert“ “Habs mir anders überlegt“ Damit ich nicht wirklich noch etwas unkluges tue, legte ich meinen Kopf an seine Schulter und umarmte ihn soweit es ging. Das muss vorerst reichen, mehr als umarmen und ein paar Küsse ist im Moment nicht angebracht und es ist besser als gar nichts.
So viel war von dem Tag aber nicht mehr übrig das wir lange am Strand bleiben konnten und er wollte ja noch Golf spielen also räumten wir zum zweiten Mal heute unsere Sachen wieder zusammen und fuhren zurück nach Porto Cristo. Irgendwie hatte ich gehofft, das er es sich nochmal anders überlegt und doch zu Hause bleibt aber damit war es nichts. Natürlich hat er mir angeboten mitzukommen aber was soll ich machen wenn er Golf spielt? Da kann ich ja nur blöd daneben stehen und ich habe sowieso keine Ahnung davon. Er fuhr also alleine und ich bewachte derweil sein Haus und spielte mit meinem neuen Handy. So lange wollte er ja auch nicht weg bleiben also machte ich es mir vor dem Fernseher bequem und rief Sara mal an. Zeit habe ich ja wie es mir scheint. Rafa war kaum eine Stunde weg, als er anrief und meinte es könnte etwas länger dauern.
Was das genau bedeutet konnte oder wollte er nicht sagen. Ich dachte mir nichts weiter dabei und blieb vor dem Fernseher sitzen. Es verging aber immer mehr Zeit ohne das sich etwas tat. Inzwischen was es tiefste Nacht draußen und es ist schon gleich halb 12. Ich langweilte mich nicht wirklich da ich mehr durch Zufall rausfand das der Fernseher offensichtlich mit dem Internet verbunden ist. Ich hätte schwören können das ich den Fernseher anders in Erinnerung habe aber vielleicht täuschte ich mich auch. Wir hatten ja nicht ausgemacht wo wir noch hin wollten heute Abend aber weit weg brauchen wir um diese Zeit nicht mehr zu gehen sonst geht die Sonne wieder auf bis wir zurück sind.
Mit einer etwas gedrückten Laune ging ich dann um 12 schließlich alleine ins Bett. So hatte ich mir den Abend mit Sicherheit nicht vorgestellt! Da hatte ich doch tatsächlich den Abend alleine vor dem Fernseher verbracht.
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