9 August 2011

Update

Nach längerer Pause muss ich leider verkünden das es zu der Geschichte keine neuen Kapitel geben wird weil ich aus mangelndem Interesse nicht mehr daran schreibe. Trotzdem danke an alle Leser.

8 February 2011

Chapter 73

Ich war total aufgeregt, als wir am Abend zu meinen Eltern fuhren. Sie freuen sich schon länger darauf Rafa wieder zu sehen und wären wohl auch glücklich wenn wir nur so vorbeikommen. Von der Überraschung ahnen sie ja noch nichts. Zwar werden sie sich denken können, dass es auf die Dauer nervig ist immer hin und her zu fliegen aber manchen Leuten macht sowas ja Spaß und die machen das jahrelang so. Nun, für mich ist das keine Option auf längere Sicht. Ich bin dann doch lieber an einem Ort. Man sieht es ja an nächster Woche. Nachdem Berlin ja ins Wasser fällt, fliege ich also doch nach Mallorca nächstes Wochenende auch wenn ich mich ärgern werde die Flüge nach Berlin einfach verfallen zu lassen. Rafa hat mir auch angeboten die zu bezahlen aber darum geht es nicht, die waren ja ein Superschnäppchen, es geht nur um das Prinzip. Im Moment bin ich aber damit beschäftigt mich moralisch auf meine Eltern einzurichten. „Ich bin echt gespannt“ Sagte ich als wir vor dem Haus waren und klingelten. Das war noch harmlos ausgedrückt, total zappelig war ich. „Sie werden es schon irgendwie überleben. Wegen mir musst du es nicht unbedingt heute sagen“ “Ich will dich aber dabei haben“ Rafa sagte nichts mehr und sah mich nur an. Damit wird ihm klar sein, dass es nur heute geht. Wer weiß ob er überhaupt nochmal hier her kommen wird. Komische Vorstellung, man kann an einer Hand abzählen wie oft er hier war seit ich mit ihm zusammen bin. Wenn ich wirklich umziehe, kommt er doch höchstens einmal im Jahr hier her um meine Eltern zu sehen oder vielleicht auch gar nicht. Er hat mehr oder minder deutlich gemacht, das er auch meine Eltern zu Turnieren einlädt wenn sie Lust haben zu kommen. Davon wissen die aber noch nichts. Mein Vater würde jedes Turnier mitnehmen wenn er könnte. Vielleicht ergibt sich ja was bei den US Open. Ich fahre ja sowieso hin also können meine Eltern theoretisch auch mitkommen wenn sie Lust und Zeit haben.

Ich freute mich ja auch meine Eltern zu sehen aber sich schienen sich mehr darüber zu freuen Rafa zu sehen als mich. Meine Mutter umarmte Rafa und schien ihn nie wieder loslassen zu wollen, ich stand daneben und musste mir ein dämliches grinsen verkneifen. Seinem Gesicht nach zu urteilen hat er auch nicht damit gerechnet, meine Eltern lieben ihn nun mal. Wir hatten uns darauf geeinigt, das er erstmal das mit den Turnieren sagt, also das meine Eltern kommen können. Wie ich schon erwartet hatte, spitzte mein Vater auch gleich beide Ohren als Rafa anfing von den US Open zu reden. Meine Mutter interessiert sich eigentlich nicht für Tennis aber sie würde sicher trotzdem mitkommen. Zwar sagten meine Eltern nicht sofort, dass sie nach New York kommen aber ich sah schon an dem Gesicht von meinem Vater, dass die Entscheidung längst gefallen war. Vielleicht wollte er Rafa nicht so sehr schocken indem er gleich total begeistert zusagt. Er kann doch bestimmt kaum noch ruhig schlafen alleine von dem Gedanke in New York live das Finale der US Open zu sehen. Der Abend verlief richtig gut aber ich konnte mich nicht so recht entspannen weil da ja noch was war. Bisher dachten meine Eltern ja wirklich das wir nur so vorbeigekommen waren. „Es ähhm, gäbe da noch was zu verkünden“ Meine Eltern sahen mich neugierig an aber sie ahnten sicher nichts wichtiges weil sie wohl glauben, dass die Einladung nach New York das Hauptereignis ist, man kann sich täuschen. Ich wurde richtig nervös und rutschte unruhig auf dem Stuhl rum. Rafa hielt zwar meine Hand unter dem Tisch aber das half mir nicht wirklich. Der beste Weg wäre wohl es direkt zu sagen da ich sonst ewig rumeiere. Plötzlich wollte ich es doch nicht mehr sagen aber jetzt sahen mich meine Eltern so gespannt an. Da muss ich jetzt durch. „Ich ziehe nach Porto Cristo“ Sagte ich dann direkt nach dem ich tief Luft geholt hatte und mich überwinden konnte. Beinahe wäre ich über meine eigenen Worte erschrocken, es fühlte sich merkwürdig an den Satz laut zu sagen. Mit Rafa habe ich ja auch schon drüber gesprochen aber er hat es wohl geahnt, meine Eltern hatten ja gar keine Vorahnung. Es passierte erst gar nichts, die Sekunden vergingen und ich schwitzte immer mehr. Was werden sie sagen? Sagen sie überhaupt was sie wirklich denken wenn Rafa dabei ist? „Was?“ Fragte meine Mutter dann nur und sah mich ungläubig an. Es überrascht sie also doch... und ich war nicht sicher ob sie nicht gleich jegliche Höflichkeit vergisst und ausflippt. „Na ja, es ist nervig mit dem hin und her immer und da kann ich auch nach Mallorca ziehen“ Versuchte ich dann die explosive Stimmung etwas zu entschärfen. Ich sah kurz neben mir zu Rafa und seinem Gesicht nach zu urteilen war er auch gespannt wie sie reagieren. Meine Eltern warfen sich wieder gegenseitig stumme Blicke zu. „Das ist jetzt keine fixe Idee oder?“ Fragte mein Vater dann endlich mal vorsichtig. Ich schüttelte leicht mit dem Kopf. „Nein, ich überlege das schon länger. Es geht eigentlich auch nur Ende des Jahres wenn Rafa mal ein bisschen Zeit hat. Ich meine, es ist nicht so das wir überlegen es zu machen oder nicht. Theoretisch steht die Entscheidung fest. Ich hätte es ja auch andeuten können aber es war immer unpassend in letzter Zeit und ich wollte Rafa dabei haben wenn ich es sage“ Etwas schockiert waren sie wohl schon aber damit hatte ich gerechnet. Ein bisschen hatte ich auch Angst, dass sie versuchen mich davon abzuhalten. „Das ist jetzt wirklich eine Überraschung...“ Ich saß weiter wie auf heißen Kohlen und wollte eigentlich hören was sie davon halten und nicht ob sie überrascht sind oder nicht. „Ich habe geahnt, dass es euch schockiert“ Sagte ich dann leise und schluckte kräftig. „Wenn ihr das unbedingt so machen wollt, dann soll es nicht an uns scheitern. Es ist deine Entscheidung am Ende, wir könnten höchstens sagen das wir es nicht gut finden weil du dann so weit weg bist“ “Sind doch nur zwei Flugstunden und es gibt unzählige Flugverbindungen hier her“ Innerlich war ich total erleichtert, dass meine Eltern jetzt keine Szene machen denn es schien mir alles ein bisschen zu einfach zu sein. Dann hätte ich mir ja gar nicht so viele Gedanken deswegen machen brauchen! Ein komisches Gefühl blieb aber bei mir, sie bleiben nur so gelassen weil Rafa hier ist. Zum Glück sagte er dann auch mal was dazu und überließ mir nicht die Unterhaltung mit meinen Eltern alleine. Ich war sogar froh das er die Details erklärte da ich so ein paar Momente Zeit hatte mich wieder zu beruhigen.

„Es ging ja gerade nochmal gut“ Meinte Rafa als wir uns verabschiedet hatten und zum Auto liefen. Ich war noch damit beschäftigt in Ruhe Luft zu holen. „Mhh“ Meinte ich nur und hing weiter den Gedanken nach. Da ich keine Sekunde alleine mit meinen Eltern war, blieb ihnen auch keine Möglichkeit mich ins Kreuzverhör zu nehmen. Erst rechnete ich damit das sie sagen ich bin verrückt oder sowas aber sie reagierten zu gelassen. Viel Spielraum blieb ihnen auch nicht mehr, Rafa hat sie praktisch festgenagelt mit den Tatsachen. Den groben Plan haben wir ja schon gemacht, nach dem APT Tour Finale in London hat er ein paar Wochen Zeit wo alles über die Bühne gehen soll. Inzwischen hatte ich mich etwas schlau gemacht wie ich die Dinge die ich mitnehmen will am besten nach Mallorca bekomme. Meine ganze Kleidung lässt sich ja in Koffer packen aber es gibt ja auch sperrige Sachen die zu groß sind für einen Koffer. Wenn ich einen Überseecontainer bestelle und alles über Rotterdam nach Palma verschiffen lasse, kann es unter Umständen bis zu vier Wochen dauern bis alles in Palma ankommt. Dazu hätten wir dann nicht mal ein genaues Datum wann alles in Porto Cristo ankommt. Denkbar schlecht für jemanden wie Rafa der alles auf den Tag genau planen will. Natürlich hatte Rafa sich auch schon Gedanken gemacht und als ich ihm das mit dem Schiff erläuterte, zeigte er nur mit dem Finger auf ein Flugzeug welches eben im Landeanflug auf Palma war. Der Transport als Luftfracht war auch mein erster Gedanke aber das kostet ungefähr das zehnfache von der langsamen Variante. Das war aber ein Punkt wo Rafa mal wieder nicht mit sich verhandeln lässt. Er meinte es kommt gar nicht in Frage das ich ewig auf meine Sachen warten muss. Es wird so gemacht und Punkt. Es ist ja schön genau zu wissen wann alles kommt und ich müsste auch nicht ewig auf alles verzichten da es dann innerhalb von zwei Tagen in Palma wäre aber die Kosten sind der helle Wahnsinn. Es wäre billiger gleich ein ganzen Frachtflugzeug zu chartern. „Denkst du sie kommen nach New York?“ Ich kam wieder in die Gegenwart und musste kurz überlegen was er meint. „Darauf kannst du aber wetten!“ Antwortete ich dann mit einem breiten Lächeln. „Meine Familie kommt auch. Das wäre das erste Mal das alle zusammen sind“ Die Idee schien mir auch ganz gut, hoffentlich klappte es auch. Natürlich ist mir daran gelegen das meine Eltern mal die Familie von Rafa kennen lernen. Es wäre schon lustig wenn wir dazu alle erst tausende Kilometer über den Atlantik fliegen wo Spanien viel näher wäre. Die Krönung wäre ja wenn Rafa dann noch die US Open gewinnt, alleine der Gedanke ist zu schön um wahr zu sein. Das wäre ja wie in einem Märchen. „Noch sind wir nicht in New York aber ich bin auch schon gespannt“ Rafa legte seinen Arm um meine Schulter und zog ein umwerfendes Lächeln. „Es wird dir gefallen“ “Das denke ich auch“ Ich sah kurz auf meine Uhr, es war ja noch nicht so spät. „Machen wir heute Abend noch was?“ Fragte ich ohne genauer über meine Wortwahl nachzudenken. Das tat ich erst als ich das dämliche grinsen sah, welches Rafa kurz nach meiner Frage zog. „Natürlich! Aber nicht hier, ich kann mir keinen Skandal der Art leisten“ Ich konnte nicht anders als mit den Augen zu rollen. Kann er an gar nichts anderes denken das er ständig alles zweideutig versteht? Das er auf offener Straße über mich herfällt hatte ich auch nicht erwartet. „Man, ich meinte ob wir noch was trinken gehen oder sowas und nicht was du denkst“ Inzwischen waren wir am Auto und stiegen ein. „Was denke ich denn?“ Fragte er weiter als ich losfuhr. „Ich kenne den Blick inzwischen“ Sagte ich nur trocken und sah auf die Straße. „Gut, wie du meinst. Ich verspreche das ich dir nicht zu nahe kommen werde“ “Wie lange willst du das Versprechen halten? Zehn Minuten?“ Fragte ich mit einem amüsierten feixen zurück. Zwar bemühte er sich ernst zu bleiben aber es gelang ihm nicht. „Warte es nur ab bis wir in deiner Wohnung sind!“ Aww, jetzt droht er mir schon, wird ja immer besser. „Ich kann es kaum erwarten. Gehen wir nun was trinken?“ “Von mir aus“ Kam es nur also deute ich das als ein ja. So spät ist der Abend noch nicht und wir können ja morgen ausschlafen also müssen wir nicht um zehn ins Bett gehen.

12 January 2011

update - info

Falls sich jemand fragt warum es keine updates gibt... ich habe die Story nicht vergessen, nur wenig Zeit zum schreiben im Moment.

12 December 2010

Chapter 72

„Was sollen wir jetzt mit den Flügen machen? Wir haben die schon bezahlt, wenn wir jetzt nicht fliegen, ist das Geld so und so weg“ Rafa sagte weiterhin nicht viel und zuckte nur leicht mit den Schultern. Er hat also auch keine Ahnung, das überrascht mich nicht. „Ich würde wirklich spielen wenn nicht die US Open bald wären aber ich kann es nicht ändern. Wenn es nicht anders geht müsst ihr eben fliegen, mit dem Hotel das lässt sich schon regeln. Ich hätte jetzt gesagt buche doch um auf Palma aber wenn das nicht geht, ist die Idee auch nichts wert“
Tja, das ist eben das Risiko wenn man den günstigsten Tarif bucht, dann ist man null flexibel und genau das wird uns ja offenbar zum Verhängnis. Es wäre ja aber auch blöd wenn wir jetzt nur so aus Spaß nach Berlin fliegen, ich wollte da Rafa sehen und nicht die Stadt angucken. Vielleicht sollte ich erstmal mit Sara reden. Sie kann zwar auch nichts daran ändern aber sie weiß ja noch gar nichts von ihrem Glück. Das Rafa hier ist weiß sie ja aber wir hatten noch nichts ausgemacht, sie spekuliert aber sicher darauf, dass sie Rafa Morgen oder Übermorgen mal zu Gesicht bekommt. Da kann Rafa ihr ja gleich persönlich sagen das er gar nicht spielt wobei ich denke, dass sie es aus dem Internet schneller erfahren wird.
„Ich werde ja sehen was Sara sagt, sie wird alles andere als erfreut sein aber sie hat ja keine Wahl“ Ein bisschen wartete ich nur darauf das Sara anruft und dann total am Rad dreht. Insgeheim freute ich mich schon darauf weil es herrlich ist zu sehen wie sie sich dann aufregt wenn es um Rafa geht.

„Es ist total ungewohnt dich hier zu sehen“ Meinte ich leicht geistesabwesend mehr zu mir selbst. Rafa fühlte sich aber angesprochen, er sah zu mir rüber und zog seine Augenbrauen hoch. „Wieso? Du solltest dich inzwischen an den Schock gewöhnt haben mich früh als erstes zu sehen“ Woher wusste ich nur das er es garantiert anderes auffasst als ich es meine? Außerdem weiß er schon seit längerer Zeit das er gar nicht erst in mein Bett kommen würde wenn mich das stören würde. „Du würdest jetzt gar nicht hier liegen wenn es mich stören würde aber so meinte ich das auch gar nicht“ “Wie dann?“ Darauf habe ich nur gewartet, jetzt will er es wohl ganz genau wissen.
„Na ja als du das letzte Mal hier warst, war es Dezember. Ich hätte damals nie gedacht das es über ein halbes Jahr dauern würde bis du wieder hier bist“ “Das ich jetzt hier bin ist auch ein Wunder. Ich meine so kurz vor einem Masters Turnier geht das eigentlich nicht das ich das Wochenende vorher nicht trainiere“ “Aber?“ Fragte ich jetzt mich hochgezogenen Augenbrauen. „Ich hatte sowieso nicht vor Berlin unbedingt gewinnen zu wollen. Wäre zwar schön gewesen aber mir sind die US Open wichtiger. Jetzt ist es ja sowieso egal“ So ein leicht fahler Nachgeschmack blieb da schon bei mir. Das klingt ja so als wäre er nur hier weil es eben am Weg lag, streng genommen ist es auch so. Mir ist klar das ich die zweite Geige spiele und er seine Karriere ganz oben anstellt. So lange er das aber nicht allzu deutlich raushängen lässt, kann ich damit leben.
„Dann kann ich mich ja bei Toni bedanken, das er dich hier her kommen lassen hat“ Meinte ich dann mit einem ernüchterten Gesicht. Das Lächeln war Rafa inzwischen auch vergangen und er drehte sich auf die Seite um mich zu umarmen. „Ich mache das nicht absichtlich aber ich kann es nicht ändern“ “Ich weiß, wird dir das denn nie zu viel das dein Leben total verplant wird? Es sind ja nicht nur die Turniere, es ist ja fast jeden Tag irgendwas und ständig kommen neue Verpflichtungen dazu“ “Klar stört es mich manchmal das ich nie selbst entscheiden kann. Durch Verträge mit allen möglichen Leuten und Firmen kann ich gar nicht nein sagen. Ich kann aber ja bis maximal Anfang 30 spielen, vielleicht weniger daher versuche ich das Maximale rauszuholen so lange es geht. Ich könnte ja auch eine schlimmere Verletzung haben das ich schon viel eher meine Karriere an den Nagel hängen muss und danach habe ich immer noch Zeit zum entspannen. Auf ewig will ich das stressige Leben mit Sicherheit nicht“ Klingt zu schön um wahr zu sein nur kann ich mir davon jetzt auch nichts kaufen.
Die nächsten sechs, sieben Jahre gehen für Rafa mit Sicherheit so weiter wenn nichts dazwischen kommt. „Aus dem Grund wollte ich auch nach Porto Cristo, damit ich dich wenigstens ab und zu mal sehen kann“ “Weiß eigentlich irgendwer von den Plänen?“ “No, von dir abgesehen niemand“ Es war ein bisschen erschreckend das es noch niemand wusste. „Wann willst du es deinen Eltern sagen?““Ich dachte heute Abend weil ich dich dabei haben will“ “Hältst du das für eine gute Idee?“ Ja, ich kann die Skepsis von Rafa verstehen, mir war das selbst nicht ganz geheuer. Ich denke zwar das sie nichts dagegen haben werden aber so genau kann man das nie vorher wissen. Wenn Rafa dabei ist, werden sie mit Sicherheit nichts unangebrachtes sagen. „Die werden es schon überleben, Sara wird interessanter. Ich traue mich gar nicht ihr das zu sagen“ “Besser wär's wenn du sie nicht vor vollendete Tatsachen stellen willst“ “Genau so ist es doch, die Würfel sind schon lange gefallen, sie kann es nur hinnehmen oder nicht. Damit das sie ausflippt rechne ich aber daher warte ich den passenden Moment ab. Mir ist klar das es noch eine Weile hin ist bis Weihnachten aber ich kann es sowieso nicht lange für mich behalten“
Das grinsen von Rafa war indessen zurückgekehrt. „Du wirst es nicht glauben aber ich bin wirklich gespannt was sie sagt. Mir kommt es so vor als wenn sie ein wenig durchgeknallt ist“ “Das kommt dir nicht nur so vor, wir können sie ja erstmal über Berlin aufklären und ihr einen Besuch abstatten“ Meinte ich und musste selbst lachen. „Gut aber sage ihr nicht das ich mitkomme, ich will sehen wie sie erschrickt“ “Du bist gemein!“ Versuchte ich ernst zu sagen aber Rafa konnte sich gar nicht mehr halten vor lachen und irgendwie gefiel mir die Idee auch.

Wir frühstückten entspannt und machten uns dann auf den Weg zu Sara. Gemeldet hat sie sich noch nicht und da ich denke, dass sie schon unzählige Male bei mir angerufen hätte wenn sie wüsste das Rafa gar nicht spielt, ahnt sie wohl noch nichts böses. Sie ahnt bisher ja auch noch nicht, das Rafa gleich in ihrer Wohnung stehen wird. In Ohnmacht fallen wird sie schon nicht gleich und Rafa tut ja nix, er amüsiert sich nur köstlich darüber wie die Leute erschrecken wenn sie ihn sehen. Wir klingelten an der Haustür und ich ließ sie in dem Glauben das ich alleine bin also dachte sie wohl nichts weiter und drückte am Türöffner das wir ins Haus können.
„Sie denkt ich bin alleine“ Meinte ich feixend und konnte mir die Vorfreude auf ihr Gesicht wenn sie Rafa sieht nicht verkneifen. „Vielleicht hättest du sie doch vorwarnen sollen...“ “Sie weiß doch das du hier bist dieses Wochenende, das ist doch Vorwarnung genug außerdem wolltest du doch das ich nichts sage“ Rafa rollte nur mit den Augen aber etwas anderes konnte er jetzt auch nicht mehr tun. Wir standen kaum vor der Tür, als Sara von innen öffnete und mich breit anlächelte. Damit war es aber vorbei als sie Rafa hinter mir entdeckte. Ich musste mir ein feixen verkneifen weil sie so ein geschocktes Gesicht zog. Man müsste denken sie gewöhnt sich irgendwann mal daran ihn zu sehen. Sie versuche sich nichts anmerken zu lassen, was ihn nur bedingt gelang. Für Außenstehende war es vielleicht überzeugend aber ich kenne sie ja, sie hat wohl eben einen Puls von 180.
„Hättest du nicht sagen können das er mitkommt?“ Fragte sie leise als sie direkt neben mir stand. „Ich wusste nicht das du ihn nicht sehen willst“ Gab ich nur unschuldig zurück und verstand die Aufregung nicht. Ja, gut ein bisschen kann ich sie verstehen, es ist doch der Traum aller Fans das Rafa plötzlich vor der Tür steht. „Das schon aber du weißt noch nicht das ich ein Poster von Wimbledon im Wohnzimmer hängen habe. Es ist etwas... sagen wir groß“ Was meinte sie denn damit? Das muss dann neu sein denn ich konnte mich nicht an sowas erinnern. Das es ihr peinlich ist, belustigt mich aber doch. Rafa wird ihr nicht den Kopf abreißen, schlimmstenfalls denkt er das sie verrückt ist und in der Pubertät stecken geblieben ist aber er denkt ja sowieso schon das sie durchgeknallt ist. Da muss sie jetzt aber durch wenn wir nicht im Flur stehen bleiben sollen. Ich war schon ein bisschen gespannt als wir ihr nachliefen, ihr Gesicht nahm eine leicht rote Färbung an und Rafa sah so aus als wenn er sich fragen würde wieso. Zwar wollte ich sie nicht in Verlegenheit bringen aber jetzt ist es zu spät. Als wir endlich mal im Wohnzimmer waren, musste ich mir ein lautes Lachen verkneifen.
Zwar habe ich nicht gedacht das sie Witze machte als sie von dem Poster erzählte aber es war wirklich groß. Von der Decke bis zum Boden um genau zu sein, man sollte es Tapete nennen. Da frage ich mich wo sie das her hat, muss doch extra für sie angefertigt worden sein. Mein Blick wanderte zur Seite und Rafa schien auch Probleme zu haben keinen passenden Spruch zum besten zu geben, er versuchte ernst zu bleiben, mit mäßigem Erfolg. Sara zappelte nervös rum und schien zu beten, dass jemand was sagt um das Thema zu wechseln. „Ja also eigentlich sind wir nicht hier um deine Wohnung zu bestaunen. Ich weiß nicht ob du es schon gehört hast aber mit Berlin wird das wohl nichts werden...“ Ihr Gesicht wurde immer ernster je mehr ich sagte. Eigentlich war jetzt die Stelle das sie fragt wieso aber sie starrte nur abwechselnd zwischen mir und Rafa hin und her. „Rafa fliegt zwar hin aber nicht wie geplant am Dienstag sondern am Montag früh. Da ich dich nicht länger auf die Folter spannen will sage ich es einfach direkt. Es gibt am Montag eine Pressekonferenz wo er verkünden wird das er nicht spielt und dann fliegt er zurück nach Hause“ Sie sah mich an als hätte ich gerade verkündet das ich mit Rafa auf den Mond auswandern will. „Was?“ Fragte sie nach ein paar Sekunden und schnappte dabei hektisch nach Luft.
Ihre Verlegenheit von eben war einem fassungslosen Gesicht gewichen. Ich konnte ihre Gedanken schon lesen, sie sah zwar zu Rafa, sagte aber nichts. Mir schoss auch gleich durch den Kopf das er gar nicht so krank aussieht als er mir davon erzählt hat aber die Verletzungen die Rafa so zu haben pflegt, sind allesamt unsichtbar. „Was ist es dieses mal?“ Fragte sie dann aber doch mit einem nicht zu überhörenden Unterton, ich bin ja auch enttäuscht. „Handgelenk, eine Verletzung aus dem Training. Ist nichts schlimmes aber die US Open stehen vor der Tür“ Meinte ich nur und zuckte mit den Schultern. Rafa verstand zwar nichts aber er wird sich denken können was los ist. Er zog ein Gesicht als wenn er sich davor fürchtet, das wir unseren Frust gleich an ihm auslassen. Eigentlich sieht er gut aus wenn er so ein verlegenes Lächeln zieht nur half uns das jetzt auch nicht weiter.

„Willst du trotzdem nach Berlin?“ Fragte sie nachdem wir alles ausführlich besprochen hatten. „Ich weiß nicht, was sollen wir da machen?“ “Gute Frage, ich weiß nicht mehr was ich da machen soll, ich kenne die Stadt auswendig“ Meinte sie und zuckte dann mit den Schultern. „Wenn du lieber nach Mallorca willst das Wochenende habe ich auch kein Problem damit. So teuer waren die Tickets ja nicht, dann machen wir nichts und fliegen einfach nicht. Ist eben dumm gelaufen“ Wenn sie auch nicht unbedingt nach Berlin will, bringt es ja wirklich nichts. Da kann ich auch nach Mallorca fliegen statt nach Berlin.
“Bist du nächstes Wochenende zu Hause?“ Fragte ich Rafa der etwas überrascht schien das ich ihn ansprach, er war wohl eben dabei das Wohnzimmer zu betrachten. „Sí, ich bin bis Ende der ersten Augustwoche zu Hause“ “Er ist bis Anfang August zu Hause“ Übersetzte ich für Sara und überlegte derweil was ich mache. Es wäre kein Problem nach Mallorca zu fliegen aber ich hätte schon ein schlechtes Gewissen die Flüge nach Berlin einfach so verfallen zu lassen. Umbuchen geht aber ja nicht, es scheint keinen Ausweg zu geben. „Hast du nicht so eine Vielfliegerkarte? Kann man da nichts machen wenn du da anrufst?“ Gut, auf die Idee war ich noch nicht gekommen. Ich hatte schon etliche Meilen gesammelt aber es würde mich wundern wenn das ausreicht das die mir entgegen kommen, es ist ja nicht so das ich die Millionen Meilen Grenzen überschritten hätte. „Ich kann's versuchen aber wenn die nicht einlenken, lassen wir es eben“ Sie warf einen kuren Blick zu Rafa und sah mich dann verschwörerisch an.
„Und Carlos Costa kann da auch nichts machen?“ Ich war etwas erstaunt wie gerissen Sara ist. Die Idee Costa das Problem lösen zu lassen kam mir noch gar nicht. Jetzt wo sie es sagt, er findet sicher einen Weg das zu lösen aber ich will nicht, das ich nur Rafa und Costa zu verdanken habe das die blöde Airline einlenkt. „Ich will nicht so viele Leute mit reinziehen, so teuer waren die Flüge doch nicht, der Aufwand lohnt sich nicht“ “Ja gut, stimmt auch wieder, war nur eine Idee, vergiss es gleich wieder“ “Gut, dann bleibt es dabei das wir nicht fliegen“ “Ja, endgültig“ Gut, das wollte ich ja nur hören. Ob ich nächste Woche nach Mallorca fliege oder nicht kann ich ja später mit Rafa noch klären.